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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Unterwegs mit der Elektrischen
Zwischenüberschrift:
Die Straßenbahn brachte Osnabrücker 54 Jahre durch die Möserstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Unterwegs mit der Elektrischen

Die Straßenbahn brachte Osnabrücker 54 Jahre durch die Möserstraße

OSNABRÜCK. " Lotterstrasse" steht in großen Lettern auf der Straßenbahn, die im Jahr 1908 durch die Möserstraße fuhr. Vom Hauptbahnhof kommend, der schemenhaft ini Hintergrund des Fotos zu sehen ist, fährt sie ihre Passagiere in Richtung Neumarkt zur Lotter Straße. Dort befand sich der Betriebshof der Straßenbahn.

Am linken Bildrand zu sehen ist ein mit Bäumen begrenzter Platz, der damals nach Goethe benannt war.

Zeitreise

Das kleine Kiosk-Gebäude und das Haus im Hintergrund gibt es heute nicht mehr. Die Front der Häuserzeile auf der rechten Seite des alten Fotos ist üppig verziert mit Türmchen, Erkern und Giebeln.

Erst zwei Jahre bevor das Bild entstand, rappelte die erste Straßenbahn auf ihren Schienen über das Osnabrücker Kopfsteinpflaster: Am 31. Januar 1906 war das, also fast exakt vor 100 Jahren. Zehn Pfennig kostete damals eine Fahrt. Bezahlen konnten sie jedoch nur die Fahrgäste, denen es gelang, im anfänglichen Gedränge im neuen Verkehrsmittel bis zum Zahlautomaten vorzudringen: 5500 Passagiere wollten am ersten Tag transportiert werden.

Ganz anders sieht die Möserstraße heute aus. Auf ihr präsentieren sich die Häuser mit schlichten Fassaden. Der Abschnitt zwischen Schlagvorderstraße und Hauptbahnhof wird beidseitig von Bäumen beschattet. Der Platz am linken Bildrand trägt heute den Namen " Stresemannplatz". Und den Pizza-Bringdienst in der Möserstraße 46, am vorderen Bildrand zu sehen, hat es 1908 sicherlich noch nicht gegeben. Die Fahrbahn deckt heute Asphalt statt Kopfsteinpflaster, und auch von den Schienen der Straßenbahn ist nichts mehr zu sehen.

Deren Betrieb wurde am 29. Mai 1960 nach 54 Jahren und 120 Tagen eingestellt. Um 19.12 Uhr begann die letzte Fahrt am Betriebshof in der Lotter Straße. Die letzte " Elektrische" fuhr über den Nikolaiort und die Haster Mühle bis zum Schölerberg und wieder zurück.

Gelenkt wurde sie von Oberfahrmeister Franz Kicker, der auch die erste Straßenbahn im Jahr 1906 gefahren hatte. Mit seinen 82 Jahren war er zu dem Zeitpunkt bereits längst pensioniert.

Beschlossen wurde das Ende der Straßenbahn bereits bei einer Ratssitzung im März 1958, von 35 der damals 36 Volksvertreter. Damit sprachen die sich für die Umstellung des öffentlichen Personennahverkehrs auf Busse aus. Die nun statt der Straßenbahnüber die Möserstraße fahren, wie die Haltestellen auf dem aktuellen Foto zeigen.

Ob die damalige Entscheidung, die " Elektrische" abzuschaffen, richtig war, wird bis heute kontrovers diskutiert. So wurde das umweltfreundliche Verkehrsmittel in Oberhausen zwar ebenfalls 1960 abgeschafft. Ende der 1990er Jahre wurde es jedoch wieder aufgebaut und erzielte bei den Fahrgästen hohe Zuwachsraten: 50 Prozent gegenüber dem Busverkehr.

Damen mit Hut, die Häuser verziert, die Straße mit Kopfsteinpflaster, und in der Mitte fuhr die Straßenbahn: die Möserstraße im Jahr 1908. Foto: Das Bild ist dem Buch Alt-Osnabrück, Band2, entnommen, erschienen im Verlag T. H. Wenner.

Von den Straßenbahnschienen ist an der Möserstraße heute nichts mehrzusehen. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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