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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Geisterschienen führten durch Schinkel
Zwischenüberschrift:
Die Bremer Straße an der Ecke zur Oststraße auf einer Ansicht von 1945
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Geisterschienen führten durch Schinkel

Die Bremer Straße an der Ecke zur Oststraße auf einer Ansicht von 1945

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Es waren quasi Geisterschienen auf der Bremer Straße, die auf dem Foto aus dem Jahr 1945 zu sehen sind. Sie waren nur über ein kurzes Stück verlegt worden: Die Schienen führten unter der Bremer Brücke durch und endeten kurz hinter der Gaststätte Hügelmeyer. Niemals ist eine Straßenbahn auf ihnen gefahren.

Im Jahr 1925 planten die Stadtwerke, die Straßenbahnlinie 3 als Ringlinie durch den Stadtteil Schinkel zu führen, um der wachsenden Stadt gerecht zu werden: Über die Bohmter Straße und den Anfang der Bremer Straße, die Schinkelstraße, die Mindener Straße bis hinunter zur Buerschen Straße sollte sie führen. Doch dazu ist es nie gekommen.

Zeitreise

Auf der Basis des Plans wurden die Schienen als Teilstück in die Straße eingefügt. " Die müssen im Zuge einer Pflastererneuerung verlegt worden sein", vermutet der Hobbystraßenbahner Alfred Spühr. Mit der frühzeitigen Verlegung sollte offenbar verhindert werden, die Bremer Straße später noch einmal aufzureißen.

Aber der Ring wurde nie vollendet. Vermutlich wurde der Bedarf einer Ringlinie in Schinkel später doch nicht als ausreichend angesehen.

Heute ist von den ungenutzten Schienen nichts mehr zu sehen, nach dem Krieg wurden sie entfernt. " Sie wurden da eingebaut, wo andere Schienen durch Bomben zerstört waren", weiß Spühr. Der Grund: Materialknappheit.

Auch sonst hat sich im Lauf der Jahre einiges geändert. Von den alten Häusern ist lediglich das zweite auf der linken Seite stehen geblieben. Während die Fassade in der ersten Etage noch fast identisch mit der kurz nach dem Krieg ist, hat das Haus im Erdgeschoss eine größere Fensterfront erhalten. Hinter ihr ist heute ein Geschäft für Waschmaschinen zu finden.

Auch die Gaststätte Hügelmeyer auf der rechten Seite ist geblieben. Heute trägt das Haus ein Schild, mit dem Hinweis auf das stolze Alter der Kneipe: 125 Jahre.

Nur wenige Häuser aus den 40er Jahren sind heute noch an der Bremer Straße zu sehen. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Gaststätte Hügelmeyer. Foto: Jörn Martens

Nie fuhr eine Straßenbahn auf den Schienen, die auf dem Bild von 1945 zu sehen sind. Sie verliefen auf einem kurzen Stück unter der Bremer Brücke durch.
Das Bild haben wir dem Buch Alt-Osnabrück. Band 2. entnommen, das im Verlag H. Th. Wenner erschienen ist.
Autor:
Marie-Luise Braun


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