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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Lieferverkehr bald auch am Abend?
Zwischenüberschrift:
Neue Zeiten für die Fußgängerzone
Artikel:
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Originaltext:
Lieferverkehr bald auch am Abend?

Neue Zeiten für die Fußgängerzone

Von Rainer Lahmann-Lammert

OSNABRÜCK. Sollen Lieferfahrzeuge demnächst auch abends durch die Fußgängerzone rollen? Die Geschäftsleute wünschen sich das, aber zugleich geht die Angst um, dass eine Wolke von Dieselabgasen allabendlich das Leben auf der Straße ersticken würde. Im Gespräch sind auch längere Zeiten für Radfahrer.

Morgens von 6 bis 10 Uhr ist der Lieferverkehr erlaubt. Nur im Schritt-Tempo dürfen sich die Fahrzeuge durch die Einkaufsstraßen bewegen, Rücksicht gegenüber den Fußgängern wird als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Im Stadtentwicklungsausschuss gab es jedoch massive Zweifel, ob diese Vorgaben überhaupt noch der Realität entsprechen.

Von " unerträglichen Zuständen" sprach der SPD-Politiker Ulrich Hus: " Die fahren einem die Hacken ab und werden dann noch kackfrech!" Seine Empörung galt vor allem den Fahrern der Paketdienste, die sich durch eine unerhörte Dreistigkeit auszeichneten. Niemand widersprach ihm, und Hus plädierte dafür, den Lieferverkehr nicht in die Abendstunden auszudehnen.

Genau das hatte Norbert Obermeyer vom Fachdienst Straßenverkehr vorgeschlagen, um einem Wunsch des Einzelhandelsverbands und einzelner Geschäftsleute Rechnung zu tragen. So müssten die Bäckereifilialen nicht nur beliefert, sondern auch abends leer geräumt werden. Zurzeit geschehe das illegal - " wir tolerieren das mehr oder weniger", fasste Obermeyer zusammen. Der Vorschlag der Verwaltung: zusätzliche Lieferzeiten von 19 bis 21 Uhr.

Besser stillschweigend tolerieren als legalisieren, meinten dagegen mehrere Politiker. Die Stadt könne sich doch freuen, dass mit den Straßencafes zumindest im Sommer mehr Leben in die Stadt komme. Wenn der Cappuccino-Genuss durch Dieselabgase getrübt werde, könne sich die Innenstadt schnell wieder leeren.

Eine Entscheidung stellte der Stadtentwicklungsausschuss zurück. Jetzt sollen erst einmal Gespräche mit dem Osnabrücker City-Marketing (OCM) geführt werden.

Noch offen blieb auch, ob die Radler abends schon etwas früher und morgens noch etwas später durch die Fußgängerzone fahren dürfen. Bislang sind die Velos von 21 bis 8 Uhr geduldet, nach Ansicht der Grünen sollte morgens und abends jeweils eine Stunde drangehängt werden (also 20 bis 9 Uhr).

Obwohl dieser Vorschlag auf Sympathie stieß, gab es auch Bedenken. Morgens zwischen 8 und 9 Uhr seien schon viele Fußgänger auf den Beinen, die zum Beispiel zum Arzt wollten, hieß es. Nachdem mehrere Kompromisse diskutiert wurden wie 21 bis 9 Uhr oder 20.30 bis 8.30 Uhr, entschied sich der Ausschuss, auch dieses Thema zu vertragen.

Ohne Lieferanten geht es nicht. Die Frage ist nur. wann sie in die Fußgängerzone dürfen. Foto Michael Hehmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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