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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gut für die Umwelt und noch billiger
Zwischenüberschrift:
Spedition Hellmann hat den umweltfreundlichen BTL-Kraftstoff im Tank
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Beim Klimaschutz und in der Feinstaub-Debatte ist die Osnabrücker Spedition Hellmann ganz vorn: Seit Februar tanken die Brummis des Unternehmens Sprit aus Biomasse. Und der ist nicht nur CO2-neutral, sondern entwickelt auch ein Drittel weniger vom schädlichen Feinstaub. Im vergangenen Jahr wurde die Hellmann-Flotte bereits mit Biodiesel betankt. In diesem Jahr ist Hellmann nun zum BTL-Kraftstoff übergegangen. BTL steht für " Biomass-to-Liquid" und wird nicht allein aus ölhaltigen Früchten wie Raps hergestellt, sondern der Kraftstoff basiert auf der thermochemischen Vergasung von Bio-Rohstoffen, von Stroh, Restholz oder Energiepflanzen.

Hellmann bezieht den BTL-Sprit mit Namen " Biopar" über einen Lieferanten in Georgsmarienhütte aus Schweden. " Der Grundstoff sind Holzhäcksel als Abfallprodukt aus der Papierproduktion und Sägewerken", so berichtet Prof. Gerhard Lohmeier. " Eine geniale Idee", sagt der Hellmann-Umweltbeauftragte dazu, " im Gegensatz zum Biodiesel wird hier ein Abfallprodukt genutzt."

Die 43 eigenen Lastzüge der Spedition sind sämtlich in Osnabrück stationiert und laufen zum Teil sogar rund um die Uhr. Weil Hellmann nahezu ausschließlich im Begegnungsverkehr arbeitet - zwei Fahrer treffen sich auf halber Strecke und tauschen die Ladung, anschließend geht es zurück -, werden diese Zugmaschinen täglich in Osnabrück betankt. " Damit besitzt die Firma Hellmann die einzige Lkw-Flotte in Deutschland, die ausschließlich mit BTL läuft", berichtet Gerhard Lohmeier weiter. Der Kraftstoff wird sonst hauptsächlich für Gabelstapler in Hallen eingesetzt.

Und dabei laufen beachtliche Mengen durch die Zapfhähne der Firmen-Tankstelle an der Dornierstraße: 9000 Liter Tagesverbrauch und 180.000 Liter im Monat, rechnet Fuhrparkleiter Hendrik Jansen vor: " Weil wir aber im Monat nur 120.000 Liter bekommen können, setzen wir derzeit noch ein Drittel Dieselkraftstoff zu." Weil steuerbefreit, ist BTL zudem noch drei Cent billiger als herkömmlicher Diesel.

Immerhin ist der BTL-Sprit umweltfreundlich, weil er in der Energiebilanz zu 90 Prozent kohlendioxid-neutral ist und ein Drittel weniger Feinstaub produziert. " Außerdem warten wir jetzt schon auf die Partikelfilter", sagt Prof. Lohmeier dazu, " die der Motorenhersteller MAN im Herbst anbieten will."

Zur Sache: Die Pyrolyse

Biomasse wird zu Kraftstoff

Das Herstellungsverfahren für BTL (Biomass-to-Liquid) wurde bereits 1925 von Franz Fischer und Hans Tropsch am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohleforschung in Mülheim an der Ruhr entwickelt. Stroh, Holzhäcksel oder andere Biomasse wird auf 475 Grad erhitzt und das dabei entstehende Pyrolyse-Gas verflüssigt. Die flüssigen Kohlenwasserstoffe können zu Kraftstoffen verarbeitet werden.( fhv)
Autor:
fhv


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