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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Politiker ohne Kamikaze-Allüren
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Aus dem Fotoalbum: Boris Pistorius (SPD)
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Politiker ohne Kamikaze-Allüren

Aus dem Fotoalbum: Boris Pistorius (SPD)

OSNABRÜCK. Sein Spitzname in der B-Jugend von Schinkel 04 war " Kamikaze". " Wer an mir vorbeiwollte, musste schon ein erhebliches Potenzial an Risikobereitschaft mitbringen", sagt Boris Pistorius. Heute ist der OB-Kandidat der SPD deutlich ruhiger geworden. Die unfaire Verbalgratsche in den gegnerischen Argumentationsraum liegt ihm fern.

Gleichwohl liebt er die strittige Diskussion um politische Themen. Mit einem langjährigen Ratsmitglied als Mutter, die zudem noch zwölf Jahre als SPD-Abgeordnete für ihren Osnabrücker Wahlkreis im Niedersächsischen Landtag saß, kaum verwunderlich. " Wir haben zu Hause immer diskutiert. Hart, aber fair und immer an der Sache orientiert", erinnert sich Pistorius. Die familiäre Streitkultur aus den 70er und 80er Jahren habe für ihn auch heute noch Vorbildcharakter. Wie unterschiedlich die Positionen auch seien, auf den gegenseitigen Respekt komme es an.

Der SPD-Bewerber für das OB-Amt mag es bodenständig. Kurz nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Boris zogen die Eltern in den Schinkel. Pistorius ist seinem Stadtteil bis heute treu geblieben. Nur zwei Abstecher während des Jurastudiums nach Münster und Angers hat er sich gegönnt. Abitur am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann im Sanitärbereich, Jurastudium in Osnabrück und Münster, Referendariat in Oldenburg - das ist in groben Zügen der Ausbildungsgang des Kandidaten. Aber: Richtig gelernt habe er in Hannover, sagt Pistorius. Gemeint ist seine Zeit bei Gerhard Glogowski. 1991 holt der damalige niedersächsische Innenminister den Osnabrücker als persönlichen Referenten in sein Büro. Fast sechs Jahre arbeitet Pistorius in Hannover. 1997 kehrt er zurück zur Bezirksregierung. " Die Zeit war prägend für meinen politischen Pragmatismus bei gleichzeitig ausgeprägter Bodenhaftung", sagt Pistorius heute rückblickend.

Seit Oktober 2002 leitet er die Osnabrücker Abteilung der Landesschulbehörde, ist Disziplinarvorgesetzter für 28000 Lehrer. Mit 280 Mitarbeitern kümmert sich seine Abteilung um insgesamt 1100 Schulen im ehemaligen Regierungsbezirk Weser-Ems. Und jetzt lockt ihn der Chefsessel im Rathaus. Warum? " Ich habe richtig Lust, Oberbürgermeister zu sein." Mit dem Brustton der Überzeugung spricht der Kandidat von einer neuen Herausforderung, der er sich stellen möchte. Ist das alles? " Natürlich nicht. Für mich gehört die große Freude am kreativen Gestalten dazu. Gemeinsam Ziele zu definieren, die Initiative zu ergreifen und Dinge anzustoßen ist ebenso wichtig."

Also ab in die Fußstapfen von OB Fip? " Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren." Pistorius hält große Stücke auf den Genossen. Fip habe die Messlatte während seiner Amtszeit sehr hoch gelegt. Das eigene Profil ist ihm aber mindestens ebenso wichtig. Also hat er sich freigestrampelt von der politischen Mutter, die 1972 erstmals in den Stadtrat einzog. 1978 hat er mit seinen beiden Brüdern für die Mutter im Landtagswahlkampf Wahlplakate geklebt und Handzettel verteilt. Nun macht er seinen eigenen Wahlkampf. Dazwischen liegt eine politische Laufbahn, die bei den Falken, der Jugendorganisation der SPD, begann und nun - vorläufig - auf dem Stuhl des Oberbürgermeisters enden soll.

Der junge Pistorius in seinen Zwanzigern: Die politischen Diskussionen im Elternhaus haben ihn geprägt.

DasTrio Infernale im Hause Pistorius: Fred, Boris und Harald (von links), drei hellwache Jungs im Schlafanzug.

Boris Pistorius, Kandidat der SPD.Foto: Michael Hehmann

Der Kandidat in Zahlen

Geburtsdatum: 14. März 1960 / Körpergröße: 180 cm / Gewicht: 94 Kilogramm / Auto: Toyota / Schlafbedarf: 5 bis 6 Stunden / Schuhgröße: 42.5 / Zahl der Haustiere: 1 Katze / Vereine: 4 / Arbeitszeit: 55 bis 60 Stunden (pro Woche) / Kinder: 2 Mädchen / Gartengröße: 500 Quadratmeter

Kommunalwahl 2006 . Wir wählen!

1. Woche: Persönlich

2. Woche: lch bewerbe mich

3. Woche: Malerische Visionen

4. Woche: Ins Bild gesetzt

5. Woche: Zur Sache

6. Woche: Noch Fragen?
Autor:
Dietmar Kröger


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