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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zur Freilegung des Natruper Tores
Artikel:
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Originaltext:
Zur Freilegung des Natruper Tores

Als Auftakt zur Umgestaltung des Natruper Tores zum Rißmüllerplatz wurde dieser Tage das alte Torhaus niedergelegt. Mit Bedauern sieht man wohl das einhundert Jahre alte Baudenkmal fallen, aber andererseits wird damit endlich einer unserer schlimmsten Verkehrsgefahrenpunkte beseitigt. Die architektonisch wertvollen Baubestandteile werden sorglichst aufbewahrt, um bei einem späteren Bau Wiederverwendung finden zu können.

Bei den gegenwärtigen Arbeiten handelt es sich, so wird uns vom Rathause geschrieben, allerdings noch nicht um das große Projekt der endgültigen Platzumgestaltung, welches bereits früher von den Städtischen Kollegien beschlossen wurde, aber infolge der gegenwärtigen Lage zurückgestellt werden mußte, sondern um eine vorläufige Freilegung im Programm der Notstandsarbeiten. Danach bleibt die alte Straßenlage unverändert, aber durch die Beseitigung des Torhauses wird freie Übersicht für den Verkehr geschaffen. Neu hinzu kommt lediglich eine Einbahnstraße von der Natruper Straße als Verkehrseinfädelung zum Kronprinzenwall. Die Platzinsel soll als Grünfläche angelegt werden.

Durch diese provisorische Lösung wird mit verhältnismäßig wenig Mitteln vieles erreicht. Die bisherigen erheblichen Gefahrenmomente für den Verkehr werden fast völlig reduziert, und der Wall, der Schmuckgürtel unserer Stadt wird um eine würdige Anlage bereichert. - Den vor einigen Tagen durch Eingesandt in der Presse gegebenen Anregungen trägt das Projekt, innerhalb des heute Möglichen, Rechnung.

Handelt es sich nach dem Gesagten auch nur um eine vorläufige Regelung der Platzfrage, so muß doch gesagt werden, daß die in unserer Dienstagsausgabe gegen den jetzigen Plan vorgebrachten Bedenken nur zu berechtigt erscheinen und auch durch die inzwischen getroffenen Änderungen nicht behoben sind. Die außerordentliche Verkehrsentwicklung am Natruper Tor, wo Natruper, Bier- und Wallstraße zusammenlaufen, läßt eine 3 Meter breite Einbahnstraße von der Natruper Straße als Verkehrseinfädelung zum Kronprinzenwall um so mehr als durchaus ungenügend erscheinen, als völlig ausreichender Platz für eine breite Straße und auch für eine langgestreckte Einmündung in die Natruper Straße vorhanden ist. Die Absicht, den Schmuckgürtel um die Stadt un eine würdige Anlage zu bereichern, soll gewiß anerkannt werden; in allererster Linie aber ist doch dem Verkehrserfordernis Rechnung zu tragen, was - nach dem vorläufigen Programm wenigstens - keineswegs in ausreichendem Maße geschieht. Für die Durchführung des vorläufigen Programms werden Ersparnisgründe angeführt; es will uns scheinen, daß dem Spargedanken besser Rechnung getragen wird, wenn man den Wege- und Trottoiranlagen von vornherein ausreichende, normale Maße zugrunde legt, als wenn man zunächst ungenügende Verhältnisse schafft, die doch über kurz oder lang zwangsläufig dem Erfordernis angepaßt werden müssen. Jedenfalls will uns eine nur 3 Meter breite Einbahnstraße zur Vermittlung des Last- und Autoverkehrs zwischen Natruper Straße und Kronprinzenwall auch als Provisorium unmöglich erscheinen, zumal der vorhandene Platz die Schaffung ausreichender Verkehrsverhältnisse von vornherein zuläßt, ohne daß u. a. die Kosten wesentlich überschritten zu werden brauchen. Einbahnstraßen sind als Notbehelf gewiß schön und gut, wo man vielleicht nach Lage der Bebauung Straßenzüge in normaler Breite nicht herstellen kann; daß man sie anlegen will an Stellen, wo die Raumverhältnisse normale Straßen ohne weiteres gestatten und die Verkehrsverhältnisse sie dringlichst erfordern, will uns bei aller billigen Rücksichtnahme auf Ersparnisgründe nicht einleuchten.


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