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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mehr Lebensqualität durch gute Architektur
Zwischenüberschrift:
Das Interview mit dem Architektur-Kritiker Klaus-Dieter Weiss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (rll)
Osnabrück kommt nicht gut weg in der Betrachtung des Architekturkritikers Klaus-Dieter Weiss, veröffentlicht im gerade erschienenen Buch " Architektur in Niedersachsen 2005". Wir haben beim Autor nachgefragt.

Frage: Ich sitze hier gerade in dem Gebäude, das Sie als " uninspirierte Glasklippe" bezeichnen. Was schlagen Sie vor: abreißen?
Antwort: Zu teuer, leider! Ausziehen und für die Scherben der missglückten architektonischen Image-Kampagne einen anderen Interessenten suchen. Ehrenvoll wäre es, stattdessen einem honorigen Altbau zu neuem Leben zu verhelfen.

Ihre Architektur-Kritik ist amüsant und sehr streng. Die Kamp-Promenade, die Spielbank Vitischanze und das neue Gewerkschaftshaus fallen bei Ihnen durch. Daniel Libeskind, der das Felix-Nussbaum-Haus gestaltet hat, bescheinigen Sie dagegen eine " metaphysische Dimension der Architektur". Sind Sie sicher, dass die Stadt, die Ihren Maßstäben genügt, mehr Lebensqualität bietet als Osnabrück?

Ja! Mäßig designte Straßencafes und Bratwurstbuden reichen nicht aus. Entscheidend sind dichte stadträumliche Qualitäten und der architektonische Hintergrund. Wenn kein funktionierender Stadtmittelpunkt in Form eines lebendigen Platzes da ist, kann man ihn auch nicht bespielen und genießen. Wir müssen irgendwo anfangen und dürfen uns nicht immer mit dem Desinteresse der Investoren rausreden. Für eine baulich und auf diesem kleinen Umweg ökonomisch erfolgreiche Stadt gibt es viele bewährte Raummuster. Wenn sich Investoren nicht mehr für ihren eigenen Erfolg begeistern lassen, müsste man allerdings verzweifeln.

Hätten wir in Kalkriese doch nur nicht die Römer geschlagen, legen Sie dem Leser nahe. Dann wäre die deutsche Baukultur ein wenig römischer, urbaner und konsequenter. Sind Sie sicher, dass dieser Anspruch mit dem Osnabrücker Wetter kompatibel ist?

Das ist die klassische Ausrede. Münster hat in seiner Innenstadt vieles richtig gemacht, Arkadengänge können sehr reizvoll sein. Auch das niederländische Maastricht ist ein aktuelles Vorbild mit vergleichbarem Klima. Wenn es hier so oft regnet, warum baut Osnabrück dann nicht Passagen ohne Kellerimage?

Leider haben Sie sich nicht zu Neubausiedlungen mit grünen und blauen Dachziegeln geäußert. Kommt auch darin die von Ihnen beanstandete fehlende planerische und architektonische Orientierung zum Ausdruck?

Für das angehimmelte Einfamilienhaus fernab der Stadt kommt jede Rettung zu spät. Intelligentes Wohnen, ohne wie die Amerikaner zehn Jahre seines Lebens im Auto zu verbringen, sieht anders aus. Architektur entsteht aus Raum und Proportion, nicht durch Vorgarten Wettbewerbe.

MIT SPITZER FEDER: Klaus-Dieter Weiss lässt außer Libeskind und Kalkriese nicht viel gelten.
Autor:
rll


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