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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Berliner sollen gelbe Säcke einsammeln
Zwischenüberschrift:
42 heimische Arbeitsplätze gefährdet
Artikel:
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Originaltext:
Berliner sollen gelbe Säcke einsammeln

42 heimische Arbeitsplätze gefährdet

al OSNABRÜCK. 35 Mitarbeiter des Georgsmarienhütter Unternehmens Städtereinigung Holtmeyer und sieben Beschäftigte der Verwertungsgesellschaft Osnabrück müssen um Ihre Arbeitsplätze bangen. Grund: Die gelben Säcke und Tonnen in Stadt und Landkreis werden ab 1. Januar 2007 von der Berliner ALBA-Gruppe abgeholt.

Ronald Kelle (Betriebsleiter Holtmeyer) und Hildegard Meyer zu Vilsendorf (Geschäftsführerin der städtischen Verwertungsgesellschaft) bestätigten gestern auf Anfrage, dass die Duale System Deutschland GmbH (als Lizenzgeber des Grünen Punkts) die ALBA-Gruppe mit der Entsorgung der gelben Säcke und Tonnen von 2007 bis zunächst Ende 2009 beauftragt habe.

" Wir haben offiziell erfahren, dass wir nicht der nächste Auftragnehmer sein werden, weil wir nicht das wirtschaftlichste Angebot abgegeben haben. Das hat uns sehr böse getroffen", meinte Kelle. Konkret bedeute dies nun für das Unternehmen, dass die Arbeitsplätze von rund 35 Mitarbeitern gefährdet seien - Personal, das bislang für den Komplex " Gelber Sack/ Gelbe Tonne" im gesamten Landkreis zuständig sei. Kelle: " Wir reden bereits mit dem Betriebsrat." Ebenso wolle Holtmeyer " offensiv" auf ALBA wegen möglicher Personalübernahmen ab Januar 2007 zugehen.

Für die sieben Mitarbeiter der ebenfalls in der Ausschreibung unterlegenen städtischen Verwertungsgesellschaft sieht es ebenfalls nicht gut aus, zumal die nach Angaben von Hildegard Meyer zu Vilsendorf alle mit Zeitverträgen bis zum 31. Dezember 2006 ausgestattet sind. " Wir werden Einzelgespräche führen. Im Moment sehe ich aber keine anderweitigen Einsatzmöglichkeiten." Im Hause ALBA herrschte gestern noch eisiges Schweigen. Keine Stellungnahme zur beabsichtigten logistischen und personellen Umsetzung der Entsorgung in Stadt und Landkreis ab 2007. Laut Internetauftritt ist die ALBA-Gruppe europaweit tätig, beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter und sammelt bereits für mehr als sieben Millionen Einwohner Wertstoffe im Auftrag der Dualen System Deutschland GmbH.

Das Einsammeln der gelben Säcke in der Stadt und im Landkreis Osnabrück wird ab 1. Januar 2007 von Berlin aus gesteuert. Foto: dpa

KOMMENTAR

Bitter nur für Betroffene

Von Stefan Alberti

Die Müllverbrennungsanlage im Osnabrücker Hafen wird von einem griechischen Unternehmen betrieben. Der Osnabrücker Autobauer Karmann will eine neue Verdeckfabrik in Polen bauen. Ab 1. Januar 2007 holt ein Berliner Entsorger die gelben Säcke und Tonnen in der Stadt und im Landkreis Osnabrück ab. Drei Beispiele, wie sich die viel zitierte Globalisierung des Marktes in unserer Region auswirkt. Und so bitter es für die Betroffenen klingt: Beim Einsammeln der gelben Säcke sind die Bürger an einer günstigen und reibungslosen Lösung interessiert - egal, ob ein Osnabrücker oder Berliner Müllfahrzeug durch ihre Straßen fährt. Im Sinne der 42 Beschäftigten ist es ihren Arbeitgebern nur zu wünschen, dass die angekündigten offensiven Gespräche mit ALBA doch noch Arbeitsplätze in der Region sichern.

s.alberti@ neue-oz.de
Autor:
Stefan Alberti


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