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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Tarif-Faltblatt: Damit Badegäste durchblicken
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Die Stadtwerke bewegen sich nach Kritik an Warteschlangen und Kassensystem im Nettebad
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Tarif-Faltblatt: Damit Badegäste durchblicken

Die Stadtwerke bewegen sich nach Kritik an Warteschlangen und Kassensystem im Nettebad

Von Dietmar Kröger

Osnabrück

Seit Eröffnung des Nettebades hat es vor allem am Kassen- und Tarifsystem Kritik gehagelt. Nun sind die Betreiber, die Stadtwerke Osnabrück in die Offensive gegangen. Sie wollen ab sofort ihr Preissystem " besser kommunizieren".

Gestern um 12 Uhr waren es genau 59 289 Gäste, die das Bad seit seiner Eröffnung am 20. März besucht haben (allein am vergangenen Sonntag waren es 2 200). Eine stolze Zahl, wie Stadtwerke-Sprecher Robert Woggon und der Leiter der Bäderabteilung, Roland Kettler, meinen. Gleichzeitig gestehen sie Unmut und Verdruss, bedingt durch lange Wartezeiten und das von vielen nicht verstandene Tarifsystem, ein.

Kettler sprach gestern von einem " Lernprozess aller Beteiligten". So wird für die Stoßzeiten eine vierte Kasse eingerichtet und das Personal aufgestockt. Außerdem sollen Schwimmer und Saunagäste kassentechnisch voneinander getrennt werden. Gleichzeitig wurde die Karenzzeit, sozusagen der Überziehungskredit für die Schwimmzeit, von acht auf 15 Minuten erhöht. Ändern wollen die Verantwortlichen aber weder am Preissystem noch am Kassensystem mit seinem Kernbestandteil, dem elektronischen Chip, etwas. Woggon zu den Preisen: " Alles andere ginge zu Lasten der sozialen Verträglichkeit." Vielmehr soll das von vielen wegen seiner Unübersichtlichkeit angeprangerte Gefüge den Gästen mittels Faltblättern näher gebracht werden. Ein erstes ist auf dem Markt, Titel: " Das Tarif-Vorschuss-System im Nettebad". Ein zweites, das sich speziell an Familien richtet ist in Arbeit. Darin werden Familien dann auch erfahren, dass zum Beispiel bei einer Schwimmzeit unter 90 Minuten der Einzeltarif günstiger ist als die Familienkarte.

Dass es Verständnisprobleme bei den Besuchern gibt, können die Verantwortlichen zwar nachvollziehen, gleichwohl sei das System mit seinen drei Basis-Tarifen noch sehr übersichtlich, führt Kettler ins Feld. Es sei sogar ein " Vorzeigeobjekt für andere Bäder".

Wie aber machen es die anderen? Zum Beispiel das Aaseebad in Ibbenbüren: Die Tageskarte kostet sechs Euro für Erwachsene und 2, 50 für Kinder, die Familienkarte 15 Euro (zwei Erwachsene, zwei Kinder) jedes weitere Kind einen Euro. Und wer weniger als zwei Stunden im Bad bleibt, bekommt bei Vorlage des Kassenbons als Erwachsener drei Euro zurück, als Kind 50 Cent. Außerdem gibt es noch Zehner- und Jahreskarten (35 und 16 Euro bzw. 205 und 62 Euro). Probleme an der Kasse sind in Ibbenbüren unbekannt, wenngleich auch dort zu Spitzenzeiten 2 000 Personen täglich bedient werden - von zwei Mitarbeiterinnen.

Wenn der Freibadbereich geöffnet ist (spätestens am 25. Mai), erwarten Kettler und Woggon noch wesentlich mehr Besucher. Dann wird es einen Tagespreis für Freibadgäste geben, der ungefähr dem Vier-Stunden-Tarif entspricht, allerdings ohne Chip, also auch ohne Schrank, und ohne Rückerstattung. Zwei zusätzliche Kassen sollen den dann zu erwartenden Ansturm abfangen.

Tarife im Nettebad

Kompliziertes System

Von Dietmar Kröger

Die Betreiber des Nettebades haben gemerkt, dass mit ihrem Kassen- und Tarifsystem etwas nicht so ganz stimmt, bestehen aber weiterhin darauf von einem " Tarifsystem mit Köpfchen" zu sprechen. Seinen eigenen Kopf hat das System am vergangenen Freitag bewiesen, als es total zusammenbrach und die Schwimmer einen Tag lang freien Eintritt genießen konnten. Eine Systembedingte Wiedergutmachung für den entstandenen Ärger? Wohl kaum. Aber wenn etwas so kompliziert ist, dass man es den Kunden nur durch mehrere Faltblätter erklären kann, wird die gewünschte Kundenfreundlichkeit verfehlt. Der Satz " Wir müssen das besser kommunizieren" erinnert an Versuche in der Politik, falsche Entscheidungen im Nachhinein als Stein der Weisen zu verkaufen.

Zusätzliches Personal, eine weitere Kasse und das Sortieren der Besucher nach Schwimmbad- und Saunagästen mag helfen, die Wunden der ersten Wochen zu lindem. Ob es sie aber heilt?

Zu wünschen wäre es dem Bad, denn es findet viel Zuspruch, der hoffentlich auch anhält, wenn der Reiz des Neuen vergangen ist.

DAS TARIFSYSTEM im Nettebad versuchte gestern Roland Kettler den Journalisten zu erklären. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Dietmar Kröger


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