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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Ist weniger Lärm wichtiger als ein schöner Blick?
Zwischenüberschrift:
Voxtrup und die neue Lärmschutzwand
Artikel:
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Originaltext:
Ist weniger Lärm wichtiger als ein schöner Anblick?

Voxtrup und die neue Lärmschutzwand

Von Gila Kriz

Voxtrup

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen. Da steht sie nun, die Lärmschutzwand, für die Voxtrup über zehn Jahre gekämpft hat. Wie ein überdimensionierter Bretterzaun zieht sie sich im Ensemble mit allerlei Hochspannungsmasten und - leitungen quer durch die Landschaft. Aber die Menschen in Voxtrup sind froh: Nun finden sie endlich wieder etwas Ruhe.

" Hundertprozentig hat die Lärmschutzwand was gebracht", findet Albert Böhme, ein langjähriger Voxtruper Anwohner in Autobahnnähe. " Wenn die schweren Laster da langfahren, hören wir nicht mehr viel davon. Vorher war es nicht auszuhalten." Nach kurzer Zeit sei er immer ins Haus geflüchtet. " Wir sind hier alle froh über die Verbesserung."

Die Optik der Lärmschutz-Maßnahme sei im Verhältnis dazu egal. " Die Bäume sind dort abgeholzt worden, aber das Grün wächst wieder nach." Von seiner Terrasse zeigt er auf das einige hundert Meter entfernte Arrangement aus drei bis sieben Meter hohen hochabsorbierenden Aluminium-Elementen. An einen Erdwall anschließend, ziehen sie sich 1, 15 Kilometer an der A 30 entlang. Von dort schallt - trotz allem - das bekannte Autobahngeräusch herüber. " Das letzte Stück hätte noch weitergeführt werden müssen", meint er.

Der Reiterhof von Elisabeth Schierbaum liegt noch näher an der Autobahn. " Leiser ist es geworden, aber es

Dauerlärm macht eindeutig krank

kommt darauf an, von wo der Wind kommt", beurteilt sie die Situation. Seit 41 Jahren lebt sie dort und hat mitbekommen, wie seit den 90er Jahren nach der Grenzöffnung das Verkehrsaufkommen ständig gewachsen ist.

Obwohl sich hinter Gehöft und Pferdekoppeln die Wand in voller Breite präsentiert, ist auch für sie der Anblick zweitrangig: " Eine Begrünung der Wand wäre schön, aber Hauptsache, der Lärmpegel ist niedriger geworden."

Wer jahrelang tagein, tagaus von Lärm geplagt wird, bekommt eigene Maßstäbe. Dass andauernde Geräuschbelastung die Gesundheit schädigen kann, ist wissenschaftlich bestätigt. In diesen Tagen verwies erneut die Berliner Charite auf Zusammenhänge einer Dauerbelastung ab 60 Dezibel mit Herzleiden. Straßenlärm übersteigt diesen Wert. Auf Grund der logarithmischen Messeinheit bedeutet eine Erhöhung des Lärms um 10 Dezibel bereits eine Verdoppelung der empfundenen Lautstärke für das menschliche Ohr.

Das mit 2, 6 Millionen Euro veranschlagte Projekt des Bundes in Voxtrup ist als " aktiver Lärmschutz" so berechnet und konstruiert, dass mit " ergänzenden Maßnahmen an den Häusern Immissions-Grenzwerte eingehalten werden", erklärt Dirk Möller, Fachbereichsleiter bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Osnabrück. Der Wall werde noch bepflanzt.

Auch nach Aussage des Voxtruper Ortsbürgermeisters Ulf Jürgens hat sich der Lärm deutlich verringert. Er habe " viel Positives" von den Leuten gehört. Aber er sehe zugleich, dass " die Wand selbst kein schöner Anblick ist", wie auch ein Bürger bei der Ortsratssitzung reklamiert habe. Er hoffe nun, dass sie begrünt wird, " bevor Graffiti daran kommen".

DIE KIRCHE bleibt zwar im Dorf. Sie ist seit dem Bau der Lärmschutzwand aber nicht mehr so gut zu sehen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Gila Kriz


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