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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Kinder sind auf diesem Spielplatz nicht zu sehen
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Bald Grünfläche an der Lohstraße?
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Originaltext:
Kinder sind auf diesem Spielplatz nicht zu sehen

Bald Grünfläche an der Lohstraße?

Innenstadt (nina) In der Innenstadt leben immer weniger Kinder. Auf einigen Spielplatzen tummeln sich inzwischen mehr Obdachlose als Kinder. Ein trauriges Beispiel ist der Spielplatz an der Lohstraße. Die Stadt überlegt jetzt, ihn zu schließen.

Zigarettenkippen und Laub im Sandkasten. Auf der Elefanten-Schaukel hat sich Moos angesiedelt. Die Kronkorken neben dem Mülleimer sind die letzten Zeugen eines nächtlichen Trinkgelages auf dem Spielplatz Lohstraße. Kinder werden hier nur noch selten gesehen.

Nichts für Kinder sei der Spielplatz, sagt die 20-jährige Michele Rödiger. Wie zur Bestätigung nickt ihr Sohn Leon. " Es ist übelst laut. Die Obdachlosen schmeißen mit ihren Bierflaschen." Michele Rödiger wohnt im St.-Anna-Stift. Das hat nur eine kleine Grünfläche vor dem Haus. Deshalb würde die junge Mutter ihren Leon lieber auf dem Spielplatz an der Lohstraße spielen lassen. " Da soll die Polizei Streife fahren", sagt Adele Cranitz. Auch sie will ihrer Tochter Alisha den Spielplatz an der Lohstraße auf keinen Fall zumuten.

Im Einzugsbereich des Spielplatzes leben deutlich weniger Kinder als noch vor zehn Jahren. " Es gibt hier keine Kinder, nur die " Wermutbrüder", klagt die Anwohnerin Christel Schawe (79). Sie hat Katharina Schlattner vom Jugendhilfeausschuss angesprochen. Der Ausschuss tagt im Juni wieder - bis dahin prüfen die Verantwortlichen der Stadt, ob der Spielplatz überhaupt noch gebraucht wird. " Die Lage in der Innenstadt ist problematisch durch die zweckentfremdete Nutzung", fasst Hans-Georg Weisleder vom Fachdienst Jugend zusammen. " Es gibt immer weniger Kinder in der Innenstadt."

Wie viele Kinder es im Einzugsbereich des Spielplatzes sind, wird jetzt ermittelt. Vorschnell will Weisleder dem Spielplatz aber nicht den Todesstoß versetzen: " Einmal geschlossene Spielplätze werden nicht wieder geöffnet", gibt er zu bedenken. Zudem sei zu wünschen, dass es in der Innenstadt weiter Spielplätze gibt. Die nächsten sind am Lortzingplatz und an der Dielinger Straße zu finden.

Die Erzieherinnnen der benachbarten evangelischen Kindertagesstätte sind auch nicht gut auf den Spielplatz zu sprechen. Mit ihren Schützlingen nehmen sie lieber einen langen Weg zur Rolandsmauer oder zum Westerberg in Kauf, wie Kita-Leiterin Sabine Busmann vermerkt.

Wenn sie die Kinder doch mal an der Lohstraße spielen lässt, entfernt sie vorher den gröbsten Dreck. Sabine Busmann hält eine stärkere Polizeipräsenz für unabdingbar. Doch der Fachdienst Jugend winkt ab: " Zu teuer."

Bleibt noch die Möglichkeit, aus dem Spielplatz eine öffentliche Grünfläche zu machen. " Dann dürften da aber keine Bänke stehen, sonst sitzen die Obdachlosen da wieder", meint Christel Schawe. Dann gingen die Kinder der Kita aber leer aus, befürchtet Leiterin Sabine Busmann.

KEIN ORT FÜR KINDER: Der Spielplatz an der Lohstraße ist völlig heruntergekommen. Foto: Gert Westdörp
Autor:
nina


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