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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Einst beliebte Flaniermeile
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Am Heger Tor quält sich heute der Autoverkehr durch die Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einst beliebte Flaniermeile

Am Heger Tor quält sich heute der Autoverkehr durch die Stadt

Von Birte Tost

OSNABRÜCK. So idyllisch wie auf der handkolorierten Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 geht es an der Einmündung zur Lotter Straße längst nicht mehr zu. Auf dem mehrspurigen Heger-Tor-Wall und der einst von Linden gesäumten Lotter Straße pulsiert heute der Stadtverkehr.

Zeitreise

Um 1900 reichte noch eine schmale Fahrbahn für den öffentlichen Verkehr aus. In jenen Jahren war der Wall mit seiner begrünten Promenade noch eine beliebte Flaniermeile für Sonntagsausflügler. Im Jahr 1906 hielt hier die Moderne Einzug: Ab 31. Januar rollten die ersten " Elektrischen" über die Gleise an der Lotter Strafe. Mit beschaulichen 15 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit chauffierten die ersten Straßenbahnen ihre Passagiere durch die Stadt.

Die Straßenbahngleise sind inzwischen wieder verschwunden, und die Lotter Straße und der Wall wurden für den Verkehr ausgebaut. Eine der ältesten Verkehrsadern der Stadt fiel der Modernisierung glücklicherweise nicht zum Opfer: die Heger Straße, die gleich hinter dem Heger Tor beginnt.

Das Heger Tor wird fälschlicherweise oft als ein erhaltenes Stadttor bezeichnet. Die ursprüngliche Heger-Tor-Bastion aber wurde 1815 abgebrochen. An derselben Stelle wurde 1817, zwei Jahre nach der Schlacht bei Waterloo, das von Gerhard Friedrich von Gülich gestiftete " Waterloo-Tor" errichtet, das an die Tapferkeit des Osnabrücker Landwehrbataillons in der Schlacht erinnern sollte. Die Plattform des aus Sandsteinquadern errichteten Triumphbogens bietet einen sehenswerten Blick in die mittelalterlich geprägte, verwinkelte Osnabrücker Altstadt.

Das rechts im Bild zu sehende Akzisehaus ist hingegen wirklich das letzte von insgesamt fünf Torhäusern, das erhalten werden konnte. In dem 1817 im zeitgemäßen klassizistischen Stil errichteten Gebäude wurde früher Wegzoll erhoben.

Ab 1894 war in dem Haus mit den vorgelagerten Sandsteinsäulen die " Zweigpostanstalt" des Kaiserlichen Postamtes untergebracht, heute hat sich hier der Museumsladen des Kulturgeschichtlichen Museums / Felix-Nussbaum-Haus eingerichtet.

Vor 100 Jahren: Die handkolorierte Ansichtskarte erinnert an Zeiten, in denen der Kreuzungsbereich Kanzlerwall (heute Heger-Tor-Wall) / Lotter Straße noch eine beschauliche Ecke war, die Ausflügler zum Flanieren einlud.

Der gleiche Blickwinkel heute: Hier pulsiert der Stadtverkehr auf ausgebauten Fahrbahnen. Nur das Akzisehaus und das Heger Tor erinnern an frühere Zeiten. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Birte Tost


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