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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Schnee zu Pfingsten, die Stimmung kippte
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Was kann Osnabrück von der Münchner BUGA lernen?
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Schnee zu Pfingsten, die Stimmung kippte

Was kann Osnabrück von der Münchner Buga lernen?

Von Joachim Dierks

OSNABRÜCK. Das Besucherziel um 700 000 verfehlt, eine zusätzliche Lücke von zwei Millionen Euro im Budget der Stadt München: Unerwartet offen und selbstkritisch fiel die Bilanz von Hanspeter Faas zur Bundesgartenschau 2005 in München aus. Der ehemalige Buga-Geschäftsführer sprach auf Einladung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück.

Als " Grüner" stellte Faas sich vor, da er Gärtner gelernt habe, schon vor München einige Landesgartenschauen verantwortet habe und nun die Buga 2011 in Koblenz organisieren werde. " Von daher werden sie von mir kein Referat erwarten, das Gartenschauen grundsätzlich infrage stellt", stimmte Faas die 200 Zuhörer im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) ein.

Doch er verschwieg nicht, dass die " kühle, kalte, eckige" Architektur des landschaftsparks viele Besucher nicht angesprochen habe, dass das Gelände zu groß und die Wege zu weit gewesen seien, dass die " zu verkopfte" Darstellung des Themas Nachhaltigkeit diejenigen verschreckte, die wogende Blütenmeere erwartet hatten.

Aus dem " schönsten Sommer aller Zeiten", so der vollmundige Buga-Werbeslogan, wurde nichts. Schlechtwetterperioden drückten die Besucherzahlen, zu Pfingsten gab es Schnee. Und dann sei die zunächst positive Stimmung gekippt. Auch in der Presse. Dafür genügte eine Schlagzeile über einem ansonsten sehr sachlichen dpa-Interview, die bundesweit in allen Redaktionen begierig aufgegriffen wurde: " Sag mir, wo die Blumen sind."

Waren die umweltpädagogischen Ziele der " Themengärten" zunächst noch wohlwollend erläutert worden, so mehrten sich jetzt kritische Stimmen. Der " Spiegel" unterstellte ihm gar, er wolle die älteren Besucher, die Blumen sehen wollten, systematisch vergraulen. Diese öffentliche Diskussion habe die Buga sicherlich einige hunderttausend Besucher gekostet.

" Wir wissen, was wir heute inhaltlich und in der Kommunizierung der Inhalte besser machen würden", räumte Faas ein. Doch die sprunghaften Entwicklungsfortschritte, die die Buga der Landeshauptstadt und dem Umland gebracht habe, könne jetzt im Folgejahr schon jedermann spüren. " München stand vor einer gewaltigen Konversionsaufgabe, die ohne Buga erst viele Jahre später gelöst worden wäre."

Gemeint ist die Umwandlung von Brachflächen des ehemaligen Flughafens Riem zu neuen sinnvollen Nutzungen. Ein Drittel davon wurde zu Gewerbeflächen einschließlich der Neuen Messe, ein weiteres Drittel wurde mit Wohnhäusern bebaut, und das letzte Drittel, nämlich das eigentliche Buga-Gelände, wurde mit 200 Hektar zum größten Landschaftspark Münchens. Der war den Münchner Stadtvätern 65 Millionen Euro wert, die sie neben ihrem Anteil am Buga-Haushalt (zehn Millionen) aufgewendet haben.

" Dennoch war die Buga ein Gewinn für München", resümierte Faas. 56 Millionen Euro haben Buga-Besucher außerhalb der Buga in München ausgegeben. " Gastronomie und Einzelhandel haben vom schlechten Wetter profitiert." Denn manch einer, der wegen der Buga angereist war, sei wegen Dauerregens lieber in der Innenstadt geblieben.

Faas zeigte sich überzeugt, dass in einer kleineren Stadt wie Osnabrück die Buga einen viel höheren Stellenwert einnehmen werde als in München, da es hier weniger konkurrierende Großveranstaltungen gebe. Die Konzentration aller Kräfte auf das große Ziel werde hier viel besser gelingen als in München, das mehr auf die Fertigstellung der Allianz-Arena und auf die Fußball-WM geschaut habe als auf die Gartenschau.

Kühl, eckig und verkopft: Um die Münchner Bundesgartenschau 2005 ging es in der DBU.
Autor:
Joachim Dierks


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