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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Auf der "B68 der Ackerbürger"
Zwischenüberschrift:
Bodenkundler finden Wegespuren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Auf der " B 68 der Ackerbürger"

Bodenkundler finden Wegespuren

jod OSNABRÜCK. Eigentlich ging es um die Filterfunktion des Bodens für den Wasserhaushalt und andere natürliche Eigenschaften. Doch dann entdeckten Studenten der Bodenwissenschaften der Fachhochschule in Haste kulturgeschichtliche Spuren: das typische Profil einer Chaussee, die vor 250 Jahren Bramsche mit Osnabrück verband.

Andreas Niemuth, gebürtiger Berliner und nun Diplomand in Haste, erzählt, wie das kam: " Wir sind keine Archäologen. Aber während unserer Projektarbeit zur Bodenbewertung im Hone mussten wir die . Archivfunktion' des Bodens auch stets im Blick haben."

Dieser Blick fiel dann auf eine linienförmige Aufschüttung zwischen dem Autobahnzubringer B68 und der Oldenburger Landstraße, etwa auf Höhe des ehemaligen Wirtshauses " Schmied im Hone". " Wir hatten wohl mit einem , Hohlwegbündel' gerechnet, das in einer siedlungsgeschichtlichen Kartierung von 1970 südlich des Kreuzes im Hone eingezeichnet ist. Aber dann fanden wir das Gegenteil: eine Dammaufschüttung, die zuvor noch nicht entdeckt oder jedenfalls nirgendwo beschreiben wurde!", erläutert Niemuth nicht ohne Stolz.

" Wir sind keine Archäologen"
Andreas Niemuth. Student

Den endgültigen Beweis für ihre Annahme lieferte ein Profilschnitt, den er mit seiner Projektgruppe durch die alte Chaussee legte: Aufgeschütteter Boden trat zu Tage, kein " gewachsener", und die Humusschicht darauf war zu dünn für eine ungestörte natürliche Ablagerung über die Jahrhunderte. Die Delle in der Mitte deutet auf die Verkehrslasten hin, die ein kontinuierlich genutzter Weg tragen musste. An Fundstücken brachten die Bodenkundler Holzkohle und Dachziegelbruch zum Stadt- und Kreis-Archäologen Bodo Zehm, der bei der zeitlichen Einordnung half: Solche Dachziegel gebe es seit dem großen Feuer von 1613 in der Stadt Osnabrück. Da aber laut Zehm mit dem Chausseebau erst um 1764 in Norddeutschland begonnen wurde, ist die Entstehung dieses nicht mit Steinen befestigten Sommerweges nach seiner Einschätzung auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zu datieren.

Schwere Fuhrwerke pendelten auf dem stärker befestigten Hauptweg, der mit dem Verlauf der Oldenburger Landstraße übereinstimmen dürfte, aber nicht nachgewiesen ist. Der jetzt gefundene Sommerweg verlief parallel dazu, " so wie heute die Radwege neben den Bundesstraßen", erläutert Niemuth. Vorstellbar ist, dass Marktbeschicker aus dem Artland und aus Bramsche mit leichten Fuhrwerken oder mit Handkarren regelmäßig diesen Weg nutzten, um Hühner, Gemüse und Eier zum Markt nach Osnabrück zu bringen. Andreas Niemuth und seinen Kommilitonen ist es zu verdanken, dass die rund 400 Meter lange Wegespur als kulturgeschichtliche Urkunde ins archäologische Archiv der Stadt aufgenommen wurde und nun unter der Obhut des Bundesbodenschutzgesetzes steht.

Eine 250 Jahre alte Straße, die einstmals Bramsche mit Osnabrück verband, entdeckten Studenten der Bodenwissenschaften der Fachhochschule in Haste, unter ihnen Andreas Niemuth. Foto: Jörn Martens
Autor:
jod


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