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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Statt Pavillon bald ein Baulager
 
Tunnelmieter schafften Bauzaun beiseite
Zwischenüberschrift:
Auf dem Neumarkt begann gestern der Bagger mit den Abrissarbeiten
 
Geschäftsleute klagen die Stadt an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Statt Pavillon bald ein Baulager

Auf dem Neumarkt begann gestern der Bagger mit den Abrissarbeiten

Osnabrück (d.)

Langsam gräbt sich seit gestern Morgen der Greifarm des Baggers in den ehemaligen Stadtwerkepavillon am Neumarkt. Eine Woche soll es dauern, bis die kleinen Häuschen platt gemacht sind.

" Bis hinunter zu den Fundamenten kommt alles weg", erläuterten gestern Architekt Klaus Scholz und Rainer Schwarze, Bauleiter der Firma Scholle. Probleme, zum Beispiel mit Altlasten, werden bei dem Abriss der Pavillons nicht erwartet. Die Rolltreppe von der Großen Straße hinunter in den Tunnel ist gut abgedeckt und geschützt, denn sie soll erhalten bleiben.

Nach der Abrisswoche muss die Tunnelabdichtung erneuert werden, weil zu erwarten ist, dass sie bei den Baggerarbeiten beschädigt werden könnte. Und danach wird der Platz vor H& M mit Sand aufgefüllt und die nächsten Monate als Lager und Zufahrt für die Bauarbeiten im Tunnelinnern dienen.

" Alles kommt unten raus, Elektrik, Lüftungen, Fußböden, Wände", erläutert Scholz. " Unten", das ist der Teil zwischen der Treppe und Rolltreppe von der Großen Straße hinüber zur Seite vom Makro-Markt. Bis November sollen in diesem Bereich neue Geschäfte entstehen.

Bis dahin werden im anderen Tunnel-Teil (zwischen der Rampe von der Johannisstraße und dem Kollegienwall) die Geschäfte noch provisorisch weitergeführt. Der Früchteladen zum Beispiel ist dorthin umgezogen, Konditor Coppenrath ist noch da, der Blumenladen, das Geschäft für Modeschmuck und andere. Der Käseladen und Mandel hingegen sind weg.

Nach dem Willen der Stadt und der Osnabrücker Parkstättenbetriebsgesellschaft kann im November, wer will, in den dann fertig gestellten Bereich umziehen. Was zur Zeit noch belebt ist, wird dann dicht gemacht, lediglich ein Weg vom Kollegienwall zur Sportarena soll frei bleiben.

Tunelmieter schafften den Bauzaun beiseite

Geschäftsleute klagen die Stadt an

Osnabrück (d.)

" Wir sind noch am Leben", sagt Reinhard Coppenrath und meint damit die Geschäftsleute, die trotz der Bauarbeiten im Tunnel ausharren. Früchte, Kuchen, Süßigkeiten, Modeschmuck und Blumen - noch ist das Licht im Tunnel nicht aus.

In einer entschlossenen Aktion haben Geschäftsleute aus dem Tunnel sogar die Rampe zur Johannisstraße wieder frei gemacht und die Sperrzäune weggetragen. " Da wird noch nicht gearbeitet. Und trotzdem haben die uns einfach diesen wichtigen Zugang dichtgemacht", schimpfen die Mieter. Jetzt kämen wieder mehr Kunden.

Coppenrath, Josef Beike von der Modefirma Olsen, Gabriele Herzog vom Schmuck An- und Verkauf und ihr Geschäftspartner Hans Wessels machten gestern ihrem Ärger Luft.

Wer von ihnen würde denn innerhalb des Tunnels umziehen und dort bleiben, wenn der Bereich zwischen Große Straße und Makro-Markt Ende des Jahres saniert ist? Keiner der vier weiß es. " Wir wissen ja noch nicht einmal, was das an Miete kosten soll", sagen sie und befürchten, sich die Kosten nicht leisten zu können. " Wenn mit Nebenkosten 60 Euro pro Quadratmeter verlangt werden, kann das keiner von uns erwirtschaften."

Für Konditor Coppenrath hängt ein Bleiben im Tunnel auch davon ab, welche Geschäfte im Umfeld sein werden. " Nur Ein-Euro-Läden neben mir - nein, das geht nicht", sagt er entschieden.

Immer wieder schimpfen die Tunnelmieter auf das jahrelange Hickhack um die Zukunft der Passage. " Die Politiker haben billigend in Kauf genommen, dass Existenzen kaputt gehen." Gabriele Herzog hatte vor einigen Monaten sogar das Angebot gemacht, den Mittelteil des Tunnels zu kaufen. " Wir haben keine Antwort bekommen", klagt sie.

Besonders haarsträubend findet es die Interessengemeinschaft, dass der Mittelteil des Tunnels stillgelegt werden soll. " Es fehlt dann doch die Achse. Dann kommen noch weniger Menschen zu uns. Warum bleibt nicht alles geöffnet?" Von einem 40 Jahre dauernden Branchenmix sprechen die Tunnelmieter, von guten Geschäften und auch von Investitionen, an denen sie alle be-

Durchgang bald eine " Fixerstube"?

teiligt gewesen seien. Und nun drohe das Aus.

" Die schmale Verbindung zwischen Kollegienwall und öwer de Hase wird zur Fixerstube verkommen", so ihre Voraussagen. Nach ihrer Meinung würden die oberirdischen Geschäfte, die bislang an den kleinen, bald aber geschlossenen Ausgängen des Tunnels liegen, auch sehr schnell die Auswirkungen einer fehlenden unterirdischen Achse zu spüren bekommen.

Wessels: " Alles, was die Politiker im Tunnel jetzt machen wollen, ist Murks." Noch allerdings klammem sich die verbliebenen Geschäftsleute an die letzten Strohhalme, hoffen, mit einem guten Mix von Läden und " vernünftigen" Mieten doch noch weitermachen zu können.

GUT VERBORGEN hinter Staubschutzwänden begann gestern Morgen der Bagger, den Stadtwerke-Pavillon auf dem Neumarkt abzureißen. In einer Woche sollen alle kleinen Häuschen weg sein. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
d.


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