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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alte Kanonen jetzt mit neuen Lafetten
Zwischenüberschrift:
Vitischanze für 340 000 Büro saniert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Als 1633 die Schweden die Stadt Osnabrück belagerten, mussten die Kanonen auf der Vitischanze die Hauptlast der Verteidigung tragen. In den letzten Monaten wurde diese Schlüsselstellung der alten Stadtbefestigung saniert und ist nun " schöner als zuvor", wie OB Hans-Jürgen Fip beim Ortstermin sagte.

Die Liste der Schäden an der alten Wehranlage war lang: Efeubewuchs, offene Fugen und lose Steine hatten die Substanz der Hohen Brücke angegriffen. Auch die Grünanlage vor der alten Bastion war verwildert und verstellte den Blick auf das historische Bauwerk.

Vom Frühjahr bis zum Spätsommer wurden daher die Brücke und die vorgelagerte Bastion vollständig überarbeitet: Das Mauerwerk aus Westerberger Kalkstein ist gereinigt, ausgebessert und mit einer Kalkschlämme verfugt, die Grünanlage ausgelichtet, neu bepflanzt und der Rasen eingesät. Zusätzlich bekam die Brücke einen Unterspülschutz aus Spundbohlen. Die wenig stilechte Einfassungsmauer aus schnödem Beton zur Straße hin bekam mit Rücksicht auf den historischen Zusammenhang ein neues Gesicht aus Bruchstein-Mauerwerk.

Und nicht zu vergessen: Die beiden trutzigen Feldschlangen vor der Vitischanze haben jetzt neue Lafetten aus dicken Eichenbohlen bekommen. So lassen die Kanonenrohre wenigstens etwas vom einstmals wehrhaften Charakter dieser Stadtbefestigung erahnen: Befehligte hier doch Im Dreißigjährigen Krieg ein Jesuit eine Feldschlange namens " Beata" (die Glückliche), welche den Schweden so sehr zugesetzt haben soll, dass die Belagerer ihre Geschütze zeitweise zurückziehen mussten.

Diese Geschichte lenkt den Blick auf die nach den Worten von Denkmalpfleger Bruno Switala " singuläre Funktion" der ganzen Anlage: Denn die Hohe Brücke vor dem Barenturm war ursprünglich eher ein gedeckter Wehrgang zur vorgelagerten Bastion. So findet sich über den Brückenbögen im Innern ein niedriger Gang, dessen Existenz die Schießscharten verraten. Switala datiert den Bau in seiner frühesten Form auf die Zeit um 1500.

Allerdings haben spätere Generationen vieles hinzugefügt - aus militärischen, romantischen oder auch pekuniären Erwägungen. Wo einstmals Kanonenkugeln gestapelt waren, rollt heute ja die Roulettekugel.

Gleichwohl gilt die Vitischanze samt Hoher Brücke und dem 1471 errichteten Barenturm auch vor den gestrengen Augen der Europäischen Union als " Kulturelles Erbe". Deshalb beteiligte sich die Euregio im Rahmen des Strukturfonds für regionale Entwicklung mit 115 000 Euro an der insgesamt 340 000 Euro erfordernden Sanierung des Baudenkmals.

Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip sprach denn auch gestern beim Ortstermin in seinen Dankesworten doppeldeutig von " einem großen Gewinn" für die Stadt Osnabrück: So zahle sich wieder einmal aus, dass die Stadt im Städtedreieck mit Münster und Hengelo seit langem Mitglied der Euregio ist.
Autor:
fhv


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