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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ruderpartie auf der Hase
Zwischenüberschrift:
Von der Neumarkt-Brücke aus konnte man um 1900 noch den Hauptbahnhof sehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Birte Tost

OSNABRÜCK. Um 1900 unternahmen Ausflügler noch Ruderpartien auf dem zwischen der Möserstraße und dem Kollegienwall gelegenen Abschnitt der Hase, über die Jahre hat sich hier einiges verändert: Heute lockt die wenig attraktive Hasepartie eher Enten denn Freizeitpaddler an.

Als der Fotograf Wilhelm Piepmeyer den Blick von der Brücke am Neumarkt auf den Haselauf einfing, war der Fluss schon zu einer Abwasserrinne verkommen, von der bei Niedrigwasser üble Gerüche ausgingen. Die Brücke, von der aus der Fotograf den Stadtfluss aufnahm, wurde nach der Eröffnung des Hannoverschen Bahnhofs im Jahr 1855 als direkte Verbindung zwischen Neustadt und Bahnhof angelegt. Es war die erste Brücke der Stadt, die infolge der neuen Verkehrsanforderungen des Industriezeitalters gebaut wurde.

Von der Brücke an der Bahnhofstraße (heute Wittekindstraße) konnte man um 1900 noch ungehindert bis zum Hauptbahnhof blicken, der schemenhaft im Hintergrund zu erkennen ist. Der hoch aufragende Schornstein in der Bildmitte gehörte zu der Weberei Hammersen an der Goethestraße.

Damals verfügten viele Anwohner noch über einen direkten Zugang zur Hase. Die kleinen Bootsanleger und Holzstege, die links und rechts am Uferrand der Hase zu sehen sind, sind längst verschwunden.

Über die Jahre hat sich hier - durch diverse Baumaßnahmen und infolge der Schäden des zweiten Weltkrieges - einiges verändert. Der weite Blick über die Hase ist heute durch Gebäude verstellt. Aber die Stadt bemüht sich, den < Haseuferweg vom Neumarkt bis zum Hauptbahnhof auszubauen. Bisher scheiterte das Projekt an einigen fehlenden Grundstücken.

Die historische Fotografie zeigt auf der linken Flussseite einen schlichten Bau mit Rundbogenfenstern. Das Gebäude gehörte zu der Handlung für technische öle und Fette von Gustav Blömker. An der Stelle steht heute eine Tiefgarage der Sparkasse Osnabrück.

Zeitreise

Das kleine Haus, das am rechten Flussufer zu sehen ist, gibt es heute noch, zerstört wurde hingegen das ebenfalls am rechten Ufer nicht mehr abgebildete Kisling' sche Verlagshaus, das 1863 direkt an der Hase errichtet wurde. Das Gebäude wurde während des zweiten Weltkrieges zerstört, nur ein Teil des ursprünglich mehrstöckigen Baus wurde erhalten. Hier sind heute eine Konditorei und ein Restaurant untergebracht.

Die einst schmale Neumarktbrücke wurde 1925 verstärkt und verbreitert, damit ein zweites Straßenbahngleis über den einst bogenförmigen Brückenbau verlegt werden konnte. Das zweite Gleis war nötig geworden, da nach der Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke nach Schinkel der Verkehr erheblich zugenommen hatte.

Fotountertitel:

Bis zum Hauptbahnhof konnte man um 1900 von der Hasebrücke am Neumarkt blicken.
Das Foto von Wilhelm Piepmeyer haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück". Band 3, entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Nüchterne Fassaden bestimmen heute den Blick auf die Hase. Immerhin dürfte das Wasser sauberer sein als um 1900.
Autor:
Birte Tost


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