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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Gemäuer mit Geschichte und Charme
Zwischenüberschrift:
Eigentümer will Oeseder paiermühle vor dem endgültigen Zerfall bewahren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Gemäuer mit Geschichte und Charme

Eigentümer will Oeseder Papiermühle vor dem endgültigen Zerfall bewahren

GEORGSMARIENHÜTTE. Außen abgeplatzter Putz, unter der Last der Zeit an einigen Stellen schon leicht gebogenes Mauerwerk und rostige Fenster, im Innern luftige, lichtdurchflutete Räume, welIige Holztreppen und Zeugnisse der im Laufe der Jahrhunderte bewegten Nutzungsgeschichte - die 1600 gegründete Papiermühle ist ein Gemäuer mit Charme, das jetzt aus dem jahrzehntelangen Domröschenschlaf erweckt werden könnte.

Eigentümer Reinhard Rosengarten, dessen Vorfahre Georg Wilhelm Quirll den sich seither durchgängig in Familienbesitz befindenden Komplex einst 1791 übernommen hatte, will das denkmalgeschützte Gebäude vor dem Zerfall bewahren. Der 49-jährige Tierarzt: " Am inzwischen seit den Sechzigern leer stehenden Gebäude nagt unübersehbar der Zahn der Zeit. Wenn jetzt nicht etwas passiert, könnte es in ein paar Jahren für eine Sanierungslösung schon zu spät sein." Sein Motto: " Wer nicht etwas wagt, gewinnt auch nicht." Während eines Mallorca-Aufenthalts im Frühjahr reifte die Idee einer Mischnutzung aus öffentlichem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im knapp 200 Quadratmeter großen Erdgeschoss sowie Wohn- und Büroflächen im oberen Gebäudeteil. Reinhard Rosengarten: " Auf der Insel gibt es viele alte Fincas, die auf Basis eines solchen Konzepts restauriert werden. Wir sind mit der Papiermühle aber noch im Planungsstadium." Architekt Helmut von der Heyde aus Ostercappeln, ein Spezialist in Sachen Konzeptionen für alte Gemäuer, hat erste Nutzungsvarianten entworfen, die letzte Woche unter anderem Bürgermeister Heinz Lunte präsentiert wurden und am Mittwoch Thema beim Ortstermin mit zwei Landkreis-Vertretern waren. Der Planer: " Wir sondieren zurzeit, welche Fördermöglichkeiten es für ein solches Objekt im Rahmen der Kulturförderung und anderer Programme gibt." In Kürze soll eine Bauvoranfrage bei der Stadt gestellt werden. Der veranschlagte Investitionsrahmen für die Papiermühlen-Sanierung liegt im sechsstelligen Euro-Bereich. Eigentümer Rosengarten: " Wir sind sicher, dass unser Konzept eine Chance hat." Beste Aussichten, dass GMHütte nach Klosterpforte, Klöcknerhäusern oder Oeseder Bahnhof demnächst ein weiteres Gebäude mit reizvollem historischen Ambiente bietet.

Erste Papierfabrikation im Osnabrücker Land

Die Papiermühle zu Oesede wurde im Jahr 1600 durch Bischof Philipp Sigismund von Braunschweig gegründet und war die erste Papierfabrikation in der Region. Der direkt an einem von den sieben Quellen gespeisten Bach gelegene Standort war ideal, da für die Papierherstellung viel sauberes Nass sowie Wasserkraft zum Antrieb von Geräten benötigt wurde. In 60 Arbeitsschritten wurden zwischen Lumpenkammer, wo die Aufbereitung des Papierrohstoffs stattfand, und " Papiersaal" die Papierbogen geschöpft. 1791 übernahm der Osnabrücker Kaufmann Georg Wilhelm Quirll die Papiermühle, die lange Zeit größter Arbeitgeber im Bereich war und bis zu über 60 Menschen den Unterhalt sicherte. Auslöser der Einstellung 1890: Die Georgs-Marien-Hütte hatte einen Schacht gegraben, der dem Bach die Antriebskraft für die Papiermühle nahm.

Idyllisch gelegen: die Oeseder Papiermühle an der gleichnamigen Straße im Hakeneschfeld. Für das sanierungsbedürftige Gebäude wird gerade ein Nutzungskonzept erarbeitet. Vorgesehen ist unter anderem ein öffentlicher Veranstaltungs- und Ausstellungsraum. Fotos: ThomasOsterfeld

Tür auf: Eigentümer Reinhold Rosengarten.

Faszinierendes Innenleben: Große Fenster, große Räume.

Historische Fassade: 300 Jahre Handpapiermacherei.
Autor:
we


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