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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Stadthalle und Hotel in einer Hand
Zwischenüberschrift:
Neue Pläne für den neuen Graben
Artikel:
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Originaltext:
Stadthalle und Hotel in einer Hand

Neue Pläne für den Neuen Graben

rll/ dk OSNABRÜCK. Die Stadt hat einen potenziellen Investor für ein Kongresshotel am Neuen Graben gefunden. Anders als bisher geplant, soll der Hotelbetreiber auch die Stadthalle übernehmen. Dafür zahlt ihm die Stadt einen Zuschuss. Ihre Interessen will sie mit einem Sitz in der Betreibergesellschaft wahren.

Für ein Kongresshotel am Standort des alten Gewerkschaftshauses hat sich Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip seit Jahren stark gemacht. Bislang ohne Erfolg. Aber jetzt, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, bahnt sich eine Lösung an. Heute will der Aufsichtsrat der Osnabrücker Veranstaltungs- und Kongress GmbH (OVK) die Weichen stellen. Die Sitzung sollte eigentlich schon vor 14 Tagen stattfinden, wurde aber auf Grund der neuen Entwicklungen verschoben.

" Wir wollen die Aktivitäten bündeln"
Hans-Jürgen Fip, Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Fip bestätigte gestern, dass Stadthalle und Kongresshotel zusammengelegt werden sollen: " Das ist richtig. Wir wollen die Aktivitäten bündeln." In anderen Städten sei es durch vergleichbare Kooperationen gelungen, die Zahl der Kongresse um 40 Prozent zu erhöhen.

Das Hotel soll dem Vernehmen nach eine direkte und vor allem trockenen Fußes zu überwindende bauliche Anbindung an die Stadthalle bekommen. Gleichzeitig dürfen Investor und Betreiber auf eine Tiefgarage hoffen, als Erweiterung der bisher begrenzten Parkmöglichkeiten unter der Stadthalle. Die Tiefgarage ist bereits in den Bebauungsplan aufgenommen, stellt folglich kein bürokratisches Hindernis mehr dar.

Was bleibt, ist die Frage der Finanzierung. Die Stadthalle schreibt seit jeher rote Zahlen. Insider rechnen nicht damit, dass sie unter den gegebenen Voraussetzungen (Lage, Platzangebot, fehlende Hotel nähe) kostendeckend arbeiten kann. Wenn eine Betreibergemeinschaft die Stadthalle übernimmt, dann wohl nur unter einer Voraussetzung: " Ohne Zuschuss der Stadt wird es nicht gehen", sagt Franz-Josef Schwack, der Aufsichtsratsvorsitzende der OVK, fügt aber hinzu: " Ziel ist es, diesen Zuschuss zu minimieren." Die neue Struktur biete immerhin Chancen, das Defizit zu senken.

So ließen sich durch eine Zusammenlegung Synergien erzielen, vermerkt Schwack. So könne das Personal wechselseitig eingesetzt werden, und die Frage der Konkurrenz zwischen Hotel- und Stadthallengastronomie stelle sich gar nicht erst. Über die konkrete Zuschusshöhe ist den Verantwortlichen nichts zu entlocken. " Es wird noch gerechnet", lautet der Kommentar.

" Ohne Zuschuss der Stadt wird es nicht gehen"
Franz-Josef Schwack, OVK-Aufsichtsrat

Sollte der komplette Hallenbetrieb, wie von der Stadt favorisiert, an den Hotelier wechseln, wäre damit das Kerngeschäft der OVK erloschen. Die städtische Gesellschaft könnte aus dem Register gelöscht werden, und die Mitarbeiter hätten im Zuge derÜbernahme plötzlich einen neuen Arbeitgeber.

Natürlich will die Stadt auch in Zukunft mitentscheiden, wenn es um die Stadthalle geht. Dafür reiche aber ein Sitz in der Betreibergesellschaft aus, meint der Aufsichtsratsvorsitzende der OVK. Aus personellen Gründen ist der Zeitpunkt günstig für eine Neuordnung. Stadthallen-Geschäftsführer Günter Valjak geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Die Bewerbungsfrist für die Stelle ist im Juni abgelaufen. Ob überhaupt einer der Kandidaten unter den neuen Voraussetzungen zum Zuge, kommt ist fraglich.

Seit vier Jahren steht das Gewerkschaftshaus leer. Jetzt soll es einem Kongresshotel weichen.
Foto: Michael Hehmann

KOMMENTAR
Von Dietmar Kröger

Die hässliche Braut

Von der hässlichen Braut war in der Vergangenheit oft die Rede, die der Brautvater einfach nicht unter die Haube bringen konnte. Es erscheint mehr als logisch, dass der Herr Papa seiner ungeliebten Tochter nun eine Mitgift auf den Weg mitgibt, um sie attraktiv zu machen. Die Rede ist von einer Tiefgarage und dem Betrieb der Stadthalle inklusive Zuschuss für die zu erwartenden roten Zahlen.

Bevor nun ein Aufschrei des Entsetzens durch die Stadt geht, sei daran erinnert, dass - unabhängig von der Person des Oberbürgermeisters und seinem ebenso unbestrittenen wie kritisierten Talent, die Dinge geschickt einzufädeln - das Gewerkschaftshaus seit Jahren der Stadt nicht gerade zur Zierde gereicht.

Dass Fip alle Register gezogen hat, damit den Investoren ihre Investitionen auch Spaß machen, ist legitim. Und die Stadthalle ist ohnehin ein defizitäres Geschäft und verlangt Jahr für Jahr einen Zuschuss. Auch für die Ansiedlung des Remarque-Hotels ist die Stadt ins finanzielle Risiko gegangen.

d.kroeger@ neue-oz.de
Autor:
rll, dk


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