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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Der durchsichtige Tod für Vögel in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Glasfassaden an Gebäuden und Bushaltestellen als Vogelfallen - Muster an Scheiben könnten helfen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der durchsichtige Tod für Vögel in der Stadt

Glasfassaden an Gebäuden und Bushaltestellen als Vogelfallen - Muster an Scheiben können helfen

Von Gerhard Kooiker
Der Tod an Glasscheiben ist ein häufiges Schicksal für Vögel geworden. Die " Verglasung" in Siedlungsräumen ist allgegenwärtig und nimmt weiterhin zu: Telefon- und Wartehäuschen, Glasfassaden an Gebäuden, Wintergärten und verglaste Schallschutzwände an Straßen können tödliche Vogelfallen sein.

Glas ist doppelt gefährlich. Es reflektiert die Umgebung: Bäume und Himmel spiegeln sich und täuschen dem Vogel einen Lebensraum vor. Und es ist durchsichtig: Der Vogel sieht nur den Hintergrund und nimmt das Hindernis davor nicht wahr.

Besonders die verglasten Bushaltehäuschen in und um Osnabrück werden nicht selten zu Vogelfallen. Selbst wenn Vögel nach ihrem Aufprall unverletzt scheinen, gehen viele überlebende Anflugopfer später an inneren Verletzungen ein. Nach wissenschaftlichen Hochrechnungen fliegen allein in Europa täglich rund 250 000 Vögel an Glasfenstern in den Tod. In den USA werden jährlich 97, 6 Millionen Todesfälle geschätzt. Laut der Vogelwarte Hiddensee sind hier zu Lande mindestens 60 Vogelarten betroffen: Neben Sperbern, Amseln und Ringeltauben prallen auch Buntspechte, Eisvögel, Rauchschwalben, Rotkehlchen, Turmfalken und Weißstörche gegen die Gläser. Im Laufe des Monats Dezember letzten Jahres wurden zehn tödliche Glasanflüge an einer zweistöckigen Fassade des Schulzentrums in der Wüste registriert.

Was tun? Zum Schutz der Vögel vor Glasfenstern werden selbst klebende Greifvogelsilhouetten unterschiedlicher Größe angeboten. Leider nützen die gut gemeinten schwarzen Silhouetten nur wenig. Man könnte ebenso andere Muster an die Scheiben kleben, um auf das Hindernis aufmerksam zu machen. Am besten haben sich ungeputzte Scheiben und senkrechte Streifen bewährt, die etwa zwei Zentimeter breit sind und im Abstand von zehn Zentimetern aufgeklebt werden. Das gleiche lässt sich mit Gardinen, Jalousien, Rollos, Kordel- und Folienbändern, mit Lamellen und Kinderzeichnungen (Fingerfarbe) erzielen sowie mit Kunststoffreflektoren, die frei vor das Fenster gehängt werden.

Den Stadtwerken ist das Problem bekannt. " Wir sitzen hier zwischen Baum und Borke", so der Pressesprecher Ulf Middelberg. " Aus Gründen der Sicherheit haben wir von großflächigen Reklametafeln Abstand genommen. Es sollen keine uneinsehbaren und dunklen Ecken entstehen".

Viele gläserne Bushaltestellen stünden zudem vor Grünflächen oder Büschen, so dass sie keine große Gefahr für Vögel darstellten, ergänzt Stadtwerke-Sprecher Robert Woggon. Einem Gespräch mit den örtlichen Naturschutzvereinen, um den Scheibentod der Vögel zu minimieren, sieht Middelberg positiv entgegen.

AUFGEKLEBTE VÖGEL an Bushaltestellen sollen die Tiere vor einem Aufprall schützen.
Foto: Michael Hehmann
Autor:
Gerhard Kooiker


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