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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Über dem gesamten Straßenzug lag ein leichter Essiggeruch
Zwischenüberschrift:
Zeitreise in der Gartlage
 
Früher produzierte die Firma Kühne an der Bohmter Straße Gurken und Senf - Der Bahnübergang sorgte für lange Wartezeiten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise in der Gartlage

Über dem gesamten Straßenzug lag ein leichter Essiggeruch

Früher produzierte die Firma Kühne an der Bohmter Straße Gurken und Senf - Der Bahnübergang sorgte für lange Wartezeiten

Gartlage (tos)

Das Foto aus dem Frühjahr 1914 zeigt den Bahnübergang an der Schillerstraße mit stadtauswärts gerichtetem Blick in die Bohmter Straße und in die Buersche Straße. 1918 wurde hier der auf Straßenniveau verlaufende Bahnkörper angehoben und für den Verkehr eine Unterführung angelegt. Der Fußgängertunnel in Richtung Buersche und Bohmter Straße existiert noch heute.

Die Umgestaltungsmaßnahmen der Bahngleise waren damals infolge des zunehmenden Verkehrs notwendig geworden. Der auf dem Foto abgebildete Bereich der Schiller Straße (heute heißt dieser Straßenabschnitt Kleiststraße) war bis dahin der wichtigste Zubringer zum Stadtteil Schinkel und zur belebten Ausfahrtstraße Richtung Bohmte-Bremen. Der " Eiserne Ring" behinderte den innerstädtischen Verkehr erheblich, denn der ständig geschlossene Bahnübergang sorgte für lange Wartezeiten. Die Höherlegung der Gleise brachte eine bis heute beibehaltene veränderte Verkehrsführung mit sich. Sämtliche Straßen, die zur neu angelegten Unterführung verliefen, wurden tiefer gelegt. Die vom Neumarkt direkt zum Hannoverschen Bahnhof führende Wirtekindstraße verlegte man rechts am Bahnhof vorbei zur Alten Poststraße. Hier, über die Alte Poststraße, rollt noch heute der stadtauswärts fließende Verkehr, der in einer lang gezogenen Linkskurve in den zweiten Abschnitt der Bohmter Straße mündet. Das erste Teilstück der Straße, zwischen Buerscher Straße und Alter Poststraße, wurde in eine verkehrsberuhigte Einbahnstraße verwandelt.

Zwischen den beiden Weltkriegen sah es in dieser Straßenecke noch ganz anders aus. In dem hellen Gebäude, das sich mittig in der historischen Aufnahme befindet, lockten in jenen Jahren die Angebote einer Drogerie und eines Porzellan-Großhandels. In dem rechts daran anschließenden Haus war eine städtische Armenküche eingerichtet, die durch den Rundbogen zugänglich war.

Linker Hand auf dem Platz zwischen Bohmter Straße und der Alten Postraße befand sich das imposante Gebäude des Arbeitsamtes. Dieses wurde wie viele andere Gebäude in diesem Bereich während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Heute steht auf dem Gelände eine Tankstelle.

Vor über 70 Jahren prägten nicht Autos, sondern die Pferdefuhrwerke der " Hauderer" das Bild der lindengesäumten Bohmter Straße. Sie wurden hier von den städtischen Großhändlern mit Lebensmitteln, Holz- und Eisenwaren beladen und brachen mit ihrer Fracht in Richtung Bohmte auf.

Nur auf der rechten Straßenseite befanden sich Gaslaternen, wie sie auf dem Foto zu sehen sind. Abends kam, so erinnert sich unser Leser Horst Heidenreich, der in der Bohmter Straße aufgewachsen ist, ein Motorradfahrer der städtischen Gaswerke mit einer zwei Meter langen Stange angefahren, um die Laternen zu entzünden. Und noch etwas prägte diesen Abschnitt der Bohmter Straße über Jahrzehnte: Über dem gesamten Straßenzug lag ein leichter Essiggeruch. Die Firma Carl Kühne produzierte hier mehr als 70 Jahre lang Essig, Senf, Sauerkraut und eingelegte Gurken. Im vergangenen Jahr schloss die Firma ihre Pforten.

VIEL GEDULD benötigten die Osnabrücker an diesem Bahnübergang, denn er war ständig geschlossen. Das Foto haben wir dem Buch " Lichtenberg - Bilder einer Stadt" entnommen, erschienen im Rasch Verlag Bramsche.

DER WEG WIRD FREI: Auf Grund des zunehmenden Verkehrs wurde der Bahnübergang umgestaltet. Die Gleise wurden höher gelegt, so dass die Bahn den Verkehr nicht mehr beeinträchtigt. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


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