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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wuchtig, schön und ein Symbol
Zwischenüberschrift:
Die alte Synagoge
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Als " wuchtig und schön" beschrieb 1931 die Osnabrücker Tagespresse die Synagoge in der damaligen Rolandstraße. Doch von dem 1906 eingeweihten Gebäude ist heute nichts mehr zu sehen: Es wurde in der Reichspogromnacht zerstört. Seit dem 9. November 2004 erinnert an seiner Stelle eine Gedenkstätte an das Gebäude, nach dem in den 80er Jahren auch die Straße benannt wurde.

" Das Innere der Synagoge wurde zerstört und ausgebrannt", schrieb die Osnabrücker Tagespresse im November 1938. Bereits am 10. November verfügte der damalige Oberbürgermeister Dr. Erich Gaertner den Abriss des Gotteshauses.

Zu der schnellen Entscheidung mag auch beigetragen haben, dass Gaertner bereits ein halbes Jahr vor dem Brand mit dem Gedanken gespielt hatte, das damals völlig intakte Gebäude abzureißen. Er schlug vor, auf dem Grundstück der Synagoge direkt neben der Bezirksregierung ein Gebäude für- die Gestapo zu errichten.

Die Gestapo hatte damals ihr Hauptquartier im Schloss und plante, im Schlossgarten einen Fahrzeugschuppen zu errichten. Genau auf dem Gelände, das heute zwischen Stadthalle und Uni-Keller liegt. Mit seinem Vorschlag wollte Gaertner das verhindern.

Sein Plan war, stattdessen das Synagogengrundstück von der jüdischen Gemeinde zu erwerben, die er als " nicht mehr leistungsfähig" bezeichnete, und hier ein Ausweichquartier zu bauen. Anschließend sollte es an den Staat verkauft werden.

Zeitreise

Die Synagoge errichtet hatte ein Kölner Architekt. Das 34 Meter hohe Gebäude war von einer mächtigen Kuppel gekrönt. Platz bot es für 200 Frauen und 150 Männer. 80 weitere Plätze gab es im Chorraum. Bei seiner Einweihung wurde es als ,, Zierde der Stadt" und " Tempel des Friedens" gefeiert.

Nach dem Abriss der Synagoge ging der Handel um das Grundstück weiter. Es gelangte zwar 1945 wieder in den Besitz der jüdischen Gemeinde, aber die Bezirksregierung arbeitete dagegen an, und so war es ihr möglich, hier im Jahr 1956 einen Erweiterungsbau fertig zu stellen. Heute befindet sich auf einem Teil des Grundstücks ein Parkplatz.

Eingezäunt wird er auf der Seite der Alte-Synagogen-Straße von 161 individuell angefertigten Metallstäben. Sie gehören zur Gedenkstätte " Alte Synagoge" und symbolisieren die 161 Osnabrücker, die wegen ihres jüdischen Glaubens in der Nazi-Zeit ermordet wurden.

Die Gedenkstätte verknüpft mit verschiedenen Symbolen die Vergangenheit mit der Hoffnung. So befindet sich hier ein Davidstern, dessen liegende Hälfte auf die Zerstörung durch die Nazis hinweist. Der nach oben gerichtete Teil symbolisiert die Hoffnung.

Vor der Errichtung der Gedenkstätte wurden Kränze an der Bezirksregierung nieder gelegt und damit an dem Ort, von dem aus die Auslöschung der jüdischen Gemeindebetrieben wurde, wie Hans-Jürgen Fip bei der Einweihung anmerkte.

Am Standort der Synagoge erinnert heute eine Gedenkstatte an das abgebrannte Gebäude. Foto: Michael Hehmann

Die alte Synagoge steht heute nicht mehr. Sie wurde in der Reichspogromnacht 1938 von Nazis angezündet und nach der Verwüstung abgerissen. Foto: Ansichtskarte, J. H. Evering
Autor:
Marie-Luise Braun


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