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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Reisen wie einst die Eidgenossen
Zwischenüberschrift:
Busunternehmen plant Stadtrundfahrten mit Schweizer Oldtimer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Reisen wie einst die Eidgenossen

Busunternehmen plant Stadtrundfahrten mit Schweizer Oldtimer

Osnabrück (KMOE) Der Dieselmotor tuckert rhythmisch, die roten Rücklichter strahlen - langsam rollt der Sechszylinder aus der staubigen Atmosphäre der Lagerhalle ins Sonnenlicht auf dem Hof. Vor 20 Jahren war der dunkelgelbe Postbus noch täglich in den Schweizer Bergen im Einsatz.

Jetzt steht er da mit seinen 110 PS und 8, 5 Liter Hubraum unter der kantigen Motorhaube, von Rost, Dreck und Schimmel befreit bis in den letzten Winkel zwischen den originalen Holzbänken. Besitzer Frank Tappe stellt sein " altes Schätzchen" nicht ohne Stolz vor: " Er hat zehn Jahre lang bloß in einer Halle gestanden. Ich habe ihn gekauft, und wir haben ihn dann unter Hinzuziehung von Fachleuten von Grund auf saniert."

Nicht ohne Grund. Denn Tappe, Chef des Reiseunternehmens Höhner, will das urige Gefährt in den Osnabrücker Straßenverkehr bringen. Regelmäßig. An Wochenenden - als " touristische Attraktion ähnlich wie wir hier die Nachtwächter haben", sagt der 39-Jährige.

Einmal pro Woche, wechselnd am Samstag und Sonntag, will Höhner Reisen bald Touren durch die Stadt anbieten. Fahren wie zu Omas Zeiten sozusagen. Zumindest, was das Innere des Busses angeht. Fürs Konzept hat Tappe bereits Ideen: " Es können historische Stadtrundfahrten werden beziehungsweise Touren zum Varusschlachtmuseum oder eine Bäderroute etwa."

Bis dahin schlummert der Bus Baujahr 1959 des Schweizer Herstellers FBW zumeist in der Halle, wo noch zwei weitere alte aufgemöbelte Postbusse und mehrere Personenanhänger stehen. Auch die Anhänger sollen demnächst noch von Rost und demolierten Sitzen und Scheiben zu einladenden historischen Reisevehikeln werden, wie der FBW.

" Etwa 1 000 Arbeitsstunden stecken in dem Bus", sagt Tappe und zeigt, wie die Scheibenwischer, wenn sie vor dem Start noch nicht durch Luftdruck versorgt werden, von innen per Hand bedient werden müssen. 130 Stundenkilometer zeigt der Tacho als Maximum an - " der Wagen schafft höchstens 75", lacht der Reiseunternehmer. " Am besten fährt man aber 70." So wie vor drei Wochen, als sich Tappe mit einigen Gästen zu einem Treffen für Oldtimerbusse in Österreich aufmachte.

" Für Leute von außerhalb könnte das Angebot von Stadtfahrten besonders attraktiv sein", schaut er voraus. Und auch Osnabrücker, zum Beispiel Familien mit Kindern, sollen ihren Gefallen daran finden. Zurzeit sucht Tappe allerdings noch Unterstützung durch die Stadt.

Ein erster Kontakt zur Osnabrücker Marketing- und Tourismus GmbH (OMT) ist geknüpft, ein Treffen angedacht. " Wenn das Konzept gut und für uns vertretbar ist, könnte man zusammenarbeiten", sagt OMT-Geschäftsführer Oliver Mix. Bis dahin dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen.

AUFGEMÖBELT, lackiert und in Stand gesetzt haben Frank Tappe und Kollegen drei alte Schweizer Postbusse. " Däi aale Isenstier" (Der alte Isenstedter) steht an der Längsseite dieses Sechszylinders - eine Erinnerung Tappes an seine Heimat Isenstedt im Kreis Minden-Lübbeke, von wo er kürzlich in die Hasestadt zog. Foto: Egmont Seiler
Autor:
KMOE


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