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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Unabhängig aus Überzeugung
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Aus dem Fotoalbum: Reinhard Sliwka
Artikel:
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Unabhängig aus Überzeugung

Aus dem Fotoalbum: Reinhard Sliwka

Von Dietmar Kröger

Früh laufen gelernt - auch auf politischem Parkett: Reinhard Sliwka mit seinen Eltern.

Entspannung nach dem Abitur: Reinhard Sliwka (rechts) mit Freunden beim Camping in Jugoslawien.

OSNABRÜCK. Versucht da jemand den politischen Spagat, um es allen recht zu machen? " Nein", sagt Reinhard Sliwka und blickt ganz entspannt in die Runde. " Ich bin FDP-Mitglied, will aber ein Bürgermeister für alle Osnabrücker sein." Deshalb trete er als unabhängiger Kandidat an.

Also hat er Unterschriften gesammelt und ist dabei bei vielen Menschen auf offene Ohren gestoßen, die nicht in der FDP sind. Das bestätigt ihn in seiner Meinung, dass er seinen liberalen Wurzeln treu bleiben und gleichzeitig als unabhängiger Oberbürgermeister die Belange aller Osnabrücker vertreten kann.

Diese Wurzeln reichen dann auch lange zurück: 1975 tritt er mit 22 Jahren in die FDP ein. " Vorher war ich auch ein bisschen auf der Sozi-Schiene und habe einen " Wählt-Willy"- Button getragen", sagt Sliwka und lacht, um nachdenklich hinzuzufügen: " Ich glaube, ich bin im besten Sinne des Wortes ein Sozialliberaler."

Da mag ihn auch das Umfeld geprägt haben. Weder die Sozialdemokraten noch die Liberalen hatten in seiner Heimatgemeinde einen leichten Stand. Die CDU lag mit 70 Prozent der Stimmen weit vorn, als Sliwka 1978 in seiner Heimatstadt Löningen für den Rat kandidiert. " Ich habe versucht, diese Mehrheit aufzubrechen. Das ist mir bis heute noch nicht ganz gelungen", schmunzelt der 53-Jährige. Trotz der schwarzen Übermacht gelingt ihm damals der Sprung in die Lokalpolitik. Er kann das FDP-Ergebnis sogar verdoppeln - von drei auf sechs Prozent. Wenig später kämpft er in der liberalen Diaspora sogar um ein Bundestagsmandat. Aber auch die Unterstützung Hans-Dietrich Genschers kann keine Berge versetzen. Was bleibt, ist die Erinnerung und ein Blatt mit Wahlkampfthemen, unter denen schon damals die Themen Jugend und Bildung einen breiten Raum einnehmen. " Auf dass der schwarze Wahlkreis ein wenig farbenfreudiger wird, tschüss, euer Reinhard Sliwka", steht auf dem Flugblatt. Aber Gelb-Blau hatte seinerzeit im Wahlkreis 27 Cloppenburg/ Vechta keine Chance.

Sliwka hat in Münster und Göttingen Jura studiert. Das zweite Staatsexamen macht er 1982, danach geht es zur Bezirksregierung in Lüneburg. Bevor er am 1.Juli 1988 als Stadtrat und Leiter des Kultusdezernats nach Osnabrück wechselt, arbeitet er zwei Jahre als persönlicher Referent bei Heinrich Jürgens (FDP), der damals niedersächsischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten war. " Das war für mich eine wichtige Zeit", so Sliwka heute über die Arbeit in Hannover.

Seit 1988 Kultusdezernent, seit 1995 zusätzlich Sozialdezernent. Und jetzt OB-Kandidat. Warum? " Nach 18 Jahren als Dezernent ist jetzt der Zeitpunkt für den Sprung in das Oberbürgermeisteramt gekommen. Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich die Qualifikation mitbringe", sagt Sliwka mit Blick auf seinen beruflichen Werdegang, dem übrigens von Beginn an der Wunsch zu Grunde liegt, in der Kommunalverwaltung zu arbeiten. Also nimmt er den Kampf auf, mal wieder gegen eine CDU-Ratsmehrheit, aber auch gegen fünf weitere Bewerber für den Chefsessel im Rathaus.

" Ich habe meine Arbeit als Dezernent unabhängig gemacht", sagt Sliwka. Dabei habe er sich oft gegen die FDP-Meinung gestellt, zum Beispiel in der Frage eines Verkaufs der Stadtwerke, um den löchrigen Stadtsäckel aufzufüllen. Zwar unterstützen ihn die Liberalen im Wahlkampf, Sliwka will aber durch seine unabhängige Kandidatur schon jetzt deutlich machen, wie er das Amt des Oberbürgermeisters versteht: " Auch als OB muss man über der Fraktion und parteipolitischen Interessen stehen."

Der Kandidat in Zahlen

Geburtsdatum: 13. Juni 1953

Größe: 188 Zentimeter

Gewicht: 92 Kilogramm

Auto: Ford Focus

Schlafbedarf: 6 bis 7 Stunden

Schuhgröße: 43

Haustiere: Fische (etwa 8)

Vereine: 16

Arbeitszeit: 70 Stunden pro Woche

Kinder: 1

Gartengröße: etwa 1000 Quadratmeter

Reinhard Sliwka, unabhängiger Kandidat mit FDP-Unterstützung. Foto: Michael Hehmann

Morgen: Michael Hagedorn (Grüne)
Autor:
Dietmar Kröger


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