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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erneuerbare Energien - roter Faden für die Planer
 
Kanal als Verbindung
 
Das Prinzip "Acht"
 
"Total einmalig"
 
"Eine Vision mit unterschiedlichen Perspektiven"
Zwischenüberschrift:
Was passiert am Piesberg? Ideenlabor sucht nach Lösungswegen
 
International renommierte Experten stellen Ergebnisse aus dem Ideenlabor "radical landscape" und Konzepte vor
 
Schweizer sehen mehrere Lösungen
 
Buga könnte Auslöser für mehr werden
 
Buga und Kompetenzzentrum Energie
 
Publikumsreaktionen zwischen Skepsis und Optimismus: Kann Osnabrück zum Kompetenzzentrum Energie werden?
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Erneuerbare Energien - roter Faden für die Planer

International renommierte Experten stellen Ergebnisse aus dem Ideenlabor " radical landscape" und Konzepte vor

Von Michael Schwager

Osnabrück

Wie kann der Piesberg langfristig entwickelt werden? Welchen Schub kann hierzu die Buga 2015 geben? Das waren die Fragen, mit denen sich ein " Ideenlabor", besetzt mit Fachleuten, beschäftigte. Die Ergebnisse wurden gestern präsentiert: Energie könnte das Leitthema sein, das zum Gelände passt und die Menschen auch in 30 Jahren noch bewegen wird.

Auf Einladung der Stadt hatten sich im Sommer dieses Jahres 13 international renommierte Experten in dem so genannten Ideenlabor " radical landscape" mit Konzepten beschäftigt. Alle haben bereits in renommierten großen Projekten erfolgreich gearbeitet. Moderiert wurde das " Ideenlabor" von Fred-Martin Dillenberger.

Wesentliche Ergebnisse des Ideenlabors sind: Vor dem Hintergrund des langen Planungszeitraumes über das Jahr 2030 hinaus müssen Themenschwerpunkte definiert werden, die sich aus dem Gelände heraus entwickeln. Die Experten schlagen Zukunftsthemen vor, die dem Areal einen wirtschaftlich tragbaren Impuls geben. So hat eine Expertengruppe das Thema Ressourcen und Energien vorgeschlagen und hierzu erste konkrete Schritte entwickelt: Eine " Energie-Biennale" könnte bereits vor der Buga die Entwicklung dieses Themas einleiten. Der Piesberg könne Modellstandort für regenerative Energien werden. Die räumliche Gliederung der Fläche vom Hafen über das Museum Industriekultur hoch zum Gipfel bis zum Steinbruch stand im Mittelpunkt einer weiteren Expertengruppe. Sie trennen den Raum in zwei Bereiche: den Park und die Landschaft. Der besondere Reiz wird in den unterschiedlichen Nutzungen " Natürlichkeit und Künstlichkeit" gesehen.

Der Lenkungsausschuss Buga, ein regional besetztes Gremium, in dem neben Stadt und Landkreis Osnabrück auch das Land Niedersachsen und TUI sowie wichtige Multiplikatoren der Region wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt vertreten sind, wird im Dezember über die weitere Vorgehensweise entscheiden. " Die Experten machen uns Mut", sagte Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip, " die Projektentwicklung Piesberg weiter voranzutreiben. Vor dem Hintergrund des langen Planungszeltraumes für das Areal werden wirtschaftlich tragbare Entwicklungschancen gesehen. Dabei kann die Buga ein Initial sein, um langfristig verschiedene Nutzungen - weit über die Buga hinaus - zu realisieren." Der Anschub zahle sich aus, so Fip, als Beitrag für die Entwicklung von Stadt und Region in der Naherholung und im Tourismus. Nicht zu unterschätzen seien der zusätzliche Imagegewinn und der damit verbundene Beitrag zur Zukunftssicherung der Stadt. Fip: " Natürlich wird auch das Ziel verfolgt, neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor zu schaffen."

INTERNATIONAL RENOMMIERTE EXPERTEN hatten sich im so genannten Ideenlabor " radical landscape" mit Konzepten zur Entwicklung des Piesberges beschäftigt. " Welchen Schub kann hierzu die Buga 2015 geben?", war dabei eine wichtige Frage.

Ausstellung

Ergebnisse des Ideenlabors " radical landscape" sind heute, 15. Oktober, und morgen im Pferdestall, Museum Industriekultur (neben dem ausgeschilderten Magazingebäude am Süberweg, geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Kanal als Verbindung

Schweizer sehen mehrere Lösungen

Bundesgartenschauen gibt es, Berge wie den Piesberg auch. Die große Chance bestehe in der Verbindung von beidem. Zu diesem Schluss kam die Expertengruppe I , besetzt mit Schweizer Architekten. Sprecherin Barbara Holzer sagte, besonders der Kanal eigne sich als Verbindungsader zwischen dem Piesberg und der Innenstadt. Unter der Überschrift " Marke und Mehrwert" entwerfen die Planer zwei Szenarien: Zum einen ließen sich touristische Nischen nutzen, auch außerhalb einer Buga. Als Themen böten sich zum Beispiel Abenteuersportarten an. In Szenario 2 dreht die Gruppe das ganz große Rad, allerdings nicht um auf die damit verbundenen Risiken hinzuweisen: Hier schlagen die Schweizer eine Euregio-Schaubühne oder einen Themenpark à la Jurassic Park vor. Denkbar erscheint ihnen auch ein " Biosphären"- Großprojekt, bei dem der Piesberg komplett mit einer Glaskuppel überbaut würde. Damit wäre die internationale Bedeutung des Ortes auf jeden Fall sichergestellt.
Eine Teilung zwischen städtischem Park (Buga) und landschaftlichem Erlebnisraum (Piesberg) scheint sinnvoll.

Das Prinzip " Acht"

Buga könnte Auslöser für mehr werden

Das Gelände rund um den Piesberg könnte nach Ansicht von Expertengruppe II in zwei Zonen aufgeteilt werden, die zusammen eine liegende Acht bilden. Vorhandene Wegebeziehungen wurden darin aufgehen. Die Sprecher Tim Heide, Verena von Beckerath und Prof. Dr. Gesine Weinmiller wollen in den beiden Kreisen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dabei sollen die Widersprüchlichkeiten des " wahnsinnigen" Ortes Piesberg hervorgehoben werde. Heide betone, dass die Gruppe " kein finales Konzept" vorgelegt habe, sondern flexible Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung. Wichtig sei dabei der präzise Einsatz von Attraktionen und Ressourcen.
Mögliche Schwerpunktthemen einer Buga könnte nach Ansicht der Gruppe die Gentechnik, Medien als Ausbau des Media Art Festivals oder das Thema Energie sein. Das Team erinnerte daran, dass sich zum Beispiel die Kasseler Documenta aus einer Buga entwickelt habe.

" Total einmalig"

Buga und Kompetenzzentrum Energie

Michael Radtke, Expertengruppe III, sagt: " Die Bundesgartenschau ist Umgang mit Pflanzen, der Natur, den Elementen." Parallel zum stufenweisen Ausbau des Geländes zur Buga und danach wird die Entwicklung eines Kompetenzzentrums Energie angestoßen. Erste konkrete Schritte: Eine " Energie-Biennale" könnte bereits vor der Buga die Entwicklung dieses Themas einleiten. Auch könnte der Piesberg Modellstandort für regenerative Energien werden. Prof. Dr. Jörg Schlaich: " Eine Zusammenfassung zum Thema erneuerbare Energien wäre total einmalig. Osnabrück könnte hier ein Zentrum werden. Allerdings dürfte hier nicht nur ausgestellt werden, auch Forschung muss hier stattfinden."

Ein weiterer Schwerpunkt könnte der so genannte " people mover" sein, mit dem die komfortable Erschließung des Geländes gelingen könnte: Modernste Technik, sparsam, leise und schnell, bringt die Besucher ins Gelände.
Eine Hängebrücke könnte eine besondere Attraktion sein, von der die Besucher in den darunter liegenden Steinbruch schauen können.

" Eine Vision mit unterschiedlichen Perspektiven"

Publikumsreaktionen zwischen Skepsis und Optimismus: Kann Osnabrück zum Kompetenzzentrum Energie werden?

Osnabrück swa
" Entstanden ist eine Vision mit recht unterschiedlichen Perspektiven", das war das Fazit von Fred-Martin Dillenberger, dillenberger exhibitions, der das Ideenlabor moderiert hatte.

Die Experten hätten sich beschäftigt mit der Dualität von Park und Landschaft und deren Verankerung im Stadtgrundriss; und sie hätten Erschließungs- sowie Bebauungsstrukturen bis zur Buga und darüber hinaus an einem Themenkorridor Energie und Ressourcen aufgezeigt. Dazu, so Dillenberger, sollten sehr schnell " viele Türen und die dahinter liegenden Räume" definiert werden. Beides, sowohl die inhaltliche Vertiefung als auch die Konkretisierung des Plans, müssten auf Public Private Partnership hin geprüft werden. Dillenberger: " Mein Wunsch ist es, dass das Projekt bereits in einem Jahr auf der Expo Real ausgestellt wird und dort entsprechende Partner akquiriert."

Diese Euphorie teilte Michael Hagedorn, vehementer Kritiker des Buga-Projektes, gestern bei der Ergebnis-Präsentation nicht. Zwar habe das Überthema Erneuerbare Energien besonders für ihn als Grünen großen Charme. Aber Osnabrück komme mehr als zehn Jahre zu spät. Das Thema sei schon von anderen Städten besetzt. Außerdem böten die Osnabrücker Hochschulen nicht den wissenschaftlichen Hintergrund, um die Stadt zum Kompetenzzentrum auf diesem Gebiet auszubauen.

Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), sieht das anders. Zum einen vertraue er auf die Beurteilung von Professor Schlaich als weltweit anerkanntem Experten. Zum anderen dürfe man nicht gleich alle Ideen der Experten " kaputtreden". Der DBU-Chef bezeichnete die Ergebnisse von " radical landscape" als interessant. Eine Prüfung müsse zeigen, welche Vorschläge sich als realisierbar erweisen. Die Umweltstiftung stehe mit allen Einrichtungen in Kontakt, die erneuerbare Energien erforschen, und sie sei bereit zu vermitteln.

DER GROSSE WURF oder kleine Schritt, beides könnte nach Ansicht von Schweizer Architekten im Piesberg entstehen.

PARK UND LANDSCHAFT mit ihren unterschiedlichen Attraktionen bilden eine Acht.

DER " PEOPLE MOVER" als Personentransporter im Berg könnte ein weiterer Schwerpunkt seinFotos (6): Elvira Parton
Autor:
Michael Schwager


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