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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wurzeln kosten extra: Ratsmehrheit lässt Bäume fällen
Zwischenüberschrift:
Lürmannstraße: Weil Ahornbäume das Pflaster anheben, sollen sie abgesägt werden - Neupflanzungen sind geplant
Artikel:
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Originaltext:
An der Lürmannstraße schieben Baumwurzeln das Gehwegpflaster hoch. Das treibt die Unterhaltungskosten in die Höhe. CDU und FDP haben deshalb kurzerhand beschlossen, sie zu fällen.

Was lediglich als Mitteilungsvorlage eingereicht wurde, führte im Stadtentwicklungsausschuss ganz unerwartet zu einem Beschluss. Dabei wollte der Fachdienst Straßenbau zunächst nur auf ein Problem hinweisen: Die Wurzeln der Bäume heben das Pflaster des Bürgersteigs an. Der Umbau der Lürmannstraße war schon für den letzten Herbst geplant. Arbeiten an der Kanalisation haben das zunächst verhindert. Bei der Konkretisierung der Umbaupläne wurde jetzt deutlich: Die Ahornbäume an der Straße heben mit ihren Wurzeln das Pflaster an.

" Zum Teil ist das so erheblich, dass auf den Bürgersteigen ein Längsgefälle von sechs Prozent entsteht", sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau der Stadt. Für die Verkehrssicherheit könne dann nicht mehr garantiert werden. Vor allem alte Menschen und Rollstuhlfahrer hätten an den hochgedrückten Stellen Probleme.

Bei vier der etwa 80 Jahre alten Bäume wird nun geprüft, ob sie gefällt werden müssen. " Das ist die Maximalversion. Auf null werden wir aber nicht kommen", stellt Schmidt fest. Nachdem in den letzten Jahren der Bürgersteig an mehreren Stellen mit Asphalt geflickt wurde, ist die Stadt nun auf der Suche nach langfristigen Lösungen. Blieben die Bäume stehen, werde es immer wieder Probleme geben, meint Schmidt, denn: Da der Untergrund felsig ist, können die Baumwurzeln nicht in die Tiefe wachsen. Sie weichen dahin aus, wo Platz ist: nach oben.

Die Unfallgefahr ist nicht das einzige Problem. Zwei der Bäume schränken die Zufahrt zu den jeweiligen Grundstücken ein. Geschieht das bei dem einen Baum durch das Wurzelwerk, so steht ein anderer vor einer Garage. Allerdings haben die Anwohner diese im Bewusstsein gebaut, dass der Baum die Zufahrt behindert. Deshalb ist für Schmidt fraglich, ob auch dieser Baum gefällt wird.

Der Fachbereich Grün und Umwelt ist nicht angetan von den Abholzungsplänen. " Verwerfungen in den Griff zu kriegen ist nicht leicht, aber machbar", sagt Fachbereichsleiter Detlef Gerdts und hofft, dass er den Rat noch umstimmen kann. Er ist entrüstet, dass sich die Politik auf die Mitteilungsvorlage " draufgesetzt hat".

" Wir hätten nicht vorgeschlagen, die Bäume zu entfernen", betont Jürgen Schmidt, der lediglich auf Probleme hinweisen wollte. Ein Trost ist für ihn, dass in der Lürmannstraße auch Neuanpflanzungen geplant sind. Neben einem Ersatz für jeden gefällten Baum sind bis zu zehn weitere in Planung. Bis die allerdings die Größe und Leistung der gefällten Ahornbäume erzielen, werden Jahre vergehen.
Autor:
mlb


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