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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Rentnerin will nie wieder in einen Bus steigen
Zwischenüberschrift:
Zu schnell gefahren: Rollstuhl kippte um
Artikel:
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Originaltext:
Rentnerin will nie wieder in einen Bus steigen

Zu schnell gefahren: Rollstuhl kippte um

Osnabrück (de)

Maria Hoffmann will nicht mehr Bus fahren. Zu tief sitzt der Schock. Zu schmerzhaft sind die Verletzungen. Die Rentnerin war mit Enkelin und Urenkelin im Januar mit der Linie 41 unterwegs in die Stadt gewesen. Der Fahrer fuhr angeblich schnell. In einer Kurve kippte ihr Rollstuhl um. Der Busfahrer ignorierte den Sturz. Ein Fall für den Anwalt.

" Ich finde das Verhalten des Busfahrers eine bodenlose Frechheit", meint Tanja Glapa, Enkelin von Maria Hoffmann. Sie hatte nach eigenen Angaben den Rollstuhl an diesem Tag ordnungsgemäß im Bus positioniert und die Bremsen angezogen. In der Linkskurve bei Peek & Cloppenburg geschah dann der Unfall. Der Busfahrer sei nach Worten des Rechtsanwaltes von Maria Hoffmann mit einer völlig unangepassten Geschwindigkeit in die Kurve eingefahren. Der Rollstuhl kippte um und rutschte bis zur mittleren Tür. Maria Hoffmann erlitt Platzwunden und Körperprellungen.

Es sei ein Schock gewesen, das Liebste, was man hat, einfach so von sich wegschlittern zu sehen, erinnert sich Tanja Glapa. Doch genauso schlimm wie der Anblick sei die Reaktion des Busfahrers gewesen. " Er tat so, als habe er nichts mitbekommen und wollte die Fahrt einfach fortsetzen, obwohl meine Oma noch am Boden lag", erzählt Glapa entrüstet. " Außerdem muss er doch den Aufprall des Rollstuhls gehört haben. Der Bus war halbleer."

Zwei Mitfahrer nahmen sich schließlich der Rentnerin an. Einer der Helfer wies den Busfahrer darauf hin, dass die Fahrt nicht fortgesetzt werden könne, so der Rechtsanwalt, woraufhin dieser lediglich die Tür öffnete, um das Unfallopfer nach draußen transportieren zu können. " Wir mussten mehrmals bitten, bis der Busfahrer endlich einen Krankenwagen rief", so Glapa.

Nachdem Maria Hoffmann verarztet war, meldete Tanja Glapa den Vorfall im Pavillon der Stadtwerke am Neumarkt. " Die waren wirklich bestürzt", erinnert sie sich, " und versprachen der Sache innerhalb einer Woche nachzugehen."

Drei Wochen lang tat sich nichts. Glapa telefonierte erneut mit den Stadtwerken. " Plötzlich wusste keiner mehr etwas von dem Vorfall." Nach einigem Hin und Her stellte sich schließlich heraus, dass nicht die Stadtwerke, sondern die Firma Zumstrull Bus und Fahrer gestellt hatten. Das Unternehmen teilte mit, den Fall an seine Versicherung weitergeleitet zu haben. Und wieder tat sich nichts. " Wäre am Anfang gleich ein Blumenstrauß oder eine Entschuldigung gekommen, hätten wir ja gar nichts gesagt", meint Tanja Glapa, " aber so haben wir das Gefühl, nicht ernstgenommen zu werden, und gehen deshalb rechtlich dagegen vor."

VÖLLIG HILFLOS war Maria Hoffmann (hier mit Urenkelin Leticia) bei dem Sturz: Ihre Füße steckten noch in einem Wärmefußsack, der am Rollstuhl befestigt war.Foto: Jörn Martens
Autor:
de


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