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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Durchreise endete oft in der Pfanne
Zwischenüberschrift:
Wacholderdrosseln ziehen derzeit durchs Osnabrücker Land nach Norden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Durchreise endete oft in der Pfanne

Wacholderdrosseln ziehen derzeit durchs Osnabrücker Land nach Norden

Von Gerd Kooiker

Schinkel-Ost

In der Schinkeler Feldflur spiegelt sich in den Pfützen der lang ersehnte Frühlingshimmel. Plötzlich fallen auf einer Weide nahe dem Schinkeler Friedhof amselgroße, graubraune Vögel ein: Wacholderdrosseln - mit aschgrauem Rücken und schwarz betropfter heller Brust.

Die Drosseln sind emsig auf der Wiese beschäftigt, fressen, fliegen schackernd umher und sind munter und guter Dinge. Der Trupp besteht aus gut 100 Vögeln, die auf dem Weg von Südeuropa in die Wälder nordischer und nordöstlicher Länder hier rasten.

Früher erfreute man sich der Wacholderdrosseln - damals Krammetsvögel genannt - vor allem wegen ihres Geschmacks. Die Vögel wurden zu Millionen gefangen und verspeist. Gebraten galten sie als Delikatesse.

Nicht alle Wacholderdrosseln ziehen weiter in nordische Gefilde. Eine kleine Population von rund 75 Paaren brütet seit Ende der 1980er Jahre auch auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück. Hier bestehen jedoch große Verbreitungslücken. Der Siedlungsschwerpunkt liegt eindeutig in den östlichen Stadtteilen. Das Flusstal der Hase wird in Lüstringen, Düstrup und Fledder durchgängig von der Wacholderdrossel besiedelt. Das kommt daher, weil die Besiedlung in den östlichen Grünlandbereichen zwischen Melle, Wissingen und Lüstringen im Jahr 1978 begann und sich bis heute kontinuierlich nach Westen in die östlichen Stadtteile (Lüstringen-Gretesch, Voxtrup, Fledder, Schinkel-Ost) fortgesetzt hat.

Die Drossel brütet bei uns mit Vorliebe in kleinen Kolonien in Bach- und Flusstälern der offenen Parklandschaft mit einem hohen Grünlandanteil. Ihre Brutbiotope sind daher meist an Grünland angrenzende Wallhecken und Feldgehölze sowie Waldränder, dieüberwiegend aus Pappeln, Erlen, Eschen, Weiden und Kiefern bestehen. Für den Nestbau benötigt sie feuchte Erde, die sie hier findet. Das Regenwurmangebot scheint mit der wichtigste Faktor bei der Wahl des Brutplatzes zu sein. Kurzrasige Wiesen oder Viehweiden mit einem bestimmten Feuchtigkeitsgrad sind notwendig, um genug Regenwürmer zu erbeuten, da ihre Jungen zu über 50 Prozent davon ernährt werden.

DIE WACHOLDERDROSSEL liebt feuchte Wiesen. Auf der Durchreise nach Norden macht sie in Schinkel Station. Eine kleine Population von rund 75 Paaren brütet seit Ende der 1980er Jahre auch auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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