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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Viersilbiger Gesang aus dem Röhricht
Zwischenüberschrift:
Die Rohrammer: Auch am Rubbenbruchsee bleibt sie meist unauffällig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Viersilbiger Gesang aus dem Röhricht

Die Rohrammer: Auch am Rubbenbruchsee bleibt sie meist unauffällig

Von Gerhard Kooiker

Westerberg

Auf den ersten Blick fällt auf, dass sich da offenbar ein Haussperling verirrt haben muss. Ein Haussperling im Schilfröhricht am Rubbenbruchsee - wie geht das zusammen? Ein zweiter prüfender Blick durchs Fernglas revidiert den ersten Eindruck. Der Vogel ist eine weibliche Rohrammer und passt daher exakt in diesen Lebensraum.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit tragen Rohrammern ihr Schlichtkleid und sehen Haussperlingen recht ähnlich. So muss auch der alte Name Rohrspatz entstanden sein. Rohrammern leben im Herbst überwiegend versteckt in der Vegetation. Man muss schon Geduld haben, um sie zu Gesicht zu bekommen. Im Frühjahr jedoch lassen sich die Männchen mühelos beobachten. Dann sitzen sie meist gut sichtbar auf einem Schilfhalm und tragen ununterbrochen ihren charakteristischen viersilbigen Gesang vor.

Im Osnanrücker Raum brüten Rohrarnmern überwiegend am Rand stehender Gewässer wie Teichen, Seen, Tümpeln und Gräben sowie in Regenrückhaltebecken, ferner in Vernässungs- und Überschwemmungsflächen.

Voraussetzung ist ein entsprechender Bewuchs aus Schilf, Röhricht, Binsen und Hochstauden. Es kann auch eine andere Ufervegetation sein, die aus Großseggen und Pfeifengrasgesellschaften besteht.

Osnabrück ist arm an Feuchtgebieten, der Bestand an Rohrammern ist deshalb eher klein. Eine Zählung erbrachte nur 14 Standorte mit 18 singenden Männchen. Ein gehäuftes Auftreten wurde dabei in der östlichen Haseniederung in Lüstringen und am Rubbenbruchsee festgestellt.

Einzelne Paare wurden auch im Gretescher Feuchtbiotop und sogar auf dem Piesberg gesichtet. Fast alle Brutplätze der Rohrammer müssen in Osnabrück als bedroht angesehen werden. Für diese gilt es daher Entwässerungsmaßnahmen zu vermeiden und beruhigte Uferzonen zu schaffen oder zu erhalten - andernfalls wird die Rohrammer Osnabrück auf Dauer verlassen.

DAS IST KEIN SPERLING, aber das sieht man erst auf den zweiten Blick. Die Rohrammer lebt im feuchten Milieu. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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