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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Früher suchte man Erholung, heute Überraschung
Zwischenüberschrift:
Markantes Eckgebäude prägt nach wie vor die Einmündung der Schützenstraße in die Bremer Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Früher suchte man Erholung, heute Überraschung

Markantes Eckgebäude prägt nach wie vor die Einmündung der Schützenstraße in die Bremer Straße

Schinkel (tos)

Mehr als 90 Jahre liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen der Bremer Straße in Schinkel. Auf den ersten Blick scheint sich hier nicht viel verändert zu haben. Doch auch an diesem Teil Osnabrücks sind die Jahre nicht spurlos vorbeigezogen.

Die auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1913 abgebildete Straßenführung blieb im modernen Straßensystem erhalten. Der alte Fernweg der von Osnabrück über Bohmte bis Bremen führte, wurde mehrspurig ausgebaut. Die junggepflanzten Bäume, die auf der Karte mit dem stadteinwärts gerichteten Blick noch zu erkennen sind, mussten größtenteils der Fahrbahn und den angelegten Rad- und Fußwegen weichen. Eine Ampelanlage regelt heute den Verkehr und gewährt den abbiegenden Fahrzeugen Einfahrt in die noch immer bestehende Schützenstraße.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier, im Zuge der Industrialisierung, aus einer alten Bauerschaft eine Arbeitervorstadt, die 1914 eingemeindet wurde. Ein Arbeitgeber zahlreicher Einwohner ist auf der rechten Bildseite der Ansichtskarte zu sehen: Der Schornstein und die langgezogenen dunklen Gebäude gehörten zum Eisenbahnbetriebswerk, das im Jahr 1876 nördlich der Bremer Straße errichtet wurde.

Im Volksmund wurde das Bahnbetriebswerk " Kamerun", nach der deutschen Kolonie in Westafrika, genannt, da die Arbeiter nach ihrer Schicht mit vom Ruß geschwärzten Händen und Gesichtern nach Hause kamen.

Viele Arbeiter kehrten nach Feierabend gerne in Wilhelm Tosbergs Gaststätte ein, die sich in dem markanten Eckhaus an der Schützenstraße, Ecke Bremer Straße befand. Dann herrschte Hochbetrieb in dem gelb verklinkerten Gebäude mit der auffälligen Eckgiebelfront. Auf der alten Postkarte ist es als zweites Haus auf der linken Seite zu erkennen. In jenen Jahren hieß die Wirtschaft noch " Zur Erholung" und war Sonn- und Feiertags Ziel vieler Familien aus dem Stadtteil Schinkel.

Den Namen des ersten Eigentümers und Gastronomen Tosberg behielt die Gaststätte noch viele Jahre, obwohl bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein neuer Pächter die Wirtschaft übernommen hatte.

Inzwischen hat auch an diesem Gebäude der Zahn der Zeit ein wenig genagt. Dennoch hat es, zumindest an den Straßenfronten, seine ursprüngliche Form beibehalten und behauptet seine exponierte Ecklage. Im Erdgeschoss lädt heute die Musikkneipe " Surprise" zum Feierabendbier und kleinen Gerichten ein.

BREMER STRASSE UM 1913: Die Gaststätte " Zur Erholung" (links) war nach der Schicht oft Ziel der Arbeiter aus dem Bahnbetriebswerk " Kamerun" (rechts).

SURPRISE heißt heute die Kneipe, und im Bahnbetriebswerk " Kamerun" ist nicht mehr viel los. Die Straßenfernverbindung Osnabrück-Bremen wurde ausgebaut. Foto: Michael Hehmann
Autor:
tos


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