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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Festspiele sorgen für Zündstoff
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Ausschuss: Ja zum Gutachten
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Festspiele sorgen für Zündstoff

Ausschuss: Ja zum Gutachten

hin OSNABRÜCK. Der Verkehrsverein (VVO) hat im zweiten Anlauf die vermeintlich kleine Hürde genommen: Der Finanzausschuss unterstützt grundsätzlich die Pläne für Rathausfestspiele während der Bundesgartenschau.

Doch so einfach war die Meinungsbildung nicht. Thomas Thiele (FDP) war " stinksauer", als er die Hand für das Ja hob. Und Michael Hagedorn (Grüne) quittierte die Abstimmung mit einer Spitze gegen den VVO-Vorsitzenden Fritz Brickwedde.

Darum geht es: Der Verkehrsverein hat vorgeschlagen, während der Laufzeit der Buga 2015 auf dem Marktplatz kulturell anspruchsvolle Festspiele zu veranstalten, um die Buga-Besucher auch in die City zu locken. Etwa zwei Wochen lang soll es auf einer Bühne vor dem Rathaus ein Festspiel geben. Thema: 30-jähriger Krieg und Westfälischer Friede. Die Machbarkeit soll auf Vorschlag des VVO der Essener Theater-Professor und Regisseur Niels-Peter Rudolph prüfen. Sein Gutachten kostet 15 000 Euro. WO und Stadt sollen sich die Kosten teilen.

Kulturdezernent Reinhard Sliwka (FDP) beurteilt das Projekt skeptisch und weiß den Theaterintendanten Holger Schultze an seiner Seite. " Woher sollen die Millionen denn kommen?", fragte er während der Sitzung des Finanzausschusses. Und weiter: " Wenn Sie glauben, dass über Sponsoring so viel Geld zu beschaffen ist, dann sage ich: Sie irren!"

Holger Schultze hatte in einem Brief an Sliwka grundsätzlich die Idee von Rathausfestspielen begrüßt, das noch vage Konzept aber als " äußerst fragwürdig" beurteilt.

Auch FDP-Sprecher Thomas Thiele blieb skeptisch. Er kritisierte massiv (" Ich bin stinksauer"), dass den Ausschussmitgliedern nicht alle Unterlagen vorgelegt worden seien - darunter auch der kritische Brief des Intendanten.

Josef Thöle und Burkhard Jasper (beide CDU) setzten sich für den VVO-Vorschlag ein. " Wir fordern immer bürgerschaftliches Engagement, und jetzt torpedieren wir das", sagte Jasper.

Michael Hagedorn (Grüne) lehnt das Projekt ab, weil es nach seiner Ansicht nicht finanzierbar ist. Karin Jabs-Kiesler (SPD) forderte, das Theater stärker einzubinden. Die FDP skeptisch, die SPD nachdenklich, die Grünen dagegen: Da schaltete sich Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip mit einem flammenden Appell für den VVO-Antrag in die Diskussion ein. Die SPD erbat eine Sitzungsunterbrechung - und stimmte anschließend der Bitte des VVO zu. Spitzer Kommentar von Hagedorn: " Das war ein Beschluss, um Herrn Brickwedde nicht zu verärgern."

KOMMENTAR

Von Wilfried Hinrichs

Öffentlich zerredet

Niemand dürfte es dem Verkehrsverein verdenken, wenn er die Brocken hinschmeißen würde. Lauthals wird in zwei Ausschuss-Sitzungen gestritten - über vergleichsweise lächerliche 7 500 Euro. Wohlgemerkt: Es geht nicht um hunderttausende für ein noch unbekanntes Spektakel, es geht nur um die Prüfung, ob das Spektakel möglich und sinnvoll wäre. Typisch deutsch: Eine Idee wird zerredet, bevor deren Schöpfer eine Chance hatten, sie mithilfe von Experten richtig zu Ende zu denken.

Zu diesen Experten gehört aber auch der Intendant der Städtischen Bühnen. Es ist nicht denkbar, dass Osnabrück bundesweit mit Festspielen glänzen will, ohne das Potenzial des eigenen Theaters dafür zu nutzen. Der VVO hätte sich viel Ärger und Diskussionen ersparen können, wenn er das Theater früher eingeschaltet hätte.

Lassen wir den Essener Theaterwissenschaftler in Ruhe arbeiten. Wenn das Gutachten vorliegt, kann die Diskussion erst richtig beginnen. Und dabei sollte eines nicht ungehört verhallen: die Warnung Sliwkas, es werde nicht genug Sponsorengelder geben. Er ist ein erfahrener Sponsoren-Sucher. Sein Urteil hat Gewicht. w.hinrichs@ neue-oz.de
Autor:
hin


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