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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Stadtbaurat räumt heute leise sein Büro
Zwischenüberschrift:
Ellinghaus geht ohne Abschiedsfeier
Artikel:
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Originaltext:
Der Stadtbaurat räumt heute leise sein Büro

Ellinghaus geht ohne Abschiedsfeier

Von Wilfried Hinrichs

Osnabrück

Er hätte gern weitergemacht. Er hätte gern weitergeplant, - gebaut, - gestaltet. Aber Stadtbaurat Jörg Ellinghaus muss heute nach zwölf Jahren Dienst seinen Schreibtisch räumen. Die Politiker haben seinen Vertrag nicht verlängert - und es scheint, dass er froh ist, die politischen Grabenkämpfe hinter sich lassen zu können.

1993 bezog der damalige Baudirektor beim Landkreis Osnabrück das Chefbüro im Dominikanerkloster. Die CDU hatte ihn für diesen Job vorgeschlagen. Parteimitglied wurde er erst später. Es war wohl ein großes Missverständnis. Denn Jörg Ellinghaus sieht sich selbst nicht als politischen Menschen oder gar politischen Beamten. Erist von Haus aus Architekt. Planen und Bauen sind sein Fach, nicht die politische Auseinandersetzung oder die Suche nach Mehrheiten. " Ich bin nur Berater der Politik", sagt er und legt eine Pause ein. Der Satz könnte etwa so weitergehen: Doch wenn die gewählten Entscheider im Stadtrat den Rat ausschlagen, ist ein Stadtbaurat machtlos.

Ellinghaus hat eine Tabelle angefertigt, die einen Überblick gibt über seine " wesentlichen Tätigkeitsfelder" in den zwölf Janren. Die Bilanz seiner Arbeit. Großprojekte der Stadtentwicklung sind darunter wie der Bahnhofsvorplatz und die Kamp-Promenade. Herausragende Bauten zählt er auf, die Theater-Erweiterung, das Nettebad, Schulgebäude. Und in der langen Liste der unter seiner Regie neu gestalteten Straßen steht auch die Große Straße. Die Große Straße, das große Pflaster-Desaster wurde ihm angelastet - und das trifft ihn noch heute. Denn die Schuldigen seien die Baufirmen: " Wenn Sie ein Auto bestellen und ein Montagsauto bekommen, kann man Sie als Käufer doch nicht haftbar machen."

Ellinghaus macht " Dienst bis zur letzten Minute". Erst heute Nachmittag rollt er den Plan der Stadt aus dem Jahr 1948 ein, den Mitarbeiter ihm geschenkt haben und der eine Wand im Büro beherrscht. Die andere Wand schmückt ein Bild seines Flugzeugs. " Wieder mehr Segelfliegen" will er von der kommenden Woche an. Sich mehr um seinen Sohn kümmern, mehr laufen als nur die eine Neun-Kilometer-Runde in der Woche. In den Ruhestand geht der 56-Jährige aber nicht: Schon Montag will er neu und anders in seinem Fach tätig werden. Mehr lässt er sich dazu nicht entlocken.

Ellinghaus geht lautlos. Auf eine offizielle Verabschiedung durch die Stadt hat er dankend verzichtet.

LETZTER ARBEITSTAG für Stadtbaurat Jörg Ellinghaus. Am 1. Juni fängt Wolfgang Griesert aus Krefeld an. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Wilfried Hinrichs


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