User Online: 1 | Timeout: 14:46Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Millionen neue Mitarbeiter
Zwischenüberschrift:
100 Jahre Nahverkehr: Umweltschutz wird großgeschrieben
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Millionen neue Mitarbeiter

100 Jahre Nahverkehr: Umweltschutz wird groß geschrieben

OSNABRÜCK. " Bei Umfragen hat sich herausgestellt, dass Umweltschutz für unsere Fahrgäste nicht die oberste Priorität hat", räumt Hans Seeger ein. Dennoch wird diesem Aspekt bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen immer eine große Bedeutung beigemessen. " Schon Anfang der 90er Jahre setzten wir als eines der ersten deutschen Verkehrsunternehmen auf schwefelarmen Kraftstoff", erklärt der Leiter der Abteilung Verkehrstechnik. " Und seit 2001 fahren wir dank CRT-Filtertechnik wolkenlos mit fast schwefelfreiem Kraftstoff durch Osnabrück."

Die Erfahrungen damit seien ausgezeichnet? " Ein Fahrzeug mit CRT-Filter produziert nur 3, 5 Kilogramm schädlicher Emissionen pro Jahr gegenüber 150 Kilogramm bei einem Fahrzeug ohne diese Technik. Das heißt, die Wolkenlos-Busse" ersparten der Umwelt während ihrer Einsatzzeit insgesamt etwa 35 Tonnen schädlicher Emissionen."

So seien die Busse der Stadtwerke bestens gerüstet für die Zukunft: " Der EURO IV, der neuen europäischen Schadstoffnorm, die ab Oktober dieses Jahres gilt, kommen wir damit schon sehr nahe", so Seeger zuversichtlich.

Für zukünftige Busgenerationen wird die Latte jedoch noch höher gelegt. Ab Oktober gilt die Euro IV, 2009 kommt die EURO V, um die Stickoxid-Emissionen weiter zu senken. " Welche Technik bis dahin die beste ist, muss sich noch zeigen. Zurzeit konkurrieren Abgasruckführungssysteme (AGR) mit einem neuen Verfahren, bei dem eine wässrige Harnstofflösung aus einem separaten Tank direkt in den Abgasstrang eingespritzt wird." Bei dieser so genannten selektiven katalytischen Reduktion (SCR) werden Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Die baulichen Voraussetzungen für dieses System sind beim neuen Betriebshof bereits berücksichtigt worden. Nun gilt es, wie bei anderen technischen Neuerungen auch, abzuwägen: Wird modernste Technik mit dem Risiko gekauft, dass sie noch nicht voll ausgereift ist, oder wird lieber die Erfahrung anderer abgewartet, gilt dann aber als wenig innovativ?

" Wir werden beide Systeme unter die Lupe nehmen, bevor wir uns entscheiden", erklärt Seeger. Bereits seit 33 Jahren erlebt und gestaltet der Experte bei den Stadtwerken solche Entscheidungsprozesse mit. Das hat ihn auch privat geprägt: " Ich würde mir nie ein Auto kaufen, in dem nur innovative Technik steckt. Das Risiko sich damit " Kinderkrankheiten" einzufangen, ist zu groß."

Nicht nur bei der Anschaffung der Fahrzeuge machen sich die Stadtwerke für die Umwelt stark. " Mehrere Millionen neuer Mitarbeiter kümmern sich bei uns rund um die Uhr um sauberes Wasser", schmunzelt der 59-Jährige. In der biologisch-physikalischen Wasserrückgewinnungsanlage im neuen Betriebshof kommen neben mechanischen Prozessen auch Millionen von Bakterien zum Einsatz. Bei etwa 10000 Litern Wasser, die in Werkstatt und Waschanlage täglich verbraucht werden, rechne sich das: 80 Prozent des Wassers würden zurückgewonnen und dann mit Regenwasser aus der 20000-Liter-Zisterne ergänzt.

Auch in Sachen Energieverbrauch seien die Stadtwerke auf umweltbewusstem Sparkurs. Der neue Betriebshof wurde an das bereits bestehende Blockheizkraftwerk gehängt, so dass dieses optimal ausgenutzt wird. " Über die Nutzung der Abwärme konnten wir unseren CO2-Austoß drastisch senken", so Seeger.

Besonders effektiv beim Energiesparen sei die neue Abstellhalle: Dank spezieller Doppelverglasung kommt das Licht herein, aber die Kälte bleibt draußen. " Diese Halle heizen wir gar nicht. Und das ist immer noch die beste Art des Energiesparens", ist der Fachmann zufrieden.

Luftverbesserung durch CRT-Technik

Der CRT-Fllter arbeitet mit einem Oxidationskatalysator, in dem die Abgase - also Kohlenwasserstoff. Kohlenmonoxid und Stickstoffmonoxid - zu Stickstoffoxid oxidiert werden. Im zweiten Schritt wirkt dieses Stickstoffoxid als Sauerstoffträger und sorgt bei einer Abgastemperatur von mindestens 350 Grad für eine kontinuierliche Verbrennung des Rußes im Partikelfilter. Daher hat das System auch seinen Namen: CRT steht für Continuous Regenerating Trap. Mithilfe des CRT-Filters wird die Partikelmasse der Emissionen um 95 Prozent reduziert. Etwa die Hälfte aller Busse der Stadtwerke Osnabrück ist mit CRT-Technik ausgerüstet. Die ersten Fahrzeuge sind bereits seit 2001 im Einsatz, einige ältere Busse konnten nachgerüstet werden. Die Bedingung dafür: Der Ölverbrauch der Motoren darf nicht zu hoch sein, sonst setzt sich der Filter zu schnell zu.

Einen CRT-Dieselfllter zerlegen Heinz Balke. Werkstattleiter bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke (links), und Kfz-Mechaniker Reimund Huchtkemper. Foto: Detlef Heese

Von der Elektrischen zum Bus

Nächster Halt..., die Festschrift der Stadtwerke Osnabrück zur Feier des 100-jährigen Bestehens des Osnabrücker Nahverkehrs kam gestern druckfrisch vom Klebebinder der Druckerei Fromm. Das Buch enthalt spannende Geschichten über 100 Jahre Nahverkehr, über die Menschen, die mitfuhren, über die Zeiten der " Elektrischen" und die des Omnibusses.

Den 132 Seiten liegt eine DVD mit Film bei. Das Werk ist für 14.90 Euro im Buchhandel, bei der Neuen OZ. den Stadtwerken und der Nordwestbahn erhaltlich. Die Beteiligten waren beim Stapellauf dabei (v.l.): Holger Schwetter. Sandra Joachim-Meyer. Georg Landvogt. Beate Nakamura. Torsten Pracht. Stephan Rolfes. Jörg Segebarth und Detlef Heese.
Foto: Martens


Anfang der Liste Ende der Liste