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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nüchterner Charme der 60er
Zwischenüberschrift:
Die Johannisstraße aus der Blickrichtung Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nüchterner Charme der 60er

Die Johannisstraße aus der Blickrichtung Neumarkt

Von Birte Tost

OSNABRÜCK. Als die Ansichtskarte um 1914 aufgenommen wurde, hatte der Neumarkt noch Platzcharakter. Der Platz wurde nach Westen begrenzt durch die hier abgebildete Johannisstraße, die Große Straße und den Neuen Graben, der in jenen Jahren noch eine schmale Straße war.

Der Einblick vom Neumarkt in die Johannisstraße lässt vermuten, dass es hier um 1914 noch ein wenig beschaulicher zuging. Doch schon damals war der Neumarkt eine verkehrsreiche Nahtstelle: Bis 1913 fand auf dem Platz, vor dem Justizgebäude regelmäßig der Wochenmarkt statt. Dann wurde der Markt zum Ledenhof verlegt, denn durch zunehmenden Verkehr und die über den Neumarkt führende Straßenbahn war ein Wochenmarkt auf dem Platz zu gefährlich geworden.

Am rechten Bildrand ist das Eckhaus Neuer Graben Nr. 1 zu erkennen, in dem " Schlüters Cigarren" angeboten wurden. Zwischen dem Zigarrenhaus " Schlüter & Sohn" und dem zweigeschossigen " Hotel Bavaria" befand sich der Eingang zum Neuen Graben. Bis nach 1945 war die Straße eine schmale Straße. Erste Pläne zur Umgestaltung des Neumarkus und zur Verbreiterung des Neuen Grabens entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, seine heutige Gestalt bekam der Bereich aber erst nach 1960.

Neben dem lang gezogenen " Hotel Bavaria" (später Bayrischer Hof mit Bürgerrestaurant " Stadtschänke") befand sich die Porzellan- und Glaswarenhandlung Wilhelm Fischer (Johannisstraße 65). Später zog das Geschäft " Büroeinrichtungen Vordemfelde & Scherz" in das Gebäude mit dem Erkertürmchen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lag der Gasthof Joseph Hülsmann. Das Wirtshaus stammte aus dem Jahr 1555 und konnte auf eine lange Tradition zurückblicken. Es beherbergte schon Gesandte während der Aushandlung des Westfälischen Friedens. Im Jahr 1935 übernahm Fritz Meyer den Betrieb. Die Familie Meyer errichtete nach Zerstörung des historischen Gebäudes im Jahr 1944 auf dem Grundstück ein neues Gebäude, in dem die Gaststätte " Gerichtsklause" und ein Hotel eingerichtet wurden. Beide gibt es heute noch.

Zeitreise

Auch sonst überstanden nicht viele Häuser des Straßenzugs den Zweiten Weltkrieg. Zu den schönen Gebäuden an dieser Straße zählt die ehemalige Mohrenapotheke mit ihrer klassizistischen Fassade aus Sandstein (Johannisstraße 51-53). Das Eckhaus am Eingang zur Seminarstraße erinnert ebenfalls an frühere Zeiten. Das markante Fürstenberg' sche Haus wurde durch einen schlichten Neubau ersetzt, in dem sich heute ein Drogeriemarkt befindet.

Kaum wiederzuerkennen ist der Eingang zur Johannisstraße. den die Ansichtskarte aus der Zeit vor 1914 zeigt. Viele Gebäude dieses Straßenzuges gibt es längst nicht mehr. Die Postkarte ist dem Buch " Alt-Osnabrück", Band 1. entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Heute sieht die vom Neumarkt abzweigende Johannisstraße anders aus. Nüchterne Gebäude ersetzen jene Hauser, die wahrend des Zweiten Weltkriegs zerstört wurden. Foto: Jörn Martens
Autor:
Birte Tost


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