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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Des Teufels Bett von wilden Sträuchern zugewuchert
Zwischenüberschrift:
4000 Jahre altes Naturdenkmal "Teufelssteine" in Voxtrup kaum noch erreichbar - Im August setzt Stadt die Sense an
Artikel:
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Originaltext:
Des Teufels Bett von wilden Sträuchern zugewuchert

4000 Jahre altes Naturdenkmal " Teufelssteine" in Voxtrup kaum noch erreichbar - Im August setzt Stadt die Sense an

Voxtrup (sfe)
Von wilden Strauchern völlig zugewuchert liegen auf einer Erhebung südlich des Heidewegs die Teufelssteine. Die über 4000 Jahre alte Grabkammer ist nur schwer zu entdecken, die Steine der Einfassung im Dickicht verborgen; schon der Weg dorthin gleicht einem Urwaldtripp.

Als Kind hat Wolfgang Grumpe oft Wanderungen oder Radtouren zu den Teufelssteinen gemacht. " Meistens gab es dann ein Picknick", erinnert er sich. Heute ist das Naturdenkmal als Ausflugsziel denkbar ungeeignet: Mit dem Rad ist es kaum noch anzusteuern, zu Fuß nur schwer zugänglich, ein Pfad fast nicht mehr erkennbar.

Auch die Steine selbst sind in keinem guten Zustand: völlig zugewachsen, mit Moos, Tannennadeln und Blättern bedeckt. " Früher konnte man noch herumgehen und sich auf eine der Bänke setzen", erklärte Grumpe. Die seien zwar noch da, liegen nun aber mitten im dichten Gestrüpp. Zu dem jungsteinzeitlichen Großsteingrab, das unter anderem einst auch den Namen Teufelsbett erhielt, kommen heute kaum noch Besucher. Viele wissen gar nicht, wo sich die Teufelssteine befinden: Weit und breit kein Schild, das den Weg weist oder Informationen gibt.

Die Stadt ist ebenfalls unzufrieden mit der Situation und verspricht, Abhilfe zu schaffen. " Leider sind die Teufelssteine bei uns aus dem Blickfeld geraten", bedauerte Helmut Schmitz, Leiter des Fachdienstes Naturschutz und Landschaftsplanung. Vor zwei Jahren sei hier das letzte Mal etwas getan worden.

Da wegen der Brutzeit im Moment keine Möglichkeit bestehe, in den Naturkreislauf einzuschreiten, wolle sich die Behörde im August selbst eine Ausnahmegenehmigung erteilen, die Sense anzusetzen und das Denkmal wieder freizulegen.

Auch die Stadt- und Kreisarchäologie befasst sich mit dem Thema, ist allerdings mit der Betreuung der 41 Großsteingräbern in der Region überlastet. " Bei vielen fehlt es an vernünftiger Präsentation", sagt Leiter Bodo Zehm. Denn das Aufstellen von Hinweisschildern und die Pflege müssen erst finanziert werden. " Das geht meist nur mithilfe privater Initiativen", erklärte Zehm. Nach und nach sollen die Großsteingräber aber auf Vordermann gebracht werden.

ALS KIND BESUCHTE Wolfgang Grumpe regelmäßig dieTeufelssteine. Heute ist zu dem eingewucherten Naturdenkmal kaum noch ein Durchkommen. Foto: Uwe Lewandowski

Zur Sache: Die Teufelssteine

Viertausendjahre altes Hünengrab in Voxtrup - ein Tragstein fehlt

Auf einer Erderhebung 100 Meter südlich der nach Bünde führenden Eisenbahnschienen und des Heidewegs, im Stadtteil Voxtrup liegt das Großsteingrab " Teufelssteine". Es ist eines von 41 Großsteingräbern der Region und gilt als Naturdenkmal. Weitere Namen, die der Volksmund den Steinen gegeben hat, lauten: Düvelsteine, Teufelsbett oder Lehzensteine.

Denn 1822 wurden die Teufelssteine von den Schinkeler Markgenossen dem Consistorialdirektor und Markenteilungscommissär Lehzen geschenkt. 1853 kaufte der Staat die Teufelssteine. Angelegt wurde das Hünengrab in der Jungsteinzeit. Archäologen ordnen es in die tiefstichkeramische Gruppe der Trichterbecherkultur ein - zwischen 2700 und 2150 vor Christus. Bis auf einen Stein der südlichen Langwand, sind alle Tragsteine der sechsjochigen Kammer noch heute vorhanden. Auch von einem Deckstein fehlt jede Spur. Der östliche liegt noch auf, vier weitere Decksteine sind in die Kammer gestürzt. Von der Einfassung sind noch 14 Steine erhalten.
Autor:
sfe


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