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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Westerberg: Die tiefen Quellen gibt es noch
Zwischenüberschrift:
OAB-Brunnen für die Notversorgung
Artikel:
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Originaltext:
Westerberg: Die tiefen Quellen gibt es noch

OAB-Brunnen für die Notversorgung

Weststadt (rei)
" Aus den tiefen Quellen des Westerbergs" - mit diesem Spruch hat die Osnabrücker Actien-Bierbrauerei (OAB) lange Zeit für ihren Gerstensaft geworben. Die " tiefen Quellen" werden heute von den Stadtwerken genutzt.

Als unergründlich tiefe Brunnen mag sich der gewöhnliche Biertrinker die Wasser-Zapfanlagen der inzwischen aufgelösten Brauerei vorstellen. Doch die real existierenden Brunnen sehen anders aus: Die Schächte sind betoniert und reichen gerade mal drei Meter in den felsigen Untergrund.

Zwei der drei ehemaligen OAB-Brunnen sehen jedenfalls so aus. Sie unterliegen seit 1991 der Obhut der Stadtwerke und liegen heute auf dem Gelände des Diakoniestifts. Der dritte Brunnen liegt in dem ehemaligen Brunnenhaus der OAB. Als die Stadtwerke die Brunnen übernahmen, " sahen die ganz anders aus", weiß Uwe Berlsmann, Wassermeister und stellvertretender Prüfmeister. Er ist für die Wartung der insgesamt 26 Osnabrücker Brunnen zuständig und überprüft zweimal im Jahr auch die beiden Brunnen von 1860.

Das Wasser ist nitratbelastet

Beim Blick von oben in den Schacht ist nur der Brunnenkopf zu sehen. Das Bohrloch reiche etwa 60 Meter in die Tiefe, sagt Berlsmann. Doch Wasser wird aus dem Westerberg eher selten hochgepumpt, denn seine Quellen dienen den Stadtwerken nur noch als Notwasserversorgungsbrunnen. Je 40 Kubikmeter in der Stunde können aus einem Brunnen geschöpft werden. Das reicht gerade mal, um die nähere Umgebung zu versorgen. Für die Stadtwerke gibt es noch einen gewichtigen Grund, die Brunnen nur im Notfall zu nutzen. Denn das Wasser aus diesen Brunnen ist nitratbelastet. 40 Milligramm Nitrat pro Liter sind hier gemessen worden, 50 Milligramm dürften es sein, so Robert Woggon, Sprecher der Stadtwerke. Also werden die Quellen des Westerberges nur ganz selten angezapft. Das war 2002 der Fall, als in der Hannoverschen Straße große Wasserleitungen für mehrere Stunden ausfielen. " Mehrere Stadtteile waren betroffen", sagt Woggon. Ein Fall für die OAB-Brunnen.

Die Leitungen, die von den Brunnenköpfen zu den Wasserleitungen der Stadt führen, seien so konstruiert, dass das Wasser nur in Richtung Oberfläche fließen könne, erklärt Uwe Berlsmann. Zapfen kann man per Hahn direkt am Brunnen, aber in der Regel wird das Wasser per Fernschaltung hochgepumpt.

Ansonsten gilt für die Brunnen der Umkehrschluss einer alten Volksweisheit: Tiefe Wasser sind still. Denn auch wenn es Gerüchte gibt, nach denen die ehemaligen OAB-Brunnen verantwortlich für die Überschwemmung von Kellern am Westerberg sein sollen - diese Behauptung weisen Experten zurück und erinnern daran, dass auch Regenfälle für feuchte Keller verantwortlich sein können. Die Quellen des Westerbergs liegen zu tief, um an nassen Kellern schuld zu sein.

AUS 60 METER TIEFE wird das Wasser aus dem Westerberg hochgepumpt. Allerdings nur im Notfall, Uwe Berlsmann ist zuständig für die Wartung der Stadtwerke-Brunnen.
Foto: Uwe Lewandowski

VON DER BILDFLÄCHE VERSCHWUNDEN: die Osnabrücker Brauerei auf einer idealisierten Darstellung aus dem 19. Jahrhundert.

Zur Sache: Die OAB

Zwischen 1860 und 1987 braute die Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei (OAB) auf dem Westerberg. Was zunächst gefragt war, wurde am Ende des 20. Jahrhunderts von anderen Marken vom Markt verdrängt. 1983 wurde die Osnabrücker Bierproduktion von der Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) übernommen, 1987 wurde die Produktion selbst nach Dortmund verlegt. Bis 1991 war das ehemalige Brauereigelände noch Umschlagplatz für das Osnabrücker Bier, dann wurde die Fabrik abgerissen und machte Platz für ein Wohnstift des Diakonischen Werks. Nur das Brunnenhäuschen und die drei Brunnen existieren noch.
Autor:
rei


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