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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Weniger Nester - weniger Ärger
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Auch wenn es wieder warm wird: 2005 keine Wespenplage zu befürchten
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Weniger Nester - weniger Ärger

Auch wenn es wieder warm wird: 2005 keine Wespenplage zu befürchten

Osnabrück lo
Vor einem Jahr haben sie uns gequält, sind über Kaffeetafeln und Frühstückstische hergefallen, so dass wir uns schreiend im Haus verkrochen haben. In diesem Sommer fallen Wespen und Hornissen kaum auf. Ist es das Wetter? Oder essen wir weniger Kuchen?

Im Sommer 2004 habe es nicht wesentlich mehr Wespen gegeben als in diesem Jahr, sagt Ewald-Willy Stiene, der für die Stadt als Beauftragter für Artenschutz unterwegs ist. Durch den warmen Sommer 2003 und den folgenden milden Winter hatten viele begattete Weibchen überlebt und 2004 ihre Nester gebaut. Somit verteilten sich die Tiere im vergangenen Jahr auf mehr, dafür kleinere Völker.

" Gute Nester haben bis zu 10000 Tiere, im letzten Jahr hatten die meisten nur bis 1000", sagt der Artenschützer. Da sich verschiedene Völker nicht in einem " Revier" aufhielten, verteilten sie sich weiter und waren den Menschen daher präsenter. " Kleine Völker wiederum ziehen weniger Geschlechtstiere nach, so dass es in diesem Jahr wieder weniger Nester gibt."

Auch Hornissen fallen kaum auf. " Im vergangenen Jahr mussten wir 24, in diesem Jahr erst drei Nester umsiedeln", erzählt Stiene. Für Mensch und Natur sei das jedoch nicht unbedingt gut: Die Tiere brauchen Eiweiß und Kohlenhydrate für ihren Nachwuchs. " Die holen sie sich aus Fliegen, Bremsen oder Mücken. Jetzt fliegt so viel Eiweiß durch die Luft, dass die Bremsen mancherorts zur Plage werden."

Viele Menschen beseitigten Nester in der Nähe des Wohnbereichs und setzten Gift ein, das auch für die Menschen nicht ungefährlich sei. Dabei helfen die fleißigen Blütenbesucher den Pflanzen bei der Fortpflanzung, die von den eher wählerischen Honigbienen nicht angeflogen werden. So auch Wildbienen und Hummeln: Sie gehören mit über 80 Prozent aller Blütengäste zu den wichtigsten Bestaubern von Obstbäumen, Beerensträuchern und Feldfrüchten. Wildbienen, die kleinsten wenige Millimeter groß, die größten etwa so groß wie Honigbienen, leben in hohlen Halmen oder Löchern. Sie ließen sich gut beobachten, ohne lästig zu werden, erklärt Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer des Naturschutzbundes NABU in Oldenburg. " Gerade Kindern wird das viel Freude bereiten." Er empfiehlt Nisthilfen in Form einfacher Holzklötze mit kleinen runden Löchern, die sich schon auf kleinstem Raum aufstellen lassen.

Ebenso schön und harmlos sind Hummeln. Manch einer mag sich fragen, wie die dicken Körper mit den unverhältnismäßig kleinen Flügeln überhaupt fliegen können. Die Lösung ist einfach: Wie ein Zeppelin pumpt das flauschige Tierchen seinen Körper mit Luft voll und schwebt mit bis zu 22 Kilometer in der Stunde durch die Luft. " Da Hummeln faul sind, taumeln sie jedoch meist mit höchsten fünf Kilometer in der Stunde durch die Gegend", erklärt Stiene. " Stechen tun sie nur, wenn sie gequetscht werden. Wittert eine Hummel Gefahr, legt sie sich mit dem Rücken auf die Erde und sticht zu." Stechen können sie nur mit dem Körper an einem Widerstand abgestützt.

" Normalerweise können Wespen, Hornissen oder Bienen und Menschen gut miteinander leben", sagt Stiene. Stellen die Tiere jedoch eine Gefahr für den Menschen dar, hilft er beim Umnisten. Dann werden die Nester vorsichtig mit einer Kiste überstülpt, abgeschnitten und an einen Ort mit möglichst gleichem Ökosystem gebracht. Stiene: " Ob sie dann allerdings überleben, kann auch ich nicht sagen."

EINE WESPE nascht Erdbeerkonfitüre auf einem Brötchen. In diesem Jahr sind die Tiere jedoch weniger ein Problem für die Menschen als noch im vergangenen Jahr. Foto: dpa

WESPEN UND LARVEN liegen tot auf dem Rest eines Nestes. Durch den warmen Sommer 2003 und den folgenden milden Winter gab es 2004 mehr Völker als üblich. Foto: AP
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