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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Herausforderungen annehmen
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Aus dem Fotoalbum: Wolfgang Griesert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Herausforderungen annehmen

Aus dem Fotoalbum: Wolfgang Griesert (CDU)

Von Frank Henrichvark

OSNABRÜCK. Sein Sternzeichen ist die Waage. Und dieses Sinnbild gefällt ihm auch ziemlich gut. Er sei " ein Mann der Mitte und des Ausgleichs", sagt Wolfgang Griesert von sich selbst.

Geboren und aufgewachsen in Krefeld, Ende der 50er Jahre. Der Vater ist Bauingenieur und stammt aus Königsberg, die Mutter Hebamme aus Xanten am Niederrhein; eine ältere Schwester: " Eine ganz normale Familie eben", wie Wolfgang Griesert erklärt, " nur der Vater nahm berufliche Herausforderungen aktiv an."

Deshalb gab es häufige Wohnortwechsel, nach Hameln und Gelsenkirchen, aber auch neue Freundschaften für den jugendlichen Wolfgang: " Ich habe früh gelernt zu unterscheiden: Was ist wirklich wichtig?"

Noch eine Beobachtung aus der Rückschau unterstützt diese These: Als Wolfgang Griesert im ersten Semester an die Uni in Dortmund geht, stehen seine Kommilitonen bei der ersten Vorlesung für die angehenden Architekten und Bauingenieure unschlüssig vor dem Hörsaal: " Ich war der Erste, der sagte, wir gehen da jetzt mal rein."

Es sind die späten 70er Jahre, die Zeit der Schleyer-Entführung und der Terroristenjagd, auch eine Zeit der ideologischen Verhärtung mit diversen kommunistischen Gruppen an den Universitäten. Wolfgang Griesert wird Mitglied beim RCDS. Er habe sich damals im Widerspruch zur orthodoxen Linken gesehen, wollte " nicht gegen, sondern mit der Gesellschaft etwas verändern und weiterkommen".

Diese pragmatische Haltung gilt vielen als ruhrgebietstypisch. Was machen, Verantwortung übernehmen, weiterkommen; das ist wichtig im Ruhrpott, zumal wenn hier und da die ersten Zechen schließen. Wolfgang Griesert hat schon während des Architekturstudiums das Angebot, als Partner in ein Büro einzutreten. Er entschließt sich dann aber doch für den höheren technischen Verwaltungsdienst, wird Referendar und dann Regierungsbauassessor.

Erste Stationen in der Bauverwaltung liegen in Schleswig-Holstein auf dem platten Land und in der Landeshauptstadt Kiel, wo nach dem Barschel-Schock der Schöngeist Björn Engholm regiert. Griesert macht seine Karriere, er heiratet - seine Frau Maria-Elisabeth ist Sportlehrerin und Erzieherin -, und beide bekommen drei Kinder, aber von der (Partei-) Politik hält er sich fern. Kommunalpolitik, zumal in der Bauverwaltung, sei doch eher sachorientiert, sagt er heute, und zumal um einen Posten zu bekommen, habe er sich nicht verbiegen müssen.

Das war auch bei seiner Wahl zum Stadtbaurat in Osnabrück vor einem Jahr so. Damals stimmten alle Parteien für den Kandidaten Griesert. Er selbst umschrieb seine Position als " konservativ grundiert" und nennt heute noch den SPD-Kanzler Helmut Schmidt (" ein Mann, der, wenn' s drauf ankommt, auch handelt") sowie den ZDF-Journalisten und Buchautor Peter Hahne (" wegen seiner Wertorientierung und weil ich ihn aus Minden kenne") als Vorbilder.

Gleichwohl kandidiert Wolfgang Griesert nun für die CDU um das Amt des Oberbürgermeisters. Er sei " als Parteiloser in die Gespräche mit der CDU gegangen und als Mitglied für die Kandidatur nominiert worden", sagt Griesert rückblickend: " Ohnehin war ich der CDU näher als jeder anderen Partei." Und dann kommt noch so ein pragmatischer Salz: " Jeder vernünftige Zweifel hat einmal ein Ende."

Wolfgang Griesert, Kandidat der CDU.
Foto: Michael Hehmann

Der Kandidat in Zahlen
Geburtsdatum: 6.10.57
Größe: 193 cm
Gewicht: 87 kg
Auto: Renault Espace
Schlafbedarf: 5 Stunden
Schuhgröße: 44 1/ 2
Haustiere: Dackel-Yorkshiremix " Thea" Vereinsmitgliedschaft: Friedensgespräche. Rotary
Arbeitszeit: 12 Stunden
Kinder: 3
Gartengröße: 800

Auf dem Weg ins Pfadfinderlager: Wolfgang Griesert in kurzen Hosen im Juni 1966.

Stütze der Gesellschaft: Mit 25 Jahren auf Bildungsreise in Italien, etwas schief fotografiert vor dem Dom in Pisa. Damals war Wolfgang Griesert Referendar in der Bauverwaltung.

Morgen

Boris Pistorius (SPD)

Autor:
Frank Henrichvark


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