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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Durchbruch geschafft: Der Lotter Tunnel ist fertig
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Das längste Loch der Stadt liegt sieben Meter unter der Lotter Straße - jetzt werden die Hausanschlüsse gelegt
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Originaltext:
Durchbruch geschafft: Der Lotter Tunnel ist fertig

Das längste Loch der Stadt liegt sieben Meter unter der Lotter Straße - Jetzt werden die Hausanschlüsse gelegt

Von Wilfried Hinrichs

Weststadt
Das ist der Durchbruch: Sieben Meter unter der Lotter Straße ist das längste Loch der Stadt fertig. Im Lotter Tunnel trafen sich gestern punktgenau die Bautrupps, die sich in zwei Stollen wie die Maulwürfe aufeinander zubewegt hatten.

Exakt unterhalb der Hausnummer 102 (" Optik am Westerberg") trafen die beiden Stollen aufeinander. Genau wie vorausberechnet. " Hier unten läuft nichts mit GPS oder Laser", sagt Bauleiter Ansgar Joachimmeyer von den Stadtwerken. Es ist pure Ingenieurs- und Rechenkunst, die die Bergleute von der Firma Echterhoff leitet. Die bis zu 20 Mitarbeiter, die seit Mai 2004 unter der Erde wühlen, sind erfahrene Bergleute.

Der Tunnel ist jetzt über 700 Meter von der Bergstraße bis zum Calmeyer-Platz durchgehend begehbar - mit festen Schuhen sogar bequem begehbar: Knapp drei Meter hoch und über 2, 5 Meter breit ist der Stollen, der zwei gewaltige Rohre aufnehmen wird. Durch die eine Röhre wird das Schmutzwasser fließen, durch die andere das Regenwasser. In der ganzen Stadt sind in den vergangenen Jahren die alten Mischsysteme, die Schmutz- und Regenwasser zusammen zum Klärwerk leiten, durch Doppelrohrsysteme ersetzt worden.

Die Arbeit im Lotter Keller war manchmal mühsam, wie Stadtwerke-Sprecher Robert Woggon erklärt. Sie hat auch einen Monat länger gedauert als geplant. Einen Meter pro Tag haben die Bergleute im Schnitt geschafft. Der harte Granit, aber vor allem die aufwändige Sicherung des Stollens kosteten Zeit. Über 72 000 Bretter, jedes gut einen Meter lang, wurden verarbeitet und bilden jetzt zusammen mit Bögen aus Baustahl eine stabile Röhre. Gut 5000 Kubikmeter Abraum kratzten die Bergleute aus dem Untergrund, das entspricht etwa 500 Lastwagenladungen oder dem Volumen, das für 15 durchschnittliche Einfamilienhäuser ausgehoben wird.

Zwei Millionen Kilometer Umweg

Es wären dreimal so viele Lastwagenfahrten nötig gewesen, wenn der Kanal in offener Bauweise erneuert worden wäre. Die Stadtwerke entschieden sich für den Tunnel, weil die Lotter Straße für den offenen Bau hätte gesperrt werden müssen. Für die Geschäftswelt in der Straße wäre das existenzbedrohend gewesen.

Die Tunnelbauweise kostet 3, 1 Millionen ist damit 600 000 Euro teurer als das offene Verfahren. Ansgar Joachimmeyer macht eine andere Rechnung auf: 17000 Autos passieren täglich die Lotter Straße. Angenommen, sie hätten bei einer Sperrung drei Kilometer Umweg zu fahren, machte das zusammen fast zwei Millionen Kilometer Umweg - " und eine Vernichtung von Volksvermögen in Millionenhöhe".

Als Nächstes werden die Hausanschlüsse gelegt. Die Bauarbeiter treiben vom Tunnel aus Bohrungen über jeweils etwa zehn Meter bis zu den Häusern. " Das muss bis auf zehn Zentimeter genau passen", sagt Joachimmeyer.

DER DURCHBRUCH: Mit einem Becher Sekt begossen gestern Bergleute und Mitarbeiter der Stadtwerke den Lückenschluss im Kanal-Tunnel unter der Lotter Straße.
Foto: Klaus Lindemann

700 METER IN EINEM STÜCK: Der Tunnel reicht jetzt von der Bergstraße bis zum Hans-Calmeyer-Platz.

DIE LETZTEN HÜRDEN wurden gestern Nachmittag aus dem Weg geschafft.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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