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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom MIttelalter in die Moderne
Zwischenüberschrift:
Der Städtebauer Dirk Manzke über die Architektur in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vom Mittelalter in die Moderne

Der Städtebauer Dirk Manzke über die Architektur in Osnabrück

Osnabrück (rll)
Wer über Architektur in Osnabrück redet, muss nicht bei Libeskind anfangen. Wenn Dirk Manzke seine Stadtrundgänge veranstaltet (das nächste Mal am 18. Juni), dann geht es um Alltagsarchitektur. Und die sagt viel mehr aus als das eine oder andere Glanzlicht.

Manzke, Professor für Städtebau und Freiraumplanung an der Fachhochschule Osnabrück, kann sich nicht satt sehen an den Brüchen im Stadtbild, die auf die Zerstörungen des Krieges und den Wiederaufbau zurückgehen. Das über Jahrhunderte zusammengesetzte Gefüge kontinuierlicher StadtentwickJung sei mit einem Schlag abgebrochen und teilweise aufgegeben worden, fasst der Städteplaner zusammen.

Besonders prägnant sieht Manzke den Gegensatz von " Mittelalter und Moderne" an der Dielingerstraße auf den Punkt gebracht: Links die traditionsbewusste Fleischerei Mandel im coolen Outfit der ausgehenden 70er Jahre, rechts " Games Workshop", ein Laden für Computerspiele, im zünftigen Fachwerkgewand der Ackerbürgerkultur. Zwei Welten, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Und keiner regt sich darüber auf.

Die Dielingerstraße liest sich für Manzke wie ein offenes Buch über die Kämpfe der 70er Jahre. Damals sollte die Stadt autogerecht modernisiert werden, mit einem Ehrgeiz, der viele Sanierungsgegner auf den Plan rief. Letztlich mit Erfolg, denn es setzte sich allmählich die Erkenntnis durch, dass nicht alles dem Auto geopfert werden darf.

Mit dem Gespür für unspektakuläre städtebauliche Gediegenheit lässt Manzke seine Zuhörer auf die Möserstraße werfen, dort wo die " rationale Moderne" von Gutenberg-Passage und Dresdner Bank mit der " dekorativen Moderne" von Galeria Kaufhof ein Ensemble bildet. " Diese Nachbarschaften, da steckt eine Menge Qualität drin", bemerkt der Professor gedankenvoll.

Wenn er eine Botschaft hat, dann die: Architektur ist nicht nur für den Eigentümer da, sondern für die Menschen, die eine Stadt beleben. Da geht es nicht um Heiligtümer, sondern um Entwicklungen. Und die werden von Menschen gemacht. Beim Gang durch die Stadt werde deutlich, dass es für die gängige Skepsis gegenüber moderner, selbstbewusster und eigenwilliger Architektur kaum Anlass gebe, " denn alles hält sich im Gleichmaß des Vorsichtigen, Gewohnten und Angepassten". Osnabrück, resümiert Manzke, habe die Chance, moderne Akzente zu setzen, " um den nachgezeichneten Stadtgrundriss der Vergangenheit mit zukunftsfreudiger und autonomer Deutung fortzuschreiben".

" DIESE NACHBARSCHAFTEN, da steckt eine Menge Qualität drin", sagt Dirk Manzke zu diesem Ensemble an der Möserstraße.

ZWEI WELTEN voller Gegensätze: Prof. Dirk Manzke vor den ungewöhnlichen Nachbarhäusern an der Dielingerstraße.
Autor:
rll


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