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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Weiches Wasser, damit endlich der Tee schmeckt
 
Verfahren auch für die Meerwasser-Entsalzung
Zwischenüberschrift:
Neue Filtertechnik im Wasserwerk
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Weiches Wasser, damit endlich der Tee schmeckt

Neue Filtertechnik im Wasserwerk

Osnabrück (sut) Teetrinker in den südlichen Stadtteilen dürfen sich freuen. In Zukunft können sie ihr Lieblingsgetränk in neuer Qualität genießen - und das ohne zusätzlichen Wasserfilter. Mithilfe neuer Nanofiltration senken die Stadtwerke Osnabrück den Härtebereich des Trinkwassers für die aus Düstrup belieferten Bereiche von vier auf zwei.

Und das sorgt durch weniger Kalk im Leitungswasser, nicht nur für besseren Tee und Kaffee. Es soll auch noch den Geldbeutel und die Nerven schonen, da zum Beispiel Waschmaschinen mit dem weicheren Wasser deutlich weniger Waschmittel verbrauchen und ungeliebte Kalkränder im Badezimmer weniger werden.

" Eine Nanofiltrationsanlage in dieser Größe gibt es in Deutschland bisher nicht ", erklärte der Abteilungsleiter Wasserbereitstellung der Stadtwerke Osnabrück, Joachim Nolte. Zusammen mit Wolfgang Birkenbusch, Geschäftsbereichsleiter für Energie, Wasser und Abwasser der Stadtwerke, und Uwe Berlsmann als verantwortlichem Meister vom Wasserwerk stellte er die Anlage vor, die alle Auflagen der neuen Trinkwasserverordnung erfülle. Und obwohl die neue Technik deutlich aufwändiger und teurer sei, konnte Nolte eine Erhöhung der Wasserpreise vorerst ausschließen.

Insgesamt rund 4, 5 Millionen Euro haben die Stadtwerke in die Anlage investiert, von der knapp ein Drittel des gesamten Stadtgebietes mit Wasser versorgt wird. Nach jahrelanger Diskussion erfüllt das Wasserwerk damit den Wunsch der Bewohner in den Stadtteilen Voxtrup, Fledder, Kalkhügel, Schölerberg, Sutthausen, Nahne, Gretesch und Lüstringen nach weniger hartem Wasser. Das 1906 in Betrieb genommene Werk bereitet überwiegend Quellwasser auf. Dieses wurde bis vor zehn Jahren mit Chloreinsatz, später dann ausschließlich mit UV-Bestrahlung desinfiziert. Damit ist jetzt Schluss: Die spezielle Filtration entfernt Kalk, Mikroorganismen und Nitratspuren und sorgt so für deutlich bessere Trinkwasserqualität.

Drei Jahre haben die Umbauarbeiten gedauert. In dieser Zeit hat das Wasserwerk unter anderem auch mit einer Versuchsanlage getestet, ob die Nanofiltration alle Vorgaben erfüllt, die sich das Wasserwerk selbst gestellt hat. Mit Erfolg: Die Technik erwies sich als einzige Möglichkeit, Mikrobiologie, Kalk, Nitrat und Salz im Quellwasser zu reduzieren. " Mit der Anlage haben wir quasi einen Rundumschlag gemacht", weiß Nolte.

Die Jahresleistung des Wasserwerkes Düstrup beträgt knapp 3, 5 Milliarden Kubikmeter. Es können bis zu 700 Kubikmeter in der Stunde in das Netz gepumpt werden.

EINEN FILTER, wie er in der Anlage verwendet wird, zeigen Uwe Berlsmann, Wolfgang Birkenbusch und Joachim Nolte (von links). Foto: Jörn Martens

Zur Sache: Nanofiltration

Verfahren auch für die Meerwasser-Entsalzung

Bei der Nanofiltration wird das Wasser durch vier Rohrsysteme geleitet. Dabei pressen etwa zwölf Bar Druck das Wasser durch eine im Innern der Rohre mehrfach aufgewickelte Membran mit winzig kleinen Löchern. Die gewickelte Membran dient dabei als Filter, der nur die kleinsten Wasserteile passieren lässt. Kalk, Bakterien und Nitrate bleiben als Konzentrat außen vor. Dieser Ausschuss macht etwa 15 Prozent des Quellwassers in Düstrup aus und wird gesondert abgeleitet. Das System wurde in den 50er Jahren in den USA entwickelt. Vor allem viele arabische Staaten verwendeten es bei der Meerwasserentsalzung. Aber auch in Frankreich und Holland werden Nanofiltrationsanlagen bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Wenn man die gewickelte Membran, die das Wasser in Düstrup filtert, ausrollen würde, so hätte sie die Fläche von etwa anderthalb Fußballfeldern. (sut)

Riesige Rohre mit Membranen filtern das Wasser.
Autor:
sut


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