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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Das Regenwasser bleibt jetzt in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Stadtentwässerung: Regenrückhaltebecken mit besserer Stauwirkung entlasten die Hase - Kostenpunkt eine Million
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Frank Henrichvark
Osnabrück
Ein Fluss ist im Dauerstress: Wenn die Hase in Eversburg die Stadt Osnabrück passiert hat, schleppt sie durchschnittlich 41 Kubikmeter Wasser in der Sekunde davon. Das sind 24 Kubikmeter mehr als am Stadteingang in Lüstringen. Und schlimmer noch: Vor 40 Jahren wurden in Eversburg nur 22 Kubikmeter gemessen, die Einleitung im Stadtgebiet hat sich in dieser Zeit also verdreifacht.

Erhöhter Schadstoffeintrag, verstärkte Auswaschungen an Ufern und Gewässersohle sind die Folgen des " hydraulischen Stress", unter dem die Hase und ihre Nebengewässer leiden, wie Carsten Werges von der Unteren Wasserbehörde bei der Stadt Osnabrück berichtet: " Die Ursache liegt in der zunehmenden Versiegelung durch Baugebiete, Straßenbau und Parkplätze."

Eine im Grunde nicht mehr umkehrbare Entwicklung, denn mittlerweile ist ein Drittel aller Flächen im Stadtgebiet befestigt. So weist es der aktuelle Flächennutzungsplan aus.

Die Auswirkungen dieser " permanenten Hochwasser-Welle" auf die Fließgewässer führten dazu, dass die Untere Wasserbehörde die Einleitungsgenehmigungen für die Stadt Osnabrück und die mittlerweile für den Kanalbetrieb zuständigen Stadtwerke nicht verlängert haben. Stattdessen ist ein Konzept gefordert, mit dem die Regenwasser-Einleitung im Stadtgebiet wenn nicht reduziert, so doch zeitlich gestreckt und damit erträglicher gemacht wird.

" Die Lösung konnte nur in einer effektiveren Regen-Rückhaltung und vor allem in einer Optimierung der vorhandenen Regenrückhaltebecken liegen", so berichtete jetzt der Diplom-Ingenieur Dirk Wisniewski, Kanalplaner bei den Stadtwerken. " Eine erste Untersuchung zeigte, dass hier noch erhebliche Reserven liegen." Mittlerweile hat Wisniewski alle 80 Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet untersucht und danach einen Aktionsplan für die 44 wichtigsten Becken aufgestellt. Der soll im März auf den Tisch kommen und beschlossen werden: " Allein die Optimierung der 23 wichtigsten Standorte wird etwa eine Million Euro erfordern."

Dabei zeigt die Erfahrung der letzten Monate, dass schon mit wenig Aufwand viel erreicht werden kann: Geringere Querschnitte in den Ablaufrohren der Becken erhöhen die Drosselwirkung und den Rückstau-Effekt. An anderen Stellen konnte mit einer Erweiterung mehr Stauvolumen geschaffen werden oder ein dauernder See entstehen.

Bereits jetzt haben die Stadtwerke auf diesem Weg zehn Becken umgebaut und damit einerseits das Einzuggebiet um 22 Hektar vergrößert - für Regenwasser, das sonst ungebremst in den Kanal rauschen würde. Andererseits wurden die Querschnitte für die Ablaufdrosselung erheblich verringert. " Das hat bereits den Abfluss in die Hase von 4400 Liter auf 700 Liter pro Sekunde reduziert", berichtet der Kanalplaner, " in der Vergangenheit sind diese Becken wegen zu großer Abflüsse ja nur sehr seltenüberhaupt angesprungen."

Abflussmenge nur noch ein Sechstel

Fotountertitel:

HÄUFIGER ALS IN DER VERGANGENHEIT steht jetzt Wasser in den Regenrückhaltebecken wie hier am Riedenbach. Die Effektivität der Becken wurde optimiert. Fotos: Jörg Martens

ZWISCHEN ABLAUF UND ÜBERLAUF-BAUWERK liegt am Riedenbach gut ein Meter Höhenunterschied.

DIE DROSSELÖFFNUNG inspizieren hier Carsten Werges und Dierk Wisniewski (rechts).
Autor:
Frank Henrichvark


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