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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Glücksbringer, aber kein Wetterprophet
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Heute ist Siebenschläfertag
Artikel:
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Originaltext:
Glücksbringer, aber kein Wetterprophet

Heute ist Siebenschläfertag

tos OSNABRÜCK. Glaubt man einer alten Wetterregel, entscheidet sich heute unsere Kleiderordnung für die kommenden sieben Wochen: " Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag" oder " Ist der Siebenschläfer nass, regnet' s ohne Unterlass" drohen die alten Bauernweisheiten.

Sollte es heute Regen geben, dann hat einer bestimmt keine Schuld: der possierliche Siebenschläfer. Der kleine Nager verschläft zwar rund sieben Monate lang den kalten und (meist) verregneten Teil des Jahres, zur Familie der Wetterfrösche ist er jedoch nicht zu zählen. Wäre das der Fall, müsste Osnabrück die heimliche Hauptstadt der Wettervorhersage sein, denn der Schölerberg rund um den Osnabrücker Zoo ist seit vielen Jahren dicht von Siebenschläfern bevölkert. Und: Man könnte sich nur fünf Monate im Jahr, in denen die grauen Pelztierchen jedoch äußerst ausgeschlafen sind, über Wetterprognosen freuen oder ärgern.

Norbert Niedernostheide und Berthold Reichensberger vom Museum am Schölerberg konnten bei ihren nachtaktiven Untermietern bislang keine Vorhersage-Qualitäten ausmachen. Dafür haben die Museumsmitarbeiter jedoch feststellen müssen, dass die klettergewandten Siebenschläfer äußerst erfinderisch in ihrer Quartiers- und Nahrungssuche sind. Nicht nur in Erd- oder Baumhöhlen tummeln sich die Schlafmäuse, sie haben das Museum für sich entdeckt: In Zwischendecken, Versorgungsschächten, hinter den Kulissen der Ausstellung haben sie es sich gemütlich gemacht.

Dass sich die als scheu geltenden Nager in der Wohngemeinschaft äußerst wohl fühlen und manchmal ganz schön mutig werden, davon kann der Diplombiologe Norbert Niedernostheide etliche Geschichten erzählen: " Vor einiger Zeit hat sich ein Siebenschläfer beispielsweise ein besonders schönes Schlafplätzchen ausgesucht: Mitten in einem Schaukasten ist er eingeschlafen."

Dass sich vorwitzige Exemplare sogar bis in die Büroräume vorwagen, Pausenäpfel und Schokolade stibitzen, stört die Museumsmitarbeiter weniger. Unangenehm ist aber, dass sie bei ihren nächtlichen Ausflügen gerne mal Kabel anknabbern oder die Alarmanlage auslösen. " Das ist schon ärgerlich, wenn alle naselang etwas kaputt ist", sagt Niedernostheide. So richtig übel nimmt es den Bilchen, wie die munteren Tiere offiziell heißen, jedoch keiner. Die Museumsmitarbeiter haben sich zwangsweise mit ihren standorttreuen Mitbewohnern abgefunden. Das Wetter sagen die undankbaren Randalierer trotzdem nicht voraus. Aber Glück sollen sie bringen, sieben Jahre lang.

Sieben Schläfer

Mit dem Wetter hat der kleine Nager, der am Siebenschläfertag, am 27. Juni, seinen Namenstag feiert, nichts am Hut. Der Siebenschläfertag ist auf eine Legende über sieben schlafende Jünglinge zurückzuführen: Der Sage nach versteckten sich während der Christenverfolgungen im römischen Reich sieben junge Brüder im Jahr 251 in einer Höhle nahe der Stadt Ephesos. Dort wurden sie entdeckt und eingemauert. Sie fielen in einen tiefen Schlaf und wurden erst nach 195 Jahren, genau am 27. Juni 446. zufällig befreit und erwachten. Von Gläubigen wurden die " sieben Schläfer" als Patrone gegen Schlaflosigkeit (!) angerufen. Was dies nun mit dem Wetter zu tun hat. lässt sich wissenschaftlich nicht mehr ergründen, die Siebenschläfer-Regel hat sich dennoch hartnäckig gehalten. Auch wenn die Nagetiere nicht für das Wetter verantwortlich gemacht werden können:
Über die Schlafmäuse informiert eine Vitrine im Museum am Schölerberg.
Internet: www.museum-am-schoelerberg.de.

In Bücherregalen. Vitrinen und Kabelschächten des Museums fühlen sich die Siebenschläfer wohl. Foto: Eivira Parton
Autor:
tos


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