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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Es gibt keinen Grund nachzukarten"
Zwischenüberschrift:
Die Sichtweise des früheren Haller-Willem-Gegner - Die Zweifel bleiben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ GMHütte (we) Ein süßes " Hallo Willem", wie auf dem Werbeflyer für die Haller-Willem-Eröffnung zu lesen ist, kommt den früheren Kritikern der Streckenreaktivierung nicht über die Lippen. Aber statt strikter Ablehnung haben die meisten Gegner von einst heute eine differenzierte Position zum " Comeback einer Legende". Allerdings bleiben die Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der investierten rund 16 Millionen Euro.

" Der Zug ist Im Anrollen, und es gibt für mich keinen Grund nachzukarten. Im Gegenteil: Ich hoffe, dass der Haller Willem jetzt ein Erfolg wird und viel Kaufkraft in die Oeseder City bringt", versucht das GMHütter CDU-Ratsmitglied Johannes Rehm, in den vergangenen Jahren erbitterter Gegner des Bahn-Wiederbelebungsprojekts, die Entwicklung positiv zu sehen. Der 60-jährige Polit-Routinier hatte vor allem die aus seiner Sicht fehlende Wirtschaftlichkeit kritisiert (" Meines Erachtens gibt es nicht die erhoffte Zahl an Fahrgästen") und im November 2000 öffentlich die Wette angeboten: " Ich setze einen Schinken, dass der Haller Willem nicht kommt."

Das Versprechen wird am kommenden Sonntag beim Oeseder Bahnhofsfest zum Haller-Willem-Start eingelöst: ein 7, 2 Kilo schwerer Knochenschinken wird von Rehm als Knobel-Gewinn ausgesetzt. Dabei kommt ein historisches Haller-Willem-Souvenir zum Einsatz - die alte Lokomotivführermütze seines Vaters, der während des Krieges für Dampf auf der Strecke sorgte.

Für Rehm bleibt ein Schwachpunkt, dass die Deutsche-Bahn-Verbindung über Herford schneller ist als der direkte Haller-Willem-Weg zwischen Bielefeld und Osnabrück. Außerdem ärgert ihn der nicht realisierte Haltepunkt in Malbergen: " Das hätte Fahrgäste gebracht, denn mit dem Stahlwerk Georgsmarienhütte, der Firma Holtmeyer oder Matzner finden sich hier Firmen mit insgesamt knapp 2000 Beschäftigten. Aber vielleicht geht die Fahrgastrechnung ja doch irgendwie auf."

Nach wie vor aktiv ist die Sutthauser Initiative " Nein zur Industriebahn Haller Willem e.V.", die sich im Herbst 2000 unmittelbar nach Bekanntgabe des Reaktivierungsbeschlusses durch den früheren Ministerpräsidenten Gabriel gegründet hatte und damals innerhalb kurzer Zeit 600 Unterschriften sammelte. Der Vorsitzende Martin Niemann: " Wir sind nie gegen den Personennahverkehr auf der Bahnstrecke gewesen - nur gegen die Pläne, die Strecke auch für den Güterverkehr zu nutzen, und das vertreten wir auch weiter. Der zunächst vorgesehene direkte Haller-Willem-Anschluss für das Stahlwerk Georgsmarienhütte wäre eine Verschwendung von Steuergeldern gewesen, da ja die Hüttenbahn über Hasbergen angebunden ist." Außerdem sei der Transport von Gütern wegen des Fahrplan-Taktes nur nachts möglich, was für die Anwohner " unzumutbar" sei. Die bisherigen Probebetrieb-Erfahrungen: " Der Zug ist leiser als gedacht, aber dort, wo die Wohnbebauung fast direkt bis ans Gleis heranreicht, deutlich wahrnehmbar."

WETTSCHULD: Der GMHütter CDU-Ratsherr Johannes Rehm wird am Sonntag beim Oeseder Bahnhofsfest einen Schinken für den guten Zweck versteigern. Er hatte öffentlich erklärt: " Ich setze einen Schinken, dass der Haller Willem nicht kommt." Foto: Parton
Autor:
we


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