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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Kunst am Niedersachsenbad - wohin damit?
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke wollen zwei Werke im Hafen einlagern - Das dritte wird voraussichtlich zerstört
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kunst am Niedersachsenbad - wohin damit?

Stadtwerke wollen zwei Werke im Hafen einlagern - Das dritte wird voraussichtlich zerstört

Von Rainer Lahmann-Lammert

OSNABRÜCK. Die Stadtwerke kümmern sich nicht nur um Gas, Wasser und Nahverkehr, sondern auch um die Kunst. Zumindest um die Kunst am Bau, die übrig bleibt, wenn das Niedersachsenbad abgerissen wird. Aber wohin damit? Fürs Erste in ein Zwischenlager.

Drei künstlerische Arbeiten wurden 1965 - ein Jahr vor der Fertigstellung - für das Hallenbad von einer Jury ausgesucht und für zusammen 48000 Mark angekauft. Damals eine Stange Geld. Und das, obwohl Kunst am Bau keineswegs unumstritten war. Alle drei Künstler kamen wie der Architekt Gustav Wessels aus dem Raum Bremen:

Der Bildhauer Claus Homfeld (Jahrgang 1933) gestaltete das Wandrelief aus geschweißtem Aluminiumblech an der Fassade über dem Eingang. Schon wegen seiner Größe von 13, 5 m x 2, 4 m ist dieses plastische Werk ein Blickfang. Zudem war es mit 25000 Mark die teuerste Arbeit. Anfangs hatte es Überlegungen gegeben, ein preiswerteres Betonrelief zu fertigen. Um die Kosten im Rahmen zu halten, entschied man sich für die teurere Alumini-um-Variante, verzichtete aber auf ein Sgraffito-Fries in der Schwimmhalle. Wohin nun mit der raumgreifenden Homfeld-Plastik? Nach Auskunft von Stadtwerke-Prokurist WernerTegeler soll das Aluminium-Relief vorsichtig demontiert und in einer Halle im Hafen eingelagert werden, bis sich möglicherweise eine neue Verwendung anbietet. Der Bremer Bildhauer, der das Relief vor über 40 Jahren geformt hat, weiß auch keinen besseren Rat. " So etwas stellt man sich ja nicht ins Wohnzimmer", sagt Claus Homfeld. Er ist immerhin froh, dass sein Werk nicht mit dem Abbruch " heruntergebombt" wird, wie er es ausdrückt.

Von dem Grafiker Hans-Albrecht Schilling (Jahrgang 1929) stammt das Resopal-Wandbild in der Eingangshalle des Bades. Das geometrische Muster auf einer 9 x 3, 5 m großen Fläche lässt Raum zu allerlei Interpretationen. Auch dieses Wandbild, das damals für 15000 Mark angekauft wurde, soll im Hafen zwischengelagert werden. Der Künstler Hans-Albrecht Schilling, von unserer Zeitung darauf angesprochen, weiß auch keine bessere Lösung. " So hat alles seine Zeit", lautet sein Kommentar, und er fügt hinzu: " Diese Resopal-Dinger halten ja ziemlich lange."

Zerstört wird voraussichtlich das bunte Keramik-Wandbild in der Schwimmhalle, das Walter Niemann (Jahrgang 1915) kreiert hat. Die in geometrischen Formen angeordneten Keramikkacheln sind an der Wand der Lehrschwimmhalle angebracht. Mit diesem Werk für 8000 Mark sollten vor allem Kinder angesprochen werden. Die Stadtwerke sehen jedoch keine Chance, dieses heitere Motiv zu erhalten.

Ein Blickfang: Dieses Wandrelief aus geschweißtem Aluminium hat der Bremer Künstler Claus Homfeld 1965 gestaltet. Jetzt wird es abmontiert und eingelagert.
Foto: Michael Hehmann

Resopal-Kunst: Dieses Wandbild von Hans-Albrecht Schilling soll ebenfalls in einem Magazin verschwinden. Foto: Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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