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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
40-Tonner am Wall: Eine "neue Qualität" des Lärms
Zwischenüberschrift:
Anwohner macht mit Zählung auf Problem aufmerksam
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
40-Tonner am Wall: Eine " neue Qualität" des Lärms

Anwohner macht mit Zählung auf Problem aufmerksam

Osnabrück hpet
Beim Frühstück wurde es Johannes-Georg Körber zu laut. Da nahm er Stift und Papier zur Hand und begann Lkw zu zählen, jeder, der an seinem Haus am Heger-Tor-Wall vorbeidonnerte, wurde zu einem Strich auf der Lärmliste. Nach einer Stunde waren es 122. Bei zwei weiteren Zählungen fast ebenso viele. " Merkbar mehr als vor Einführung der Maut", ist er sich sicher.

Dabei sei es nicht so sehr die Menge an Lastern, die ihn störe, sondern deren " neue Qualität". Denn statt der üblichen Kleinlaster wuchten sich nach Körbers Beobachtungen jetzt vermehrt riesige Brummer von bis zu 40 Tonnen " mit zwei bis drei Hinterachsen" über den Wall. Und die machten nicht nur viel mehr Lärm, sondern brächten das Haus regelrecht zum wanken, so dass im Schrank die Gläser klirrten.

Dass das Phänomen mit der Autobahnmaut zu tun hat, da ist sich Körber ziemlich sicher. Anhand der Nummernschilder und der Aufschriften auf den Lkw habe er erkannt, dass die meisten nicht aus dieser Gegend kämen. " Da sind Namen dabei, die habe ich noch nie gehört."

Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau der Stadt Osnabrück, gibt dem ehemaligen Dompfarrer Körber Recht, zumindest was die Menge angeht: " Der Lkw-Anteil auf dem Wall hat sich in letzter Zeit erhöht", gesteht er. Doch ob man das allein auf Mautflüchtlinge zurückführen müsse, sei noch nicht so klar. Eine mögliche andere Erklärung sieht Schürings in der Vielzahl von Baustellen, die derzeit auf den Autobahnen rund um die Stadt in Betrieb seien.

Um die Entwicklung zu analysieren, werde im September ein Arbeitskreis, bestehend aus Verwaltungsmitarbeitern und Ratsmitgliedern, zusammenkommen. Den einen Lösungsvorschlag hat Schürings noch nicht parat. Dazu sei das Thema Verkehr auch zu komplex. " Jeder Eingriff kann an anderer Stelle wieder zu Problemen führen", erklärt er.

Mögliche Maßnahmen könnten Fahrverbote sein. Wie die nun aber im Fall des Falles aussähen, das weiß noch niemand. Man könne sich etwa Nachtfahrverbote oder nur solche für besonders lärm- oder schadstoffintensive Lkw vorstellen, sagt Schürings. Doch da stünde man dann wieder vor anderen Problemen. " Die Schilder aufzuhängen ist das eine, die Überwachung das andere." Denn schließlich dürfe man nicht die Lkw bestrafen, deren Ziel tatsächlich Osnabrück ist.

Dennoch sieht Johannes-Georg Körber in Fahrverboten die meisten Vorteile. Irgendetwas müsse auf jeden Fall getan werden. Erst recht wenn man am Masterplan für den Neumarkt festhalten wolle. Ihm bleibe es ein Rätsel, wie die prognostizierten 20000 zusätzlichen Fahrzeuge auf den Wällen untergebracht werden sollten.

STRICHLISTE gegen den Lärm: Johannes-Georg Körber wollte es genau wissen und zählte an mehreren Tagen die an seinem Haus am Heger-Tor-Wall vorbeibrausenden Laster.
Foto: Hermann Pentermann

Zur Sache: Verkehrszählung

Stadt zählt zu den Spitzenzeiten

Die Stadt hat mehrere Mittel, um sich einen Überblick über den Verkehr auf ihren Straßen zu verschaffen. Am Wall wäre grundsätzlich sogar eine tägliche Zählung machbar. Möglich machen es so genannte Zählschleifen, die vor den Ampelanlagen liegen. Eigentlich sollen die " nur" für eine reibungslose Ampelschaltung sorgen. Doch da hierfür automatisch jeder vorbeifahrende Wagen registriert wird, kann man die Ergebnisse auch für statistische Erhebungen verwenden. Wenn es aber um die Ermittlung nur des Schwerlastverkehrs geht, greifen auch die städtischen Mitarbeiter zu Stift und Block. Jeweils zu den Spitzenzeiten - in der Regel morgens von sieben bis neun Uhr und nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr - beobachten sie den Verkehrsstrom. Gezählt wird in Viertelstundenabschnitten, wodurch man sich eine genauere Eingrenzung der Spitzenstunde verspricht. Die in dieser Stunde registrierte Anzahl an Lkw wird dann mit einem zuvor ermittelten Faktor (für den Wall gilt Faktor zwölf) multipliziert. Dieses Ergebnis soll dann das Verkehrsaufkommen des ganzen Tages widerspiegeln.
Autor:
hpet


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