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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Als die Möserstraße noch voller Leben war
Zwischenüberschrift:
Eine Postkarte von 1902 erinnert an das Hotel Germania und seinen Inhaber Eduard Petersilie
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Als die Möserstraße noch voller Leben war

Eine Postkarte von 1902 erinnert an das Hotel Germania und seinen Inhaber Eduard Petersilie

Innestadt tos

Eine ungewohnt belebte Szenerie präsentiert die Ansichtskarte aus dem Jahr 1902: Sie zeigt einen Blick in die Möserstraße in Richtung Kreuzung Wittekindstraße. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dieser Straßenzug fast gänzlich zerstört. Heute beherrschen mehrstöckige Neubauten das Straßenbild.

Mit der Inbetriebnahme des Osnabrücker Hauptbahnhofs im Jahr 1895 entwickelte sich die von der Altstadt auf den Bahnhof zulaufende Möserstraße zu einer neuen Hauptverkehrsachse der Stadt. Repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser reihten sich aneinander, und auf der Straße herrschte reges Treiben.

Daszurückliegende kleine Gebäude am linken Bildrand war der Ausstellungspavillon des Fotografen Rudolf Lichtenberg. Rechts im Bild ist der stattliche Bau der Reichspost zu sehen. An gleicher Stelle, nur in einem neuen Gebäude, ist noch heute das Postamt untergebracht.

Im Mittelpunkt der Karte ist ein Gebäude abgebildet, für das Osnabrück um 1900 über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde. 1897 übernahm Eduard Petersilie das ehemalige Hotel " Drei Kronen" (Ecke Wittekindstraße / Möserstraße, heute steht hier ein Gebäude der Sparkasse) mit angrenzendem Konzertgarten und eröffnete es nach einem Umbau unter dem Namen " Hotel Germania". Nur drei Jahre später entschloss sich Petersilie zu einem Neubau: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dort, wo heute das Kaufhaus Galeria Kaufhof steht, ließ er ein neues Gebäude im repräsentativen Stil errichten. Auf der Postkarte ist das Hotel an seinem verspielten Ecktürmchen zu erkennen. In das Stammhaus zog 1903 die Osnabrücker Gewerbehalle.

Das " Germania" avancierte zu einer der ersten Adressen der Stadt. Bekannt für gehobenen Hotelbetrieb und gepflegte Gastlichkeit, traf sich hier allerlei Prominenz (darunter auch Erich Maria Remarque, der Petersilie verfremdet in " Der schwarze Obelisk" auftreten ließ). Petersilies Konzertkaffee, die Kleinkunstbühne und Bierstube waren fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

In den 30er Jahren wies das " Germania" als eines der ersten Häuser der Stadt den Juden die Tür: Das Nobelhotel wurde Treffpunkt für Mitglieder der NSDAP und SA. Im August 1942 wurde das Hotel bei einem Bombenangriff beschädigt und brannte vollständig aus.

AUTOS bestimmten noch nicht das Straßenbild, als dieses Foto vor über 100 Jahren aufgenommen wurde. In der Bildmitte ist das Hotel Germania zu sehen, rechts die Reichspost. Das Ansichtskartenmotiv haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück" entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

TRIST UND MENSCHENLEER: die Möserstraße heute. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
tos


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