User Online: 2 | Timeout: 17:17Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Fuchsbandwurm ist auf dem Vormarsch
Zwischenüberschrift:
Infektionsgefahr - Vorsicht beim Verzehr von bodennah wachsenden Früchten - Gründlich waschen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Bettina Shamsul

Osnabrück, 18. 4.

Bärlauch, Sauerampfer oder andere Wildkräuter, aus denen sich schmackhafte Salate zubereiten lassen, werden immer beliebter. Doch durch den Fuchsbandwurm können Gefahren drohen.

Seit Anfang der 90er Jahre nimmt die Verbreitung des Fuchsbandwurms zu. Inzwischen sind alle Regionen in Deutschland von dem Parasiten betroffen. Der Fuchsbandwurm kommt inzwischen nicht nur bei Meister Reinicke vor, sondern läßt sich immer häufiger bei einer in Brandenburg und Thüringen neu eingewanderten Marderpopulation antreffen, so das Friedrich-Loeffler-Institut. Infolge der Parasitenausbreitung befürchten die Experten einen Anstieg der bisher geringfügigen Infektionszahlen beim Menschen. Bisher kommt die Echinokokkose, die Krankheit, die der Parasit auslöst, beim Menschen selten vor. Unter 100000 Einwohnern lassen sich zirka fünf Erkrankte finden. Auf der Schwäbischen Alb, wo sich der Fuchsbandwurm schon erheblich breit gemacht hat, ist die Zahl der Erkrankten jedoch doppelt so hoch. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tod führen, da die Larven ein tumorähnliches Wachstum in der Leber bewirken. Zwischen der Infektion und einer möglichen Erkrankung vergehen beim Menschen 5 bis 15 Jahre.

Während bei der Tollwut der Biss eines infizierten Tieres gefährlich ist, sind es bei der Echinokokkose die Wurmeier. Über den Kot werden unzählige Wurmeier ausgeschieden, die darauf warten, sich bei einem Zwischenwirt niederzulassen. Mäuse sind meist die Opfer der sehr robusten Parasiteneier; sie nehmen diese beim Fressen von Blättern oder Gräsern auf. Die Nagetiere sorgen als Mitglied in der Nahrungsspirale für eine ständige Weiterverbreitung des Bandwurmes. Der Mensch ist als Parasitenherberge eher eine Sackgasse. Gelangen die Wurmeier über den Magen-Darm-Trakt in den Körper des Zwischenwirtes, schlüpfen aus ihnen Larven. Diese können über die Blutbahn die Leber oder sehr selten auch das Gehirn des Infizierten befallen. Der Mensch kann die gefährlichen Bandwurmeier zufällig aufnehmen, indem er kontaminierte Lebensmittel wie Waldfrüchte isst oder Kontakt zu infizierten Tieren hat. Der Fuchs als Hauptwirt des Echinococcus multilocularis trägt die Eier aber auch in seinem Fell, mit dem er an Pflanzen oder Sträuchern vorbeistreift und sie so verbreitet.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?

Bodennah wachsende Früchte wie Blaubeeren, Walderdbeeren und auch Plantagenerdbeeren sowie Früchte von Sträuchern und Gartengemüse gründlich waschen.

Gemüse aus Waldgebieten möglichst auf über 60 Grad erhitzen.

Nach Arbeiten im Freiland und dem Kontakt zu Tieren die Hände gründlich waschen.

In Regionen mit starkem Fuchsbandwurmbefall sollten Hunde und Katzen, die Mäuse fangen, regelmäßige Wurmkuren erhalten.

AUCH BÄRLAUCH vor dem Verzehr gründlich waschen.
Autor:
Bettina Shamsul


Anfang der Liste Ende der Liste