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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Jahrzehnte der "nimmermüden Hilfe"
Zwischenüberschrift:
Die Karl-Luhmann-Heime an der Knollstraße 96
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Jahrzehnte der " nimmermüden Hilfe"

Die Karl-Luhmann-Heime an der Knollstraße 96

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. " Nimmermüde war Karl Luhmann für sein Anliegen tätig", schrieb 1962 das Osnabrücker Tageblatt. Den " Lehrer für Taubstumme", wie der Beruf damals bezeichnet wurde, berührte das Schicksal hörgeschädigter Menschen so sehr, dass er ihnen sein Leben widmete. Ihm zu Ehren wurde 1954 ein Teil der Einrichtung " Karl-Luhmann-Heim" benannt. Der Name ging später auf die gesamte Einrichtung über. Eröffnet wurde sie 1912.

Zeitreise

Noch Ende des 19. Jahrhunderts lebten die meisten Hörgeschädigten einsam, ohne Arbeit und oft von ihren Familien verstoßen. Mit der Gründung des Taubstummenvereins " Hephata!" (Tu dich auf!) im Jahr 1900 gab es die erste öffentliche Wohlfahrtseinrichtung für Gehörgeschädigte.

Ein Jahr später wurde mit dem Provinzial-Taubstummenverein für Hannover der Vorläufer des heutigen Trägers der Heime gegründet, die Hilfe für hörgeschädigte Menschen in Niedersachsen e.V.

Für den Verein sicherte Luhmann durch großen persönlichen Einsatz die ideelle und finanzielle Unterstützung von Behörden und Institutionen. Vor allem in den zwei Weltkriegen war das eine fast unlösbare Aufgabe.

Als das Haus an der Knollstraße öffnete, bot es zunächst 30 hörgeschädigten Menschen Platz. 1962 wohnten in der bereits erweiterten Anlage 60 behinderte Hörgeschädigte. Schnell wurde das Haus durch zusätzliche Angebote erweitert. Bereits im September 1954 wurde in der Nähe des Haupthauses ein Heim für 70 taubstumme Kinder eingerichtet. Dieses Heim erhielt den Namen Karl Luhmanns.

Heute bieten die Karl-Luhmann-Heime 234 Plätze für zusätzlich behinderte hörgeschädigte Menschen jeden Alters. Zur Verfügung stehen verschiedene Wohnformen wie geschlossene Wohngruppen oder Außenwohngruppen. Außerdem gibt es Werkstätten, Schulen, Tagesförderstätten und Freizeitangebote im " Gelben Haus". Ziel der Angebote ist es, hörgeschädigten Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Die drei Häuser, die auf dem Foto aus dem Jahr 1913 /. u sehen sind, stehen auch heute noch - allerdings modernisiert und aufgestockt. Im linken Haus befindet sich heute ein Wohnheim, im rechten eine Werkstatt, Versammlungsräume und das Büro des Sozialdienstes. Im Haus in der Mitte sitzt die Verwaltung.

Karl Luhmann, der am 24. Januar 1869 in Verden (Aller) geboren wurde, starb am 9. Oktober 1956 in Osnabrück. Beerdigt wurde der " Vater der Taubstummen" auf dem Hasefriedhof.

Ab 1912 boten diese drei Hauser Platz für Wohnung und Pflege für 30 hörgeschädigte Behinderte. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1913. Das Foto ist dem Buch " Alt Osnabrück'. Band 2. entnommen, das im Verlag T. H Wenner erschienen ist.

Auch heute noch stehen alle drei Häuser an der Knollstraße 96 - allerdings modernisiert und aufgestockt. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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