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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hasemühlen der Stadt Osnabrück.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Aus den Ausführungen, die die gewohnte Gründlichkeit und Sorgfalt Dr. Hoffmeyers erkennen ließen, geben wir folgendes wieder: Osnabrück hat drei Hasemühlen gehabt, von denen zwei noch vorhanden sind: die Pernickel- und Neue Mühle. Die Herrenteichsmühle, die sich an der Stelle befand, an der heute das Wohnhaus des Fabrikanten Croon steht, ist inzwischen verschwunden. Die ältesten Mühlen lagen nach Stüve nicht direkt an der Hase, sondern an ihren Nebenflüssen. Das dürfte seinen Grund darin gehabt haben, daß die Hase damals wasserreicher war als heute und erhebliche Verwüstungen anzurichten imstande war, so daß man nicht wagte, die Mühlen direkt an den Fluß zu legen.
Die Herrenteichsmühle hatte als Eigentümer das Domkapitel und wurde in Erbpacht vermietet, bis man sie nach schlechten Erfahrungen ab 1655 nur zeitweise verpachtete. Bei dem Bau der Mühle wurde gleichzeitig auch eine Brücke errichtet, die, zunächst aus Holz, 1798/ 99 durch eine steinerne abgelöst wurde. Als später der Verkehr von der Herrenteichsstraße nach dem neuen Bahnhof einsetzte, genügte die Brücke den Ansprüchen wiederum nicht mehr und mußte nochmals verbreitert werden.
Die zweite Mühle ist die Pernickelmühle. Der Ausdruck " Pernickel" gründet sich auf eine Urkunde aus dem Jahre 1341, in der ein Turm genannt wird, gelegen am Pernekel, was wahrscheinlich eine Wiese oder Weide bedeutet haben wird. Daß auch diese Mühle zunächst an einem Bach gelegen hat, ist schwer einzusehen. Es müßte sonst ein kleines Bächlein gewesen sein, das 1867 noch vorhanden gewesen ist. Um 1500 ist die Mühle schon in Erbpacht der Familie Klövekorn die außerdem noch den Bühlinghof, gelegen in der Nähe des heutigen Restaurants Bellevue, in Pacht hatte. Wenn Klöverkorn auch den Bürgereid geleistet hatte, als Pächter der Pernickelmühle unterstand er dem Domkapitel und konnte an sich nicht gezwungen werden, die städtischen Abgaben zu leisten. Hatte er sich zunächst auch der Abgabepflicht nicht entzogen, als die Kriegslasten wuchsen und wuchsen, machte er von seinem Recht Gebrauch. Die Stadt antwortete mit einem Verbot an den Müller, die Straßen der Stadt zu betreten, und machte ihm sonst alle erdenklichen Schwierigkeiten. Die Folge war ein Prozeß, er sich bis 1800 hinzog.
Die Neustadt war mit Mühlen schlecht versehen. Zwar bestand am Schlagvorder Berge eine Mühle, die jedoch schwer zu erreichen war. Das war der Grund zum Bau der Neuen Mühle, die in ihren Anfängen auf dem Martinshof neben der Johanniskirche ihren Platz hatte. Es erfolgte ein gänzlicher Neubau der Mühle.
Die Mühlen durften auch auswärtige Gäste bedienen, jedoch war es den Osnabrücker Bürgern nicht gestattet, auswärts mahlen zu lassen, ausgenommen in den Nettemühlen. Zeitweilig hatten die Osnabrücker Müller aber eine Konkurrenz in einer Windmühle, die 1672 durch die Stadt erbaut wurde, und zwar auf der östlichen Hasebastion etwa dort, wo heute der Hasetorbahnhof steht. Da die Windverhältnisse hier schlecht waren, setzte man die Windmühle auf die Martinibastion, jedoch ohne bessere Erfolge zu erzielen. Um 1700 wurde die Mühle wieder abgebrochen.
1802 kam die Säkularisation. Das Bistum wurde aufgehoben und mit dem Königreich Hannover vereinigt. Mit der Beschlagnahme des Vermögens der Geistlichkeit gingen auch die Osnabrücker Mühlen in die Hände der königlichen Verwaltung über. Die Pernickelmühle konnte jedoch nicht eingezogen werden, da der Besitzer die Mühle in Erbpacht besaß; lediglich das Pachtgeld kam jetzt in andere Hände. Aus bestimmten Gründen hat die Stadt ein Interesse daran, die Mühlen in ihren Besitz zu bringen. Neben der Stadt trat als Reflektant auf die Mühlen jedoch auch Westerkamp auf. Durch einen Vertrag zwischen der Stadt und Westerkamp wurde festgelegt, daß Westerkamp auf den Kauf der Mühlen verzichtet. Als Gegenleistung sollte ihm ein Teil des in der Nähe der Neuen Mühle gelegenen Bruches, auf dem sich heute u. a. das städtische Badehaus befindet, in einer bestimnmten Größe überlassen werden. Der Vertrag konnte jedoch nicht erfüllt werden, das das Bruch gar nicht die Westerkamp zugesicherte Größe aufwies, wie sich nach dem Kauf der Mühlen durch die Stadt herausstellte.
Wegen der vorgerückten Zeit brach der Redner hier seinen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag ab. Für die nächste Sitzung ist die Fortsetzung des Vortrages vorgesehen.
Autor:
Historischer Verein


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